Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 3 (1926) (Neue Folge)
- Issue
- Heft 4-6
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 124 (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
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- 124 - regen diese Zeilen dazu an, die Verhältnisse an nichtjüdischem und jüdischem Material anderweitig zu überprüfen. Die exakte Untersuchung Dr. Spaniers begleiteten folgende Bemerkung: „Die Angaben stützen sich auf die Aussagen der Kinder in der Klasse, von unbedingtem Wahrheitswert sind sie also nicht. In den Kreisen unserer Eltern gibt man wohl den Kindern keinen Alkohol, auch nicht mehr als Anregungsmittel (der berüchtigteTokayerl). Daß die Schule besonders im Naturkunde- Unterricht auf die verheerende Wirkungen des Alkohols hinweist, ist selbstverständlich." Die Untersuchung liefert folgende Statistik, die ich etwas gekürzt wiedergebe: Alter Es tranken Kinder Klasse Zahl der Kinder regelmäßig 1 Glas täglich*) Häufig 1 Glas*) Gelegenüich 1 Glas Jahre 1. 40 14-16 _ 1 Malzbier 4 Malzbier 2. 41 13-15 2 Malzbier 2 . 2 . 3. 90 12-15 3 „ 16 , 9 . 1 helles Bier 4. 95 11—14 2 . 1 Dunkel(Braunbier?) 7 , 8 Malzbier 5. 109 10-13 9 Malz 1 Weißbier 7 . 22 6. 60 9-11 5 Malz 5 . 3 4. Grundschuljahr 39 9-10 6 „ 1 - 6 *) Größere Mengen selbst von Malzbier kamen nicht in Frage. Malzbier scheint allerdings recht beliebt zu sein und viel genossen zu werden. An zwei weiteren jüdischen Schulen mit ca. 300 Kindern wurden auf mein Ansuchen hin ähnliche Enqueten veranstaltet, die dasselbe Resultat zeitigten. Leider bin ich aus äußeren Gründen nicht in den Besitz der Unterlagen gekommen. Aber auch die von mir befragten Fachleute nehmen an, daß heute in Berlin durchweg die Jugend abstinent erzogen wird. Hätten die Münchner und Wiener Statistiken von den Jahren 1904/06 nicht in so breiter Oeffentlichkeit eine so beredte Sprache gesprochen, so wäre diese Untersuchung überflüssig gewesen. Die kleine Betrachtung zeigt aber die gewandelte Einstellung unserer Zeit. Ihr Ergebnis ist für die Ertüchtigung der Jugend von weittragender Bedeutung. Sollten die Tabellen der Gesolei nochmals irgendwo zur Schau gebracht werden, so würde ich bitten, auf das Material von den 800 von mir befragten jüdischen Kindern Berlins zu verweisen, das für einen ständigen Alkoholgenuß der Jugend keinerlei Schlüsse zuläßt. Herrn K. Spanier möchte ich für die Mühewaltung, für das Verständnis und für das Entgegenkommen meinen Dank aussprechen. Alle übrigen wissenschaftlichen und praktischen Konsequenzen aus dem Vorgebrachten zu ziehen, überlasse ich dem geschätzten Leser. Einbürgerungen in Zuridi 1911 bis 1925 Die neutrale Schweiz ist seit jeher der Zufluchtsort zahlreicher ausländischer Elemente. Ferner spielt der Fremdenverkehr infolge der hervorragenden natürlichen Schönheit eine ganz besondere Rolle. So ist es nicht verwunderlich, daß Fragen, die mit dem Niederlassungs- und Einbürgerungsrecht von Ausländern im Zusammenhang stehen, ständig