Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 3 (1926) (Neue Folge)
- Issue
- Heft 1-3
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 90 (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
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— 90 — falls als eminent erblich angesehen wird. Wir können weder sagen, daß die Juden einem schlanken Menscbentypus angehören noch einem plumpen, sondern wir müssen auch hier konstatieren, daß die Variationsbreite der Wuchsform bei den europäischen Juden genau die gleiche ist wie bei der übrigen nichtjüdischen Bevölkerung. Was die rassenmäßige Begabung der Juden betrifft, so ist festzustellen, daß die Variationsbreite der Begabung nicht zahlenmäßig feststellbar von der übrigen Bevölkerung abweicht. Wenn hervorgehoben wird, daß die großen Menschheitsgenies in der Mehrzahl Nichtjuden gewesen sind, was richtig ist, so entspricht dies durchaus nur der statistischen Wahrscheinlichkeit, falls die Begabung der jüdischen Bevölkerung und der nichtjüdischen genau die gleiche wäre, da es überall in Europa immer sehr viel weniger Juden wie Nichtjuden gegeben hat. Es muß hier betont werden, daß überhaupt große geniale Leistung und ihre Bewertung ein anthropologisch schwer faßbarer Begriff ist und es sehr unwahrscheinlich ist, daß wir in dieser Beziehung bei der heutigen Menschheit rassenmäßige Differenzen schon jetzt feststellen könnten. Wohl gibt es natürr lieh Differenzen bei den einzelnen Populationen und entsprechend den einzelnen Kulturkreisen, da ja von der Kultur aus und nicht von den anthropologischen Merkmalen aus der Begriff der Genialität definiert und festgestellt wird. Verfasser hält es für falsch, wenn viele Beobachter der Juden annehmen, daß diese ganz besonders begabt seien für den Beruf als Aerzte und Rechtsanwälte oder überhaupt für rein geistige Berufe. Verfasser hält diese angeblich größere Begabung für durch Umwelt und Kulturkreis bedingt aber nicht für anthropologisch gegeben. Wenn wir uns die Elemente klarmachen, aus welcher das jüdische Volk in früherer Zeit sich zusammensetzte und dann noch die Elemente hinzunehmen, die in historischer Zeit dem jüdischen Volke sich angeschlossen haben, so werden wir nichts Anderes erwarten können als das, was wir tatsächlich beschrieben haben, daß nämlich von höherer Warte aus gesehen, der jüdische und europäische Durchschnitt nicht merklich verschieden sind. Dieselben Elemente setzen die westasiatische Menschheit und die europäische Menschheit zusammen und wenn an einzelnen Stellen Europas oder auch nach Religionsgemeinschaft verschieden die eine oder andere Eigenschaft überwiegen sollte, so sind diese Differenzen nicht als prinzipielle zu betrachten, sondern als solche, welche dem menschlichen Willen unterworfen, wenn nötig, abgeändert werden könnten. Immerhin macht sich in der Menschheit die Ueberzeugung geltend, daß die planlose Aufzucht von Jedermann aufhör e n müsse und daß es an der Zeit sei, vernünftige Forderungen für die Aufzucht der zukünftigen Menschheit zu stellen. Das gilt natürlich für die Juden ebenso wie für die Nichtjuden. Sollte nach Religionsgemeinschaft gesondert die eine oder andere Religionsgemeinschaft die Initiative in dieser Frage ergreifen, dann, aber auch dann würden die Angehörigen einer Religionsgemeinschaft in Zukunft erheblich vor denen der anderen Religionsgemeinschaften anthropologisch bevorzugt erscheinen, denn es würde diejenige Religionsgemeinschaft die beste Rasse erzeugen, welche nach den vernünftigsten Grundsätzen verfahren würde. Die Menschheit bedarf durchaus nicht erst