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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1926-01-01 · Heft 1-3 · p. Seite 82

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
3 (1926) (Neue Folge)
Issue
Heft 1-3
Date
1926-01-01
Page
Seite 82 (sequence 13)
Language
German
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— 82 - ein Hemmnis unsanft erinnert wird. Aber es wäre von Interesse, festzustellen, ob dort nicht der Prozentsatz der Juden unter den Neurotikern sich verringert. Vielleicht wären die jüdischen Kolonien in Palästina nach dieser Richtung hin ein geeignetes Beobachtungsfeld. Die Heredodegenerationen und Myopathien. Die Heredodegenerationen sind Krankheiten, die auf einem erblichen Anlagefehler des Zentralnervensystems oder einzelner Teile desselben, bezw. des Bewegungsapparates beruhen. Es gehört dazu eine ganze Reihe von Erkrankungen, die in ihren klinischen Bildern in hohem Grade von einander abweichen, und die eben nur das Moment der Heredität gemeinsam haben. Es ist hier nicht notwendig, sie alle zu besprechen. Für die Frage der Nervenkrankheiten der Juden kommen vorwiegend zwei in Betracht: 1. der sog. Torsionsspasmus oder die Dystonie, bestehend in einem krankhaften Wechsel der Spannung in verschiedenen Muskelgruppen des Körpers und abnormen, teils dem Veitstanz, teils den hysterischen Zuständen ähnlichen unwillkürlichen Bewegungen einzelner Körperabschnitte. Sie beruht höchstwahrscheinlich auf Veränderungen des Streifenhügels, gehört also zu den Gehirnkrankheiten; 2. die sog. Tay- Sachs'sehe amaurotische Idiotie; (erbliches, zu Blindheit, Epilepsie und Verblödung führendes Leiden). Beide Krankheiten sind verhältnismäßig selten; die Beobachtungen mehren sich aber von Jahr zu Jahr. Außer ihnen können hier noch erwähnt werden: 3. die Friedreich*sehe Krankheit, die auf dem Schwund bestimmter Strangsysteme des Hirns und Rückenmarks beruht; 4. die Dystrophien, ein fortschreitender, annähernd symmetrischer Schwund bestimmter Muskelgruppen des Körpers, hauptsächlich des Rumpfes und der ihm benachbarten Gliedabschnitte, zum Teil verbunden mit scheinbarer, durch Fettwucherung vorgetäuschter Verdickung einzelner Teile der Muskulatur; 5. die Myotonie oder Thomsen'sehe Krankheit, deren Hauptsymptom eine krankhafte Neigung der Muskeln bildet, bei willkürlicher Kontraktion diesen Kontraktionszustand länger als beabsichtigt festzuhalten: unwillkürliche Nachdauer der Muskelbewegung. Angegliedert sei hier gleich die Besprechung der Myasthenie, obwohl sie eigentlich nicht zu dieser Gruppe, sondern besser zu der nächsten (den Störungen innerer Sekretion) gerechnet werden könnte: ihr Hauptkrankheitszeichen ist eine anomale, enorme Ermüdbarkeit, die so weit geht, daß eine Einzelbewegung schon nach wenigen Wiederholungen unmöglich wird, aber schon nach sekundenlanger Erholung wieder von statten geht. In Bezug auf die Beteiligung der Juden sind die Angaben in der Literatur über dieses Gebiet — mit Ausnahme der Dystonie und amaurotischen Idiotie —, so weit ich sehen kann, gleich Null. Es ist natürlich möglich, daß ich irgendeine versteckte Notiz dabei übersehen habe, aber Wesentliches scheint jedenfalls nicht bekannt zu sein. Von den Autoren, die mein Rundschreiben beantwortet haben, sagt Marburg: Die Heredodegenerationen anatomischer Art sind eigentliche Domäne der polnischen Juden: amaurotische Idiotie, Muskeldystrophien, spastische Spinalparalyse (lähmungsartige, mit Steifheit einhergehende Beinschwäche infolge von Schwund der sog. Pyramidenbahnen) sieht man hier in wunderbarer Ausprägung; auch Friedreich sah ich häufiger bei Juden als bei Christen". K1 o z e n - i berg sah in Lodz Myotonie, Dystrophie, | Friedreich, Torsionsspasmus, Myasthenie

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