Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 3 (1926) (Neue Folge)
- Issue
- Heft 1-3
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 87 (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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verneinen und zwar nicht auf Grund theoretischer Erwägungen, sondern allein auf Grund der anthropologischen Betrachtung der heute lebenden Juden, selbst wenn wir nur familiär abgeschlossenste Zweige des jüdischen Volkes ins Auge fassen. Es gibt ja immer noch einzelne Individuen, welche glauben, ihren Stammbaum in gerader Linie auf Abraham und Sara zurückführen zu können. Betrachten wir die heute lebenden Juden strengster Observanz und zwar nur den i n Europa lebenden Teil, so finden wir unter ihnen Individuen, welche untereinander so verschieden sind wie die Mitteleuropäer untereinander überhaupt. Wir finden Juden, welche blauäugig und blondhaarig sind, wenn auch selten, sehr häufig aber flachsblonde und grauäugige Juden. Wir finden Juden mit hellbraunen Augen und wir finden solche mit dunkelbraunen Augen, die fälschlich schwarze Augen genannt werden. Nur ein Faktor ist allen europäischen Juden gemeinsam, so weit es die obengenannten Individuen betrifft, nämlich der, daß sie der weißen Rasse mit Bestimmtheit zuzurechnen sind. Selbstverständlich gilt dies nicht für alle Juden überhaupt, nicht für die jüdischen Neger und nicht für die jüdischen Chinesen, sondern nur für einige Zweige der jüdischen Religionsgemeinschaft. Wenn man sagt, daß d i e Juden der semitischen Rasse angehören als Unterabteilung der weißen Rasse, so ist das nur so zu verstehen, daß ein Teil der heutigen Juden diejenigen Merkmale zeigt, welche heute als Rassenmerkmale der Semiten aufgestellt werden. Wir wissen aber aus der Geschichte, daß das jüdische Volk in alter Zeit sich aus Componenten gebildet hat, welche durchaus nicht den Forderungen entsprachen, welche man anlegen müßte, um semitische Rasse zu diagnostizieren. Die für die Juden besonders charakteristische große gebogene Nase mit schwacher Wulstung der Nasenflügel ist ein Erbmerkmal eines westasiatischen Volkes, (Hetiter genannt) von dem die Athropologen nicht mit Sicherheit sagen können, daß sie sicher einer semitischen Rasse zuzurechnen seien. Ferner wurde Kanaan zur Zeit seiner Eroberung durch die Juden von einem Volksstamm bewohnt, (A m o r i t e r genannt), von denen ebenfalls nicht mit Sicherheit zu sagen ist, daß seine Angehörigen einer semitischen Rasse angehört hätten. Meist wird — freilich auf Grund ungenügender historischer Kenntnisse — das Gegenteil angenommen und die Amoriter als Arier teilweise bezeichnet. Wer die heutigen Juden anthropologisch untersucht in Schulen, beim Militär, bei Grenzübergängen, oder wo man sonst Gelegenheit findet, große Mengen von Menschen jüdischen Glaubens wissenschaftlich zu untersuchen, findet man, daßeskeineuropäisches Merkmalgibt, welchesdenJuden fehlt, und keines, welches als charakteristisch bezeichnetwerden könnte fürJuden. Es ist nicht richtig zu sagen, viele Juden besitzen eine krumme Nase. Es ist aber ebenso richtig zu betonen, daß viele Nichtjuden eine krumme Nase besitzen, so daß dieKrummnasigkeit unmöglich als jüdisches Rassemerkmalbezeichnet werden kann. Es muß hier betont werden, daß es überhaupt keine jüdischen Rassemerkmale, sondern nur für einzelne jüdische Bevölkerungen (Populationen) durchschnittlich körperliche und geistige Vorzüge und Fehler gibt. Das ist ganz etwas Anderes