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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1926-01-01 · Heft 4-6 · p. Seite 119

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
3 (1926) (Neue Folge)
Issue
Heft 4-6
Date
1926-01-01
Page
Seite 119 (sequence 18)
Language
German
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- 119 — 1842 wurde der Name in „Ebräergemeinde zu Riga" geändert; in diesem Jahre lebten 517 Juden in Riga, die eine eigene Schule (mit 3 jüdischen und einem christlichen Lehrer) hatten. Bei der „Seelenrevision" im Jahre 1850 waren in der Rigaschen Hebräergemeinde 605 Juden angeschrieben (289 männlichen und 316 weiblichen Geschlechts). Von nun an wächst ihre Zahl schnell. Im Jahre 1853 befanden sich unter den 90 000 Einwohnern Rigas 120 jüdische Familien. Die drei nächsten Volkszählungen in Riga hatten folgende Ergebnisse: 1867: 102 590 Personen, davon Juden 5254 (2769 männlichen, 2485 weiblichen Geschlechts) oder 5,12 %. 1881: 169 319 Personen, davon Juden 20 113 (9994 männlichen, 10 119 weiblichen Geschlechts) oder 11,88 %. 1897: 256 197 Personen, davon Juden 30 400 oder 12 %. Nach 1897 hat eine allgemeine Volkszählung nicht mehr stattgefunden; man ist daher auf die Zeit vor dem Kriege nur auf Schätzungen angewiesen, die hier nicht berücksichtigt werden sollen. 2. Kurland undSemgallen. In den ehemaligen Herzogtümern Kurland und Semgallen hatten die Juden, ähnlich wie in Livland, seit 1561 zeitweiliges Niederlassungsrecht, aber keine Handelsberechtigung. Sie lebten in den Städten (Libau, Windau, Pilten) und auf dem Lande (Hasenpoth, Goldingen) vom Trödelhandel, Krügepacht, Branntweinbrand, Maklergeschäften. In Kurlands Hauptstadt M i t a u durften sie, unter dem Namen „Duld-Schutzjuden", nur in einem besonderen Viertel, der „Judengasse", wohnen. Unter dem Einfluß der Aufklärungszeit, die auf Kurland besonders stark wirkte, besserte sich die Lage der Juden. Herzog Peter von Kurland gewährte ihnen mancherlei Ver-! günstigungen. Besonders in Mitau erfreuten | sie sich eines ruhigen Aufenthaltes, durften i Handel treiben, einen Gasthof (das Hotel de Jerusalem") und eine Synagoge errichten. Im Jahre 1797 zählte man in Kurland 4581 männliche Hebräer. **) Im Jahre 1852 betrug die Bevölkerung Kurlands 520000 Einwohner, darunter 22 743 Hebräer, oder 4,35 %, die auf ^Gemeinden verteilt waren, 29 Synagogen mit 12 Rabbiner und 30 Cantoren unterhielten, ferner 70 concessionierte Religionsschulen. In der Kurländischen Gouvernementsstadt Mitau selbst, deren Bevölkerung 1852 sich auf 18 000 Seelen belief, befanden sich 755 hebräische Familien mit 4189 Mitgliedern, oder 23,27 %. 1897 dagegen lebten nur noch 9,08 % Juden 3190 bei einer Bevölkerung von 35(100) in Mitau, da der Zustrom nach der nur 43 Kilometer entfernten Hauptstadt Riga bereits begonnen hatte. 3. Zusammenfassung. Nach der letzten Volkszählung vor dem Kriege (28. Januar 1897) betrug die Einwohnerzahl der Provinzen Liv- und Kurland 1 973 393, die Zahl der Juden belief sich in diesen Gebieten auf etwa 60 000; davon lebte die Hälfte in Kurland; die andere Hälfte war in Riga ansässig. Um eine genaue Uebersicht über die ethnographische Zusammensetzung der Bevölkerung zu geben, sei die Verteilung der einzelnen Völker in den zwei Provinzen und den drei wichtigsten Städten (im Jahre 1897) prozentual angeführt: Deutsche || Letten Esten Russen Juden Andere Nationen % % % % % % % Livland . 7,57 43,40 39,91 5,36 2,31 1,45 100 Kurland . 7,57 75,07 — 5,68 4,45 7,23 100 Riga . . 25,53 41,64 1,38 16,94 12 2,51 100 Mitau. . 27,67 45,69 0,13 12,05 9,08 5,38 100 Libau. . 23,80 38,64 0,37 11,99 8,51 16,69 100! **) Hebräer ist seit dem Jahre 1797 die offizielle j Bezeichnung für Israeliten.

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