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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1926-01-01 · Heft 1-3 · p. Seite 84

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
3 (1926) (Neue Folge)
Issue
Heft 1-3
Date
1926-01-01
Page
Seite 84 (sequence 15)
Language
German
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- 84 - men: ich kenne eine ganze Anzahl von Juden und Jüdinnen, die an Schilddrüsenveränderungen und an typischem Basedow leiden. Vielleicht sind sie an diesem Leiden etwas weniger beteiligt, als ihrer Bevölkerungsquote und ihrem prozentualen Verhältnis innerhalb meiner Klientel entspricht. Das ist aber nur eine grobe Schätzung. Häufiger als andere scheinen sie jedenfalls nicht befallen zu werden. Aehnlich fand v. S a r b ö Basedow in zwei Fällen unter 10 bei Juden, die anderen Spezialkollegen, die sich auf meine Rundfrage geäußert haben, schreiben über diese Krankheit nur wenig. Bychowsky äußerst sich kurz dahin, daß „endokrine Störungen" sehr häufig sind, und Marburg findet, daß Basedow und andere dysglanduläre Erkrankungen bei Juden oft vorkommen, sowohl bei Männern als bei Frauen, daß aber polyglanduläre, d. h. solche mit gleichzeitigem Befallensein mehrerer innenabsondernder Drüsen, selten sind, daß auch Tetanie selten ist (was Popper bestätigt) und Myxödem (Schwund der Schilddrüse mit Verblödungssymptomen) bei Juden fehlt. Auch ich habe, soweit ich mich erinnere, niemals Myxödem bei einem Juden gesehen. In der Bukowina soll aber Kropf und Kretinismus bei Juden vorkommen (Flinker). Ueber die Erkrankungen der Hypophyse habe ich oben kurz berichtet. Die Frage der Fettleibigkeit usw. wird an anderer Stelle besprochen werden. Ich möchte hier nur noch erwähnen, daß P o p p e r mir schreibt, er habe auffällig oft bei den Juden und Jüdinnen nervöse Involutions- (Wechseljahre-) Störungen beobachtet. „Ich würde", sagt er, „falls dies nicht übertrieben klänge, bezüglich der Krankheiten zwischen dem 45. und 55. Lebensjahre fast von einer jüdischen Spezifizität zu sprechen wagen". Für dieses Alter hält er auch Bilder von Hypochondrie und Hysterohypochondrie, z. T. mit paranoidem Einschlag, bei Juden für charakteristisch. — Es handelt sich hier um eine scheinbar bisher vereinzelte Beobachtung, für die ich dem Autor die Verantwortung überlasse, die ich aber doch nicht verfehlen möchte mitzuteilen. Das intermittierende Hinken. Ueber die Beteiligung der Juden an den Krankheiten des Herzens und der Blutgefäße wird an anderer Stelle berichtet. Einiges bezüglich Herzneurosen habe ich unter den „Psychoneurosen" mitgeteilt. Es ist nicht viel, was wir darüber wissen. Die Aeußerungen über diese Punkte in der Literatur sind aphoristisch und entbehren meist brauchbarer Unterlagen. Aehnliches gilt für die vasomotorisch-trophischen Neurosen im eigentlichen Sinne, d. h. die Erkrankungen derjenigen Nerven, die die Blutzirkulation und die Gewebsernährung aufrecht erhalten, und durch deren Schädigung Stockungen der Zirkulation oder Veränderungen der Zirkulation und Ernährung eintreten, wie bei der Raynaud'schen Krankheit („Absterben" und in den höchsten Graden Brandigwerden der Finger usw.), der Sklerodermie (Verhärtung der Haut an einzelnen Stellen, auch fortschreitend über große Körperbezirke) u. dergl. m. Es handelt sich übrigens wahrscheinlich dabei im Grunde um Störungen der inneren Sekretion; diese Krankheiten gehören also im Wesen zu den vorher erwähnten. Eine Sonderstellung, auch in Bezug auf die Judenfrage, nimmt das intermittierende Hinken (Dysbasia angiospastica) ein. Es ist das ein Krankheitsbild, das sich subjektiv in Schmerzen und Lähmungsgefühl beim Gehen äußert. Bedingt ist es entweder durch eine materielle

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