Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 3 (1926) (Neue Folge)
- Issue
- Heft 1-3
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 6 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Ueber die Erwerbsverhältnisse der russischen Juden wird folgendes mitgeteilt: Bei der Zählung im Jahre 1921 gab es im ganzen 936 russisch-jüdische Versorger. Von diesen gehörten 47 den freien Berufen, 670 dem Handwerk und der Industrie, 184 dem Handel und der Verkehrstätigkeit an, während sich die wenigen übrigen auf verschiedene andere Erwerbsgruppen verteilten. Die freien Berufe umfassen namentlich Lehrer, Musiker, Ingenieure sowie einige Journalisten, Schriftsteller, Künstler uud Studenten. In der Industrie wurden 111 Hauptpersonen und 559 Arbeiter gezählt. Nur ein verhältnismäßig geringer Teil hat sich in der Industrie zur Selbständigkeit emporgearbeitet. Hierbei nimmt die Bekleidungsindustrie einen hervorragenden Platz ein; so gibt es 46 Schneider¬ und 21 Schuhmachermeister nebst einigen Hut- und Mützenmachern. Die Arbeiter gehören meist denselben Berufen wie die Meister an. Die Frauen sind größtenteils Näherinnen. Von männlichen Schneidergesellen gab es nicht weniger als 302, von Schuhmachern 48 und von Hutmachern 20. Dagegen sind nur wenige russische Juden als Bauhandwerker, Metallarbeiter oder ungelernte Arbeiter beschäftigt. Nach den auch T a b e in anderen Ländern gemachten Erfahrungen wählen die eingewanderten jüdischen Arbeiter mit Vorliebe die Industrien, die Fingerfertigkeit und Geschmack verlangen, während sie sich solcher Beschäftigungen enthalten, die eine schwere körperliche Arbeit erfordern: Im Handelsbetrieb sind als Unternehmer 23 Großhändler und 25 Kaufleute tätig, außerdem gibt.es einige Juweliere und Trödler und mehrere „Höker". Die russischen Juden gehörten bei der Volkszählung 1921 überwiegend noch den Unterklassen an (mehr der Industrie als dem Handel), und die nicht besonders vielen industriellen Hauptpersonen sind in solchen Berufen zu finden, wo keine scharfe Grenze zwischen der Stellung als Gehilfe und als selbständiger Gewerbetreibender besteht, und wo das Vorhandensein eines großen Kapitals für die Gründung eines eigenen Geschäfts nicht erforderlich ist. In untenstehender Tabelle d, welche die berufliche Verteilung der russisch-jüdischen Versorger in Prozenten ausgedrückt zeigt, sind sie in 3 Gruppen angeordnet, je nachdem die Einwanderung vor 1907, 1907—14 oder nach dem Jahre 1914 stattgefunden hat (kriegseingewanderte Juden). 11 e d. eingewandert vor dem Jahre 1907 eingewandert 1907-14 Kriegseingew. russische Juden Im ganzen i—■ a c c o >~ b c c o i— c c n <U c c <u c c OT £ <u 3 cc i-. Gu n <w bß S c c TO £ <u 3. CO £ e CS M E c X3 s <u 3 CO Ui iL, c s? tao S C G «3 £ a 3 CO i* Ü+ c CO bO 6 Hauptpersonen im Handwerk und in der Industrie...... Hauptpersonen im Handel . . . Gesinde.......... Ohne Angabe........ 3,1 18,8 48,4 14,6 12,5 2,6 4*2 64,6 2,1 16,7 6,2 6,2 3,3 15,0 51,7 12,1 13,3 1,3 3,3 2,0 15,5 70,1 6,1 5,8 0,5 1,2 1,2 70,1 17,2 4,6 5,7 1,9 13,2 70,1 5,1 7,7 0,7 1,3 20,1 3,7 36,6 23,9 12,7 3,0 6,7 43,3 6,7 13,3 6,7 23,3 — 5,4 14,3 58,9 11,3 8,7 1,4 3,0 0,6 63,6 1,8 16,4 5,5 9,1 5,0 11,9 59,7 9,6 10,0 1,0 2,8 Im ganzen 100,0 100,0 100,0 100,0 100,0 100,0 100,0 100,0 — 100,0 100,0 100,0