Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 3 (1926) (Neue Folge)
- Issue
- Heft 4-6
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 110 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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— üb — unter Aufbringung aller Energie an der Erhaltung oder Wiederherstellung der Gesundheit arbeitet, ein Zug, der auch sonst den Juden eigen ist: sich gegen den Verfall oder gar gegen den Tod anzustemmen. Ein Versuch, die pathologischen Züge im Krankheits"bild der Paralyse aus der Normalpsyche zu erklären (die Paralyse vergrößert nach P e r n e t gleichsam nur die Ausschläge des Charakters) kann heute noch nicht gelingen, weil die sogen, normalen psychischen Eigenschaften der Juden noch nicht so klargelegt sind, um eine brauchbare Vergleichsbasis zu schaffen. Angeborene Idiotie. In diese Gruppe sind alle Formen des Schwachsinns mit einbegriffen, also von den leichten Formen der Imbezillität (Schwachsinn) bis zur schweren Idiotie oder Verblödung. Einzelheiten dieser Gruppe werden a. a. O. zur Erörterung kommen. Nach K r a e p e 1 i n verdankt mindestens ein Drittel der schweren Idiotieformen ihre Entstehung der Syphilis. Es ist immerhin beachtlich, daß nach Pilcz die schwersten Formen der Entwicklungshemmungen die Fälle idiotischen Blödsinns bei den Juden am häufigsten sind, obwohl eine der wichtigsten ursächlichen Faktoren der Idiotie, nämlich A1 k o h o 1 i s m u s in der Ascendenz gerade bei dieser Rasse wegfällt. Auffallend dagegen ist die geringe Häufigkeit von Moral insanity bei den Juden, besonders dann, wenn man diese Störung als eine Aeußerung des Entartungsirreseins auffaßt, die doch bei Juden so besonders häufig sind. Sichel fand unter seinen 128 Kranken in Frankfurt 1906—07 15 Juden. *) in Sayn a. Rh. wur- *) d. s. 12 % gegenüber 5 % bei den Nichtjuden; 1916/17 dagegen betrug die Zahl der jüdischen Imbezillen 6%, bei Nicht juden 6,5%; die Zahl hat sich also bei den Juden auf die Hälfte verringert, hat bei den Nichtjuden aber etwas zugenommen. den in der Zeit von 1893—1910 insgesamt 115 jüdische Kranke mit Imbezillität und Idiotie aufgenommen und zwar 59 männliche und 56 weibliche. Der Prozentsatz von 12,9 der Gesamtaufnahmen ist als außerordentlich hoch zu bezeichnen. „Sehr häufig sind darunter Kranke, die zwar nicht völlige Idioten sind, aber von Geburt an eine deutliche Schwäche der geistigen Fähigkeiten gezeigt haben. Solche Kranke, meist aus belasteten Familien und häufig von blutverwandten Eltern stammend, können mit Mühe und reicher Nachhilfe die Schulzeit noch eben zu Hause durchmachen, versagen dann aber rasch beim Eintritt ins Leben." Bei der D e m e n t i a senilis weicht im Wesentlichen nach Pilcz die zahlenmäßige Beteiligung der Juden nicht beträchtlich ab von ihrer Umgebung. „Bei den Deutschen, Ungarn und Nordslaven kamen in ziemlich gleicher Häufigkeit, vorwiegend Fälle der typischen Presbyophrenie, des senilen Eifersuchts- und Beeinträchtigungswahnes zur Beobachtung, bei den Juden besonders häufig Bilder von exquisit hypochondrischer Färbung" (Pilcz), Angaben, die Sichel nach seinen Frankfurter Erfahrungen bestätigt. Auch der prozentuale Anteil von etwa 12 % ist gegenüber früher beibehalten, gegenüber 7 % der Aufnahmen bei Nichtjuden. Dabei fällt entscheidend ins Gewicht, daß die Lebensdauer der Juden die ihrer Umgebung beträchtlich überschreitet. — Das Manisch-depressive Irresein. . Das manisch-depressive Irresein, eine ausgesprochen erbliche Geisteskrankheit (Folie hereditäre der Franzosen) wird heute als dominant geschlechtsgebunden (?) (Siemens) angenommen. Die Krankheit ist gekennzeichnet durch meist periodisch auftretende Schwankungen der Stimmungslage. Diese Stimmungslage kann nach verschiedenen