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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1926-01-01 · Heft 4-6 · p. Seite 123

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
3 (1926) (Neue Folge)
Issue
Heft 4-6
Date
1926-01-01
Page
Seite 123 (sequence 22)
Language
German
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— 123 - ten, bildeten den Kern zu den drei kleinen jüdischen Gemeinden, die es in Finnland seit 30 oder 40 Jahren gibt. Finnland hat 3,3 Millionen Einwohner, darunter 1700 Juden oder 0,05 % der Gesamtbevölkerung; davon leben in Helsingsfors, das 200 000 Einwohner zählt, 1050 Juden oder 0,52 %, in Abo (58 000 Seelen) an der Westküste Finnlands, 350 oder 0,6%, in Wiborg (30 000 Bewohner), in der Nähe der russischen Grenze, 300 oder 1 %. Im übrigen Lande gibt es keine Juden. Zwar hat man im Inneren Finnlands von jeher nur finnisch gesprochen; aber in den kulturell weit höher stehenden Randgebieten, die seit Jahrhunderten stark unter schwedischem Einfluß standen, war und ist heute noch die schwedische Umgangssprache die herrschende. Die Juden, die sich überall der höheren Kultur anpaßten, sprechen in Finnland das Schwedische als Umgangssprache geläufig; | ja, die kleine jüdische Gemeinde in Helsingj fors besitzt seit 5 Jahren eine eigene jüdische | Schule mit schwedischer Unterrichts- | spräche. Der Jargon ist unter den finnischen; Juden bei weitem nicht so stark verbreitet i wie in den baltischen Randstaaten Lettland | und Estland. In der allerletzten Zeit pflegen die Juden Finnlands auch das Finnische, besonders in Wiborg, wohin sich der schwedi- : sehe Kultureinfluß kaum noch erstreckt. AlkoholgenaA der jliüisdien Jagend. Von Dr. Felix A. Theilhaber, Berlin. Auf der verdienstvollen Ausstellung ,Gesolei' war in der jüdischen Abteilung auch eine Statistik über den Alkoholgebrauch der jüdischen Kinder veröffentlicht, die ich folgen lasse: In Wien (1904) hatten von jtid. Kinder nichtj. Kinder 150 Mädchen einer Volksschule einen regelmäßig. Alkoholgenuß 15,7 28,6 In München (1906) hatten keinen regelmäßig. Alkoholgenuß 20 14 Es tranken 1—2 Liter Bier täglich 4,5 13,5 Diese Ziffern entsprechen wohl allgemein den Wiener und Münchner Verhältnissen jener Jahre. Nun war es nicht nur ein rein wissenschaftliches Interesse, das mich beeinflußte, an meinem Wohnort in Berlin die Verhältnisse für die heutige Zeit zu überprüfen. Es dürfte sich erübrigen, auf die praktische Bedeutung näher eingehen zu müssen. Durch Herrn Dr. Spanier gelang es, ein Material von 474 jüdischen Mädchen einwandfrei zu überprüfen und festzustellen, daß danach die jüdische Jugend Berlins „trocken" gelegt ist. Es mag möglich sein, daß bei noch größeren Reihenuntersuchungen einiger Fälle von Alkoholgenuß jüdischer Kinder ermittelt werden könnten. Aber die Tatsache, daß unter dem großen Material einer jüdischen Schule von fast 500 Kindern von 9—15 Jahren im ganzen nur 1 Kind mit täglich einem Glas Weißbier und eines mit gelegentlich einem hellen Bier ermittelt wurde, ist doch außerordentlich wichtig. Ich halte es für fraglich, ob neue Münchner und Wiener Statistiken mit den alten Feststellungen Stand halten. In Berlin scheint sich die Auffassung weiterer jüdischer Kreise durchgerungen zu haben, die Jugend alkoholfrei aufzuziehen. Das ist ein enormer Erfolg der Antialkoholbewegung. Vielleicht

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