Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 3 (1926) (Neue Folge)
- Issue
- Heft 1-3
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 39 (sequence 41)
- Language
- German
- Belongs to
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— 39 — über Quebec 1647, St. John 308, Halifax 2538. Deportiert wurden 7 der Immigranten. Die jüdische Einwanderung stellt 3,60 °/0 der Gesamteinwanderung dar, die 124493 Personen umfaßte. In den drei vorangegangenen Fiskaljaren betrug die Zahl der jüdischen Einwanderer: 1921/22 8513; 1922/23 3055; 1923/24 4 407. 3075 rnssische Flüchtlinge wurden vom 1. 12.1923 bis 30.11.1924 in 12 Gruppen überführt. Das United Evacuation Committee zu Paris sucht den gestrandeten russischen Emigranten u. a. auch die Wege zur Einwanderung nach Kanada j zu erschließen; es sind zu diesem Zwecke Verhand- I Jungen mit der kanadischen Regierung geführt worden. Literatur. Statistisches Taschenbuch der Stadt Berlin, 2. Ausgabe 1926. Verlag Otto Stolberg, Berlin SW 68. Die Stadt Berlin hat die zweite Ausgabe des Statistischen Taschenbuchs herausgebracht, das durchaus den gehegten Erwartungen entspricht. Auch das konfessionelle Moment hat den gebührenden Platz gefunden. Betrug doch im Jahre 1910 die Zahl der Römisch-Katholiken 11,1, der Juden 3,8% der Gesamtbevölkerung. Leider konnten die diesbezüglichen Auszählungsergebnisse vom Jahre 1925 noch keine Berücksichtigung finden, da sie noch nicht vorliegen, was das Bild der konfessionellen Zusammensetzung Geburten aus jüdischen Ehen aus Mischehen Leb.-Geb Tot-Geb. M. ehr. M. jüd- Fr. jüd. Fr. ehr. Im Jahre 1923 1924 2019 1947 51 61 101 114 192 189 In Tabelle 17 des Taschenbuches werden die Eheschließungen und in Tabelle 19 die Ehescheidungen unter Berücksichtigung der Konfession behandelt. Auch Mischehen M. ehr. M. jüd. Fr. jüd. Fr. ehr. Im Jahre jüd. Ehen 1923 1924 1545 1040 215 171 547 429 Das Verhältnis der Ehen zwischen christlichen Männern, jüdischen Frauen und umgekehrt neigt stark zu einem Mehr von Seiten des jüdischen Mannes, wie obige Zahlen deutlich beweisen. Die Begründung dieser eigenartigen Erscheinung haben wir an anderer Stelle versucht (»Jüdische Zählung für Ostdeutschland" vom 12. 2. 1926, 3. Jahrgang, Nr. 7). Sehr interessant ist die Tabelle 188, die die Ueberschrift „Religionsverbände" trägt, was unseres Erachtens aber nicht zutreffend ist, da unter der Rubrik die kirchlichen Handlungen statistisch darder Berliner Bevölkerung stark trübt. Die sonstigen Angaben sind fast sämtlich bis zum Jahre 1924 durchgeführt, so daß wir über die wichtigen Berliner Vorgänge, soweit sie statistisch, erfaßbar sind, bis in die neueste Zeit informiert werden. Uns interessiert vor allem der jüdische Bevölkerungsteil. Betrachten wir die Bevölkerungsbewegung der Israeliten, die eine eingehende Darstellung gefunden hat, so muß konstatiert werden, daß die Bilanz seit dem Jahre 1922 passiv ist. Geburten Unehel. Geb. u. Bevon jüd.M. rücks. der Spalten 1,3,4,5 187 160 2 352 2 258 Gestorbene 2 493 2 450 Bilanz - 141 — 192 die Ehescheidungsgründe sind unter konfessionellen Gesichtspunkten ausgeschieden. Ehescheidungen jüd. Ehen Mischehen M. ehr. M. jüd. Fr. jüd. Fr. ehr. 159 50 60 Auf 100 jüd. Ehen kamen Mischehen 49,2 36,5 — — — gestellt werden. Hiernach wird die Zahl der jüdischen Gemeindemitglieder auf 250000 geschätzt. Ferner gibt es in Berlin 12 jüdische Gotteshäuser mit 14 Geistlichen. Außerdem fanden 2300 Beerdigungen nach jüdischem Ritus von insgesamt 2493 Gestorbenen im Jahre 1923 statt. Die Zahl der Austritte wird mit 330 angegeben, was eiwa 13 pro 1000 sämtlicher Ge meindemitglieder für das Jahr ausmacht. Bei der unter Jugendwohlfahrt behandelten Jugendgerichtshilfe wird auch die Konfession der Jugendlichen angegeben, gegen die ein abgeschlossenes Strafverfahren schwebte.