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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1926-01-01 · Heft 4-6 · p. Seite 106

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
3 (1926) (Neue Folge)
Issue
Heft 4-6
Date
1926-01-01
Page
Seite 106 (sequence 5)
Language
German
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— 106 - 7. Nach John Billings starben 1885 bis 1900 von 100 000 Personen an Alkoholismus in New-York bei den Iren 31, Deutschen 10, Amerikanern 9, Negern 6, Italienern 3, Juden 1. Nach Schwarzmann befanden sich 1909 im Charity-Hospital New-York von den Emigranten unter Irländern, Schotten, Engländern, Deutschen 35,0—12,5 % Alkoholiker, unter Italienern 1,6 % „ unter Juden 0,9 % „ In der nächsten Generation betrugen diese Zahlen bei den Irländern 39,6 % Deutschen 18,5 % Zunahme Italienern 2,3 % Juden 0,7 % Abnahme. 8. Sterbefälle an Alkoholismus in Petrograd 1900—1914 pro 100 000 Einwohner bei den Juden 1,6 %, bei den Nichtjuden 29,1 % (Blätter f. Demogr.). Nach Fishberg in Nossig „Jüdische Statistik" Berlin 1903 S. 367 starben von den in die Totenhalle Gebrachten in New-York (meist Arme) bei den Nichtjuden 75 % an Alkoholismus oder deren direkten und indirekten Folgen, während bei den Juden im Verlauf eines Jahres nur ein Fall dieser Art zu beobachten war. In späteren Jahren aber habe der Alkoholismus bei den Juden New- Yorks stark zugenommen. Im Gegensatz zum Alkoholismus spielen die Juden bei den sogen. „Suchten" eine wesentlich größere Rolle. Diese „Süchtigen", Morphinisten, und in den letzten Jahren besonders Kokainisten sind in ihrer Großzahl Psychopathen, Haltlose, wenngleich man unter ihnen viele geistig Wertvolle findet, die meist den höheren Ständen angehören. Der Anteil der Juden an den durch andere Infektionen und durch fieberhafte Erkrankungen (Malaria usw.) entstandenen Psychosen ist auch zahlenmäßig nicht feststellbar. Bei den der A m e n t i a zugehörenden Fällen von akuter Verrücktheit mit massenhaften Gehörstäuschungen, ohne Potus, die in wenigen Wochen wieder völlig und für dauernd genesen, glaubt Pilcz häufig Juden bemerkt zu haben. Progressive Paralyse. Die bedeutendste Rolle unter allen durch Infektion bedingten geistigen Störungen nehmen die Folgen der Syphilisinfektion ein. Zwar wissen wir nicht, wieviel Juden überhaupt angesteckt werden, aber die Wirkungen auf das Nervensystem, in Form der im Allgemeinen 8—15 Jahre nach der Infektion auftretenden progressiven Paralyse sind eher statistisch erfaßbar. Die progressive Paralyse gehört zu den am häufigsten bearbeiteten Krankheiten der Juden. Die Ergebnisse sind jedoch erst seit der Zeit der W a s s e r - mann sehen Reaktion, also seit 1908 voll zu verwerten. Bei den Juden soll die Paralyse sehr häufig sein. Beadles gibt ihre Zahl mit 21 % der in die Anstalt aufgenommenen jüdischen Geisteskranken an, gegenüber 13 % bei der Vergleichsbevölkerung. In Gegenden geringer Luesverseuchung, wo die Juden noch ihren eigenen Gesetzen entsprechend leben und früh heiraten, tritt auch die Paralyse selten auf, so im alten Rußland, in der Türkei und bei den jüdischen Spaniolen. H i r s c h 1 gibt 20 % jüdische Paralytiker unter den Paralytikern Wiens an, ebenso Pilcz. Nach Weidler treffen im alten Oesterreich auf je 100 000 nicht jüdische Einwohner 7,7 Paralytiker, auf je 100 000 jüdische 10,07 %. In Deutschland machten

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