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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1926-01-01 · Heft 1-3 · p. Seite 34

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
3 (1926) (Neue Folge)
Issue
Heft 1-3
Date
1926-01-01
Page
Seite 34 (sequence 36)
Language
German
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Einfluß scheint für die Periode Punkt 3 zu sein. Es hat sich nämlich in dieser Periode in der politischen Geschichte kein bedeutsames Ereignis zugetragen. — Bei Punkt 5 ist auch in dieser Zeit keine Aenderung eingetreten. Nur haben sich, wohl ohne äußeren Anlaß, die wirtschaftlichen Lebensbedingungen um das Jahr 1767 verschlechtert. In diesem Jahr scheinen die wirtschaftlichen Bestimmungen der Stättigkeit von 1616 besonders drückend geworden zu sein. Im Archiv der israelitischen Gemeinde findet sich aus diesem Jahre eine Eingabe der Baumeister um Erweiterung der Handelsrechte der Juden. Von einer großen Teuerung in den Jahren 1770/73 berichtet auch Stricker.1) Hiermit im Zusammenhang steht die Abnahme der Geburtenziffer, die Hand in Hand geht mit einer Abnahme der Ehehäufigkeit2) (Punkt 2). Verfolgen wir so die Aenderung in der Zahlenreihe, so ergibt sich, daß die Grundzüge der Schwankung durch .die Häufigkeit der Ehen erklärt werden können, während einzelne größere Schwankungen nach oben auf eine hohe Kindersterblichkeit zurückzuführen sind. Ein Vergleich der Geburtenzahlen mit denen der Eheschließungen kann erst mit dem Jahre 1752 einsetzen, da erst von diesem Jahre an die Zahl der Eheschließungen bekannt ist. Das Steigen der Geburten bis zum Jahre 1766 entspricht dem Ansteigen der Eheschließungszahlen in den gleichen Jahren. Die besonders große Geburtenzahl des Jahres 1757 steht vielleicht im Zusammenhang mit der besonders hohen Kindersterblichkeit des Jahres 1756. In gleicher Weise entspricht wohl die hohe Zahl von 1763 der erhöhten Kindersterblichkeit in den Jahren 1760/61. — Das Fallen der Geburtenziffer ') Geschichte der Heilkunde, S. 24 ff. 2) s. a. in der Sterbestatistik die Jahre besonderer wirtschaftlicher Konjunkturen. von 1767 an entspricht dem Sinken der Eheschließungszahlen. Es kann beides wohl begründet werden durch die große Teuerung, die Stricker1) erwähnt, denn von 1775 an steigen beide Zahlen wieder, wenn auch nicht ganz parallel. Daß die fallende Tendenz in den Jahren 1767/75 in den Jahren 1772/73 durch höhere Geburtenzahlen unterbrochen wird, ist durch die hohe Sterbeziffern begründet. — Wenn auch aus alledem nachgewiesen ist, welcher Parallelismus zwischen Ehehäufigkeit und Geburtenzahl besteht, so ist damit noch keine absolute Begründung der Schwankungen der Geburtenzahl gegeben, vielmehr muß erst seinerseits wieder gezeigt werden, durch welche Ursachen die Schwankungen in der Ehehäufigkeit hervorgerufen werden.2) Wenn also Conrad8) die Möglichkeit leugnet, für den Verlauf bloß eines Jahres einen scharfen Parallelismus zwischen Eheschließungszahl und Geburtenhäufigkeit nachzuweisen, so ist doch hier gerade durch das Wegfallen aller anderen Einflüsse der Zusammenhang sehr deutlich zu erkennen. Er schreibt wörtlich: „Eine Vergleichung der Zahl der ehelichen Geburten eines Jahres mit den in derselben Zeit geschlossenen Ehen, wie sie früher häufig aufgeführt wurde, kann ein klares Bild der Verhältnisse nicht geben. Nur wenn die herangezogene Periode eine große ist, werden die Verschiebungen zwischen den einzelnen Jahren sich genügend ausgleichen, um einen Anhalt zu gewähren." Weit komplizierter gestaltet sich die Frage nach den Ursachen der Veränderungen in Tabelle B. Hier haben alle 5 Faktoren zusammengewirkt4). Am schlechtesten unteri) a. a. O. a) Vgl. unten. 3) *Band IV § 42 S. 107. 4) Inwieweit die einzelnen Momente sich geändert haben, darüber vgl. in den betr. Abschnitten.

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