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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1926-01-01 · Heft 1-3 · p. Seite 17

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
3 (1926) (Neue Folge)
Issue
Heft 1-3
Date
1926-01-01
Page
Seite 17 (sequence 19)
Language
German
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- 17 - den Bände versichert wird, daß auch Betriebe nichtjüdischer Unternehmer untersucht wurden, erfahren wir bloß ganz allgemein, wiev i e 1 Betriebe keine Juden beschäftigen. Aber wieviel nicht jüdische Unternehmer jüdische Arbeiter beschäftigen, wie groß die Zahl der letzteren ist, welchen Prozentsatz der gesamten Arbeiterschaft dieser Betriebe sie bilden — diese und ähnliche Fragen werden nicht einmal berührt. Sind also — außer dem Bialystocker und Drohobyczer Rayon — einzig und allein solche Betriebe untersucht worden, deren Eigentümer Juden sind und in deren Produktion mindestens ein Jude beschäftigt ist? Auch diese Frage wird nicht direkt beantwortet. Aber aus der Tabelle 8 kann man errechnen, daß alle arbeitenden Unternehmer und deren mithelfenden Familienmitglieder den jüdischen Produzenten zugezählt werden. Es kann also mit großer Wahrscheinlichkeit angenommen werden, daß alle Unternehmer, auch die nicht selbst arbeitenden, deren Betriebe untersucht wurden, Juden sind. Aber weshalb sollen wir bei einer derartig wichtigen Frage auf Vermutungen angewiesen sein? Noch eines: Aus dem bisher Gesagten geht doch wohl jedenfalls klar hervor, daß Unternehmen, in welchen kein einziger Jude unmittelbar am Produktionsprozeß beteiligt ist, auch wenn deren Eigentümer Juden sind, mit anderen Worten: Unternehmen von jüdischen Eigentümern, die weder selbst arbeiten noch Juden beschäftigen, auf keinem Fall in den Kreis der Untersuchung fallen. Wir sagen nicht, daß dies nach unserer Meinung so sein soll. Im Gegenteil: Es ist für die jüdische Wirtschaftsforschung von großem Wert, statistisches Material über judenreine . . . jüdische Unternehmen zu haben. Aber bei dieser Enquete wurden ja derartige Betriebe ausdrücklich ausgeschlossen! Es stellt sich jedoch heraus, daß eine Anzahl derartiger Betriebe trotzdem in die Enquete hineingeraten sind. Bei mindestens sechs Betrieben ist das aus den Tabellen selbst zu ersehen (2 Färberei- und Druckereibetriebe mit 9 Arbeitern in Bialystok, eine Gießerei mit 11 Arbeitern und 2 Sortierungsbetriebe mit 25 Arbeitern in der Bialystoker Wojewodschaft, eine Schnitzerei mit 4 Arbeitern in Galizien). In all diesen Betrieben beteiligten sich die Unternehmer nicht an dem Produktionsprozeß und alle Arbeiter sind Nichtjuden. Natürlich spielen diese wenigen Betriebe keine Rolle und das ganze wäre kaum der Erwähnung wert, wenn die Sicherheit gegeben wäre, daß es die einzigen sind. Aber diese Sicherheit ist nicht gegeben. Denn wenn solche Fälle überhaupt vorkommen konnten, woher können wir dann wissen, ob nicht zahlreiche ähnliche Fälle in verschiedenen Durchschnittsziffern versteckt sind, die nicht so durchsichtig sind, wie die gebrachten? Es soll hier auch kurz auf die Art und Weise hingewiesen werden, in der diejenigen Tabellen entstanden, die sich auf die bereits vor dem Kriege bestandenen Betriebe beziehen. Dieses ganze Material stützt sich auf die Angaben, die von den Unternehmern gemacht wurden, in sehr vielen Fällen auf Grund ihres . . . Gedächtnisses. Den Wert dieser Ziffern kann man schon daraus ermessen, daß in der Einleitung zum Gesamtwerk ausdrücklich zugegeben wird die Möglichkeit einer „tendenziösen Beantwortung gewisser Fragen, die sich auf die Vorkriegsverhältnisse, die Größe der Kriegsschäden, der Kredite usw. bezogen; die Tatsache, daß die Enquete im Namen des J.D.C. duichgeführt wurde, und die Hoffnung auf eventuelle materielle Hilfe konnte die einen zu übertriebenen Ausgaben über die erlittenen Schäden, die anderen zum Renommieren mit ihrer wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit ver-

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