Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 3 (1926) (Neue Folge)
- Issue
- Heft 1-3
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 9 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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- 9 — bezweckte. Der Verband selber ist jetzt aufgelöst, aber von den von demselben ausgegangenen Institutionen wirkt noch eine Darlehnskasse. Die russischen Juden haben außerdem auf mannigfache Art durch die alte mosaische Glaubensgemeinschaft Unterstützung erhalten. Erwähnt sind schon die beiden jüdischen Freischulen und ferner muß auch auf die „Praemieselskabet til den mosaiske Ungdoms Anbringelse i Kunst og Haandvaerk" (Prämiengesellschaft zur Unterbringung der mosaischen Jugend in Kunst und Handwerk) verwiesen werden, die u. a. Darlehen zur Errichtung selbständiger Betriebe gewährt, und im großen Umfange den russischen Juden geholfen hat. Als die Einwanderung der russischen Juden nach Kopenhagen einsetzte, mußten sie mit den Wohnungen sich begnügen, die gleichzeitig in bequemer Lage zu ihren Arbeitsplätzen als auch zu den beiden mosaischen Schulen lagen. Deshalb ließen sich die Neueinwanderer meistens in den kleinen Straßen im Inneren der Stadt nieder, wo noch ein großer Teil von ihnen wohnt. Aber allmählich breiteten sich die russischen Juden über größere Teile der Hauptstadt aus. Wichtig sind natürlich die Wohnverhältnisse der russischen Juden. Im ganzen waren im Jahre 1921 601 Familien Inhaber eigener Wohnungen und von ihnen hatten 9 andere russisch-jüdische Familien bei sich. Tabelle e gibt Angaben über die Anzahl der Zimmer dieser Wohnungen und die Größe dieser Hausstände. Tabelle e. jZeit der Einwander Anzahl Bewohner Wohnungen m i t vor 1906 1906 bis 1913 1914 u. danach Im ganzen - CM CO r}< iO CO t~- CO o> 10 und darüber Im ganzen davon in Zwischenu. Hintergeb. 27 211 44 282 20 38 46 53 48 25 26 13 10 3 282 103 3-4 ....... 45 189 30 264 13 33 '52 49 48 27 12 17 13 264 64 5-7 . ....... 13 16 21 50 3 7 4 10 6 5 5 1 6 50 5 8 „ und darüber. . 1 4 5 2 1 1 1 5 Im ganzen 86 416 99 601 20 54 86 111 | 107 83 59 1 31 28 | 22 601 172 Untenstehende Tabelle f legt dar, wie sich die Wohnverhältnisse der russischen Juden im Vergleich zur Gesamtbevölkerung stellen. Tabelle f. Russische Juden «uca ,„ M2Seingewandert 20 Wohnungen mit -- E uSN 03 Sc—' vor 1906- 1914 u. Im u C v M<U O.C 1906 1913 später ganzen 1 Zimmer . . . 2,3 9,6 6,1 8,0 9,5 2 , .... 29,1 41,1 38,4 38,9 38,2 3 . ---- 30,2 33,4 14,1 29,8 21,9 4 ..... 22,1 12,0 16,2 14,1 16,7 5 , u. darüber 16,3 3.9 25,2 9,2 13,7 Im ganzen 100,0 100,0 100,0 100,0 100,0 Die Wohnverhältnisse sind also für die russischen Juden weniger günstig als für die Gesamtbevölkerung, ohne daß der Unterschied ein besonders bedeutender ist. Es muß aber berücksichtigt werden, daß die russisch-jüdischen Hausstände mit ihren vielen Kindern zahlenmäßig groß sind. Hierdurch ist die Durchschittszahl von Personen je Zimmer, die als eine Art Generalmesser für die Bevölkerungsdichte der Wohnungen benutzt wird, und für die ganze Bevölkerung 1,17 ausmacht, für die russischen Juden ziemlich hoch (1,73). Aus der Tabelle f ersehen wir, daß unter den Woh-