Mannheim
Compact Memory

Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1926-01-01 · Heft 1-3 · p. Seite 35

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
3 (1926) (Neue Folge)
Issue
Heft 1-3
Date
1926-01-01
Page
Seite 35 (sequence 37)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2650397-2650406-2650407--5335-2650730
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

— 35 — richtet sind wir über Punkt 2, die Zahl der Eheschließungen. Sie finden sich nur zusammengestellt bei MeidingerDiese Zusammenstellung kommt jedoch für unsere Zwecke kaum in Betracht, da erstens die außerhalb Frankfurts wohnenden israelitischen Bürger mitgerechnet sind, andererseits aber die Zahl der Permissionisten für die einzelnen Jahre fehlt. Für die Geburtstabelle mit den oben bezeichneten Grundlagen kann nur die Zahl der anwesenden israelitischen Gemeindemitglieder als Grundlage für weitere Schlüsse benutzt werden. Es wird also hier ziemlich schwer sein, die Bewegung der Kurve eindeutig zu erklären. Ganz besonders auffallend ist der allgemeine Rückgang, auf den bereits aufmerksam gemacht wurde. Er ist um so auffallender, als doch um diese Zeit in Frankfurt eine bedeutende Erhöhung der Geburtsziffern zu verzeichnen ist. Den Stillstand 1812—15 kann man wohl in Zusammenhang bringen mit den Befreiungskämpfen, an 'denen die Juden infolge der Emanzipation des Jahres zuvor auch beteiligt waren. Diese Zeit bedeutet freilich schon einen Rückgang gegenüber der Zeit 1809—11, der durch die l) s. 30 f. bürgerliche Gleichstellung zu erklären ist. Sie hatte die ganze soziale Stellung der Juden nach außen gehoben und damit eine Neugestaltung ihres Wirtschaftslebens in Aussicht gestellt. Freilich wurde diese Hoffnung zerstört, vielmehr waren die folgenden Jahre mit steten Kämpfen um das Bürgerrecht ausgefüllt. Die beiden folgenden Ruhestadien, von 1821—26 und 1831—35, stellen einen Mittelwert von 65—75 Geborenen dar, der für die ganze Zeit von 1820 bis zu Ende der beobachteten Periode als Durchschnittswert angesehen werden kann. Ob der Tiefstand von 1827—29 mit einer Wirtschaftskrise zusammenhängt, ist nicht nachweisbar. Es muß jedoch darauf hingewiesen werden, daß im Jahre 1829 nach Meidingerl) auch bei der nichtjüdischen Bevökerung ein Minimum festzustellen ist. Ebenso sind im Jahre 1836—39, bei denen sich ein Steigen über den Durchschnitt zeigt, durch eine wirtschaftliche Hochkonjunktur gekennzeichnet. Das anfängliche Ansteigen nach 1834 hängt sicherlich mit der uneingeschränkten Eheschließungsmöglichkeit für Einheimische zusammen2). (Fortsetzung und Schluß folgen.) 1) Vgl. S. 40. 2) Gesetzes- und Statutensammlung, Bd. V. S. 177. Statistisches Ardiiv. SflddentsdilaiHl Baden Das Volkszähhingsergebnis vom 16. Joni 1925 in Baden. Das Resultat der Volkszählung in Baden entspricht dein der übrigen Länder Süddeutschlands. (Siehe „Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden" 2. Jahrg., 2. Halbjahr, Heft 2, S. 34 ff. Unter 1000 der Gesamt- Gesamtbevölker. Im Jahre bevölkerung Isrealiten waren Isrealiten 1910 2142833 25896 12 1925 2 312462 24064 10 Die Bilanz, so ungünstig auch immer, offenbart einen Verlust von 869 Israeliten, während nach der Volkszählung des Jahres 1910 und 1925 ein Minus von 1832 jüdischen Seelen sich feststellen läßt. Die Bevölkerungsentwickelung der jüdischen Minorität in Baden für die Zeit von 1910 bis 1925 erläutert nachfolgende Tabelle. Über den Verbleib der 963 Köpfe, resultierend aus der Differenz der Volkszählung und der Bevölkerungsbilanz, läßt sich, wie wir bereits dargelegt haben erst, ein Urteil fällen, wenn das Ergebnis aus ganz Deutschland, nicht allein aus Süddeutschland, bekannt ist.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.