Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 3 (1926) (Neue Folge)
- Issue
- Heft 1-3
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 33 (sequence 35)
- Language
- German
- Belongs to
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— 33 - Was die Anlagen dieser beiden Tabellen betrifft, so war man auch hierin wie in jeder Sekundärstatistik darauf angewiesen, das Material, so wie es vorlag, nutzbar zu machen. Es mußte aus diesem Grunde auch für die Periode A. die Unterscheidung zwischen ehelichen und unehelichen Geburten unterbleiben. Ueber diesen Punkt schweigt das Hebammenbuch vollkommen, u. zw., wie sogleich gezeigt werden wird, mit vollem Recht. Jedoch sind aus beiden Quellen, Söhne, Töchter, Mehrlingsgeburten und Totgeborene getrennt zu berechnen. Auf die einzelnen Rubriken und ihre Verhältniszahlen wird noch näher eingegangen werden. Zuerst sei nur ein allgemeiner Ueberblick gegeben über die Summe aller Geborenen. Es zeigen sich folgende Stufen: In Tabelle A ist zwar anfangs ein Ansteigen zu bemerken (1749-52). Hier setzt ein plötzlicher Rückschlag ein (1752), dem eine Zickzackbewegung folgt (1753—58). Mit dem Jahre 1759 beginnt eine Aufwärtsbewegung, von einer Schwankung abgesehen, die bis zu dem Maximum des Jahres 1766 anhält. Von diesem Kulminationspunkt an sinkt die Kurve bis zum Jahre 1775. Auch hier weichen zwei Zahlen aus der allgemeinen Richtung ab. Die letzten Jahre (1776—79) bilden wieder eine ständige Zickzackbewegung. — Ganz roh betrachtet hätten wir in Tabelle B nur Fallen der Geburtenzahlen von 1809—28, Steigen von 1829—39, Fallen von 1840—49 und Steigen von 1849-56. In dem 2. Abschnitt dieser Entwicklung wird nicht mehr die Zahl des Anfangs erreicht und in dem 4. nicht einmal mehr die des zweiten. In gleicher Weise führt uns auch die Tendenz des 3. Abschnittes unter den Tiefstand des ersten.1) — Im ganzen ') Für die Periode A ähnliche Betrachtungen anzustellen, hat keine Berechtigung, da wir es hierbei mit geringen Schwankungen zu tun haben. genommen hätten wir also in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts einen absoluten zahlenmäßigen Geburtenrückgang unter den Juden zu verzeichnen, dem in Anbetracht der ständig wachsenden Bevölkerungszahl ein noch größerer relativer zur Seite gestellt werden kann. Es ist nun zu untersuchen, worauf all die mannigfaltigen Schwankungen zurückzuführen sind. Hierbei sind folgende 5 Punkte zu berücksichtigen, die alle eingehender an anderen Stellen dieser Arbeit behandelt sind. Es wird hierbei hinzuweisen sein: auf die Zahlen des Bevölkerungsstandes, aus denen dann weiterhin Verhältniszahlen berechnet werden können, auf die Zahl der Eheschließungen, auf die politische Geschichte, auf die wirtschaftlichen Lebensbedingungen und auf die gesetzlichen Bestimmungen. Wir haben also auch hier wieder die gesetzlichen Unterlagen der Lebensbedingungen zu prüfen; die uns bei jedem einzelnen Punkt dieser Untersuchung begegnen. Es werden also im folgenden periodenweise die Entwicklungsstufen untersucht werden unter Berücksichtigung dieser fünf Punkte: A. 17 4 9 — 1780. Hier haben wir nur eine Kunde über die Seelenzahl, nämlich vom Jahre 1750, so daß wir von dieser Seite keine Aufklärung über die Schwankungen erwarten können. Irgendein merklicher Zusammenhang darf wohl nicht vermutet werden, nachdem im Laufe von 56 Jahren (1750—1806) die jüdische Bevölkerung um ca. 140 Seelen zugenommen hat, nämlich von 2800 auf ca. 2940 Seelen. Es bedeutet dies im Lauf von 56 Jahren einen Zuwachs von Eher haben wir einen Zusammenhang der Geburtenhäufigkeit mit der Kindersterblichkeit festzustellen. Ganz ohne direkten l) Ueber die Ursache der sehr geringen Bevölkerungszunahme s. a. o.