Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 3 (1926) (Neue Folge)
- Issue
- Heft 1-3
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 92 (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2650397-2650406-2650409--5398-2650793- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
schaffen, geeignet, größeren Massen eine bleibende Stätte und eine gesicherte Existenz zu bieten. a) Argentinien. Das jüdische Kolonisationswerk in Argentinien entwickelte sich bisher äußerst günstig. Ländereien, noch niemals vorher bebaut, wurden erworben, parzelliert und von Israeliten besiedelt. Für diejenigen Landwirte, die eine bestimmte Anzahl Jahre tätig waren, bestand die Möglichkeit, auf Grund kontraktlicher Abmachungen, das Land auch käuflich zu erwerben und so Grundeigentümer zu werden. Als Baron von Hirsch die Ica ins Leben rief, bewohnten gegen 1000 Israeliten, Kaufleute und Arbeiter, die Argentinische Republik, fast sämtlich in Buenos-Aires und Rosariolm Juli des Jahres 1889 kam eine Gruppe von 827 Personen, Israeltiten aus Rußland, mit der Absicht nach der Provinz Santa Fe, in der Gegend von Sunchales eine landwirtschaftliche Kolonie zu gründen (Kolonie Palacios, die später Moisesville genannt wurde). Die neuen Ansiedler arbeiteten anfangs, wie nicht anders zu erwarten war, nicht in jeder Hinsicht erfolgreich. Gleichwohl kaufte Baron von Hirsch, nachdem er im Jahre 1890 eine Mission in dieses Gebiet gesandt hatte, um die Möglichkeit des Erwerbes von Grundbesitz zur weiteren Ansiedlung russisch-jüdischer Kolonisten zu untersuchen, Palacios und das Gebiet um Monigotes herum. Diese Gebiete bildeten den Grundstock des Ica-Werkes. Das Kolonisationsunternehmen breitete sich schnell aus. Der organisatorische Aufbau setzte im Jahre 1893 ein und konnte drei Jahre später auf umfassendster Basis mit Hilfe der Gelder durchgeführt werden, die Baron von Hirsch der Ica testamentarisch vermacht hatte. Die Kolonien in Argentinien sind heute im blühenden Zustande. Sie befinden sich in den Provinzen Entre-Rios, Santa Fe, Buenos-Aires, Santiago del Estero und Pampa. Sie haben eine Gesamtausdehnung von 590000 ha, von denen mehr als 370000 ha der landwirtschaftlichen Nutzung unterliegen. Ueber die Gesamtgröße der Fläche, die Ländereien, die bereits im Eigentum der Kolonisten sich befinden mit Einschluß derjenigen, die noch nicht als Eigentümer eingetragen sind und schließlich über das noch frei verfügbare Gelände informiert folgende Tabelle: Das Kolonialgebiet in Argentinien (ha) am 31. Dezember 1924. Kolonie Gesamtgröße Im Eigentum der Kolonisten Frei verfügbar 43485 33047 526 Moisesville .... 118262 17 665 52 912 Entre-Rios .... 191106 32160 21252 Bn. Hirsch .... 110866 2907 60319 46466 — 19832 2980 — 2446 Montefiore .... 29075 — 26134 zusammen 542240 85779 183421 Angaben über die jüdische Bevölkerung Ende des Jahies 1924 liefert uns nachfolgende Aufstellung:. Bevölkerung der argentinischen Kolonien im Jahre 1924. Kolonie Kolonisten Nichtkolonisten Zusammen Familien Seelen Familien Seelea Familien Seelen Mauricio. Moisesville Entre-Rios Bn. Hirsch N. Leven Dora Montefiore 345 697 1718 445 196 20 40 1827 3 672 10218 2449 1257 113 210 20 579 1010 237 107 39 8 140 3501 5700 1285 610 209 40 365 1276 2728 682 303 59 .48 1967 7 092 15918 3734 1867 322 250 zusammen 3461 19746 2000 11485 5461 31150 1923 3441 19 280 1919 11445 5360 30725 Am Ende des Jahres 1925 wurde eine jüdische Bevölkerung von 5 802 Familien (33136 Seelen) festgestellt, von denen 3654