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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1926-01-01 · Heft 1-3 · p. Seite 7

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
3 (1926) (Neue Folge)
Issue
Heft 1-3
Date
1926-01-01
Page
Seite 7 (sequence 9)
Language
German
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Nach Tabelle d haben die russisch-jüdischen Versorger, die vor dem Jahre 1907 nach Kopenhagen gekommen sind (Gruppe a). und die beste Gelegenheit hatten, sich den Verhältnissen Kopenhagens anzupassen, eine wesentlich günstigere gewerbliche Zusammensetzung als die in den Jahren 1907 bis 1914 eingewanderten (Gruppe b), die also eine kürzere Zeit in Kopenhagen gewesen sind. Von den männlichen Versorgern in der ersten Gruppe machen die industriellen Arbeiter nur 48,4 v. H. aus gegen 70,1 v. H. in Gruppe b, während Gruppe a eine größere Anzahl industrieller Hauptpersonen und selbständiger Kaufleute umfaßt. Wird dies mit meinen früheren Untersuchungen verglichen, welche zeigten, daß die russischen Juden zur Zeit der Einwanderung beinahe alle dem Arbeiterstand angehörten, der z. B. sowohl 1906 als 1911 über 4/6 sämtlicher russisch-jüdischen Versorger umfaßte, darf man hieraus die Schlußfolgerung ziehen, daß ein soziales Aufrücken stattgefunden hat, die für die Einwanderer am bedeutendsten ist, die die längste Zeit in Dänemark wohnten,, und von denen ein Teil sich zum selbständigen kleinen Meister oder zur selbständigen Handelstätigkeit emporgearbeitet hat. Die kriegseingewanderten Juden nehmen nach der Tabelle eine Sonderstellung unter den russischen Juden ein, indem sie sowohl in den freien Berufen als auch im selbständigen Handelsbetrieb einen höheren Prozentsatz als die beiden anderen Gruppen betragen, während nur wenige körperliche Arbeit leisten. Dies stimmt mit einer auf Grund des Volkszählungsmaterials vom Jahre 1916 vorgenommenen Untersuchung überein, die zeigt, daß ein nicht geringer Teil der kriegseingewanderten Juden den höheren sozialen Bevölkerungsschichten angehörten und nach Kopenhagen gekommen waren, die goldenen Zeiten des Krieges zu Geschäften auszunutzen Von großer Bedeutung für die Zukunftsmöglichkeiten der russischen Juden in Dänemark ist ihre Unterweisung, vor allem während der Jugendzeit. In Kopenhagen existieren zwei gute Schulen für unbemittelte jüdische Kinder. Diese Schulen werden durch jüdische Legate und andere Geldmittel erhalten, welche in den letzten Jahren recht bedeutend gewesen sind, u. z. so, daß den Schülern ein unentgeltlicher Unterricht zuteil wurde. Um das Jahr 1900 wurde die Anzahl der Schüler immer kleiner, weil die Eltern der alten jüdischen Gemeinschaft mit zunehmendem Wohlstand im stets steigenden Grade ihre Kinder — besonders die Knaben — in die höheren Schulen schickten. Aber ungefähr zu dieser Zeit fing der Einwandererstrom armer russischer Juden an, deren Kinder anfänglich1) beinahe ausschließlich die beiden jüdischen Schulen besuchten, welche den Schülern mehr Kenntnisse als die Gemeindeschulen vermittelten und zugleich den Eltern eine jüdische Erziehung gewährleisteten. Durch diesen Zufluß fremder Kinder erhielten die Schulen eine ganz neue und von der bisherigen ziemlich verschiedenartige Klientel, die in einer gewissen Uebergangszeit die Leitung vor schwierige Aufgaben stellten. Während noch wenige Jahre vorher befürchtet wurde, daß man die Schulen wegen Mangels an Schülern schließen mußte, trat ein plötzlicher Umschwung der Verhältnisse ein: Die Anzahl der Kinder stieg so stark, daß es notwendig wurde, neue geräumige Gebäude sowohl für die Knabenals für die Mädchenschule zu errichten. l) Jetzt besuchen eine große Anzahl russischjüdischer Kinder die Gemeindeschulen, namentlich in Fällen, wo die Eltern in großer Entfernung von den beiden jüdischen Schulen wohnen.

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