Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 3 (1926) (Neue Folge)
- Issue
- Heft 1-3
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 21 (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
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— 21 — den Ziffern der Warschauer Wojewodschaft (75,1%) und der Stadt Bialystok (44,6%) zutage treten. Hier übersteigt diese Produktionsgruppe kaum den Prozentsatz der sekundären Mittelstadien.6) Es ist auch auf den ersten Blick klar, daß die besondere Bedeutung der letzten Stadien in erster Linie auf Bekleidungsindustrie beruht, die — mit Ausnahme der Stadt Bialystok — überall von allen Produktionsklassen an erster Stelle steht, und dann in weitem Abstände auf dem Ernährungs¬ und Genußmittelgewerbe. Die beiden letzten Gruppen von Produktionszweigen (tertiär-mittlere und letzte Stadien) umfassen ausnahmslos die Mehrzahl der gewerblich arbeitenden jüdischen Bevölkerung. In der Mehrheit der Teilgebiete sowie im gesamtpolnischen Durchschnitt sind in diesen beiden Gruppen drei Viertel der jüdischen industriell handwerklichen Bevölkerung und noch mehr zusammengepreßt. Bevor wir jedoch weitergehen, ist es notwendig, die Gruppe der sekundären mittleren Stadien einer näheren Betrachtung zu unterziehen. Wir bemerken da bedeutende Schwankungen — von 11,5% in den Wojewodschaften Kielce-Lublin bis 44,4% in Bialystok. Diese Schwankungen entsprechen in umgekehrter Richtung denjenigen der letzten Stadien und hängen mit der Rolle der Textilindustrie in den einzelnen Teilgebieten zusammen. Was die anderen in diese Gruppe fallenden Industriezweige anbetrifft, so ist zu ihrer richtigen Beurteilung ein genaues Eingehen 5) Die hohen Prozentziffern der sekundär-mittleren Stadien in Stadt und Wojewodschaft Lodz sowie in Bialystok beruhen natürlich auf der Textilindustrie, der einzigen größeren mit modernen Produktionsmitteln arbeitenden Industrie, in welcher die jüdische Arbeit in immerhin ansehnlicher Zahl vertreten ist. Diese Industrie und ihre jüd. Eigenartigkeiten verdienen eine besondere Untersuchung. auf die Detailziffern notwendig. Was stellt sich da heraus? Die 9164 in der Metallindustrie beschäftigten Juden verteilen sich auf die einzelnen Fächer wie folgt: Klempner 2386, Schlosser 1434, Schmiede 1032, Juweliere und Goldschmiede 792, mechanische Anstalten 625, Messinggießerei 341, Metallknöpfe 334, Blechschachteln 229, Kupferschmiede 212, Bronzierwerkstätten 167, Herstellung von Metallbetten 124, Lampen und andere Beleuchtungskörper 117, Eisenketten 90, Galvanisierung 77, Metallknöpfe 63; alle anderen Fächer (Drahtweberei, Gabeln und Stecknadeln, Metallöfen u. a.) sind mit weniger als je 50 Beschäftigten vertreten. In der Herstellung von „Maschinen und Apparaten" (3796 Beschäftigte) nehmen die erste Stelle ein die Uhrmacher mit 2173 Beschäftigten, dann folgen Zahntechniker (580), Wagner (274), Herstellung von Wagen und Gewichten(145),landwirtschaftlicheMaschinen (144), Zigarettenhülsenmaschinen (128), optische Instrumente (86) usw. Von den 7133 in der Bauindustrie Beschäftigten sind 2546 Bautischler, 1465 Baumaler, 920 Glaser, 772 Bauspengler und Dachdecker, 540 Ofensetzer, 304 Schildermaler, 208Elektrizitätsinstallateure, 128 Bauschlosser. 87 Schindelmacher, 72 Gasinstallateure. Man sieht: auch hier haben wir es in Wirklichkeit mit Arbeitszweigen zu tun, die eigentlich zum allergrößten Teil nicht in die Kategorie der sekundären mittleren Stadien, sondern in jene der letzten Stadien eingereiht werden müßten. In der Metallindustrie sind es nicht Eisen- und Stahlproduktion, sondern Klempner, Schlosser, Schmiede, Juweliere; in der „Maschinenindustrie" nicht wirkliche Maschinenbauer, sondern Uhrmacher, Zahntechniker, in der Bauindustrie Bautischler, Zimmermaler, Glaser, Bauspengler, keine Produzenten von Baumaterialien,