Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 2 (1925) (Neue Folge)
- Issue
- Heft 2
- Date
- 1925-01-01
- Page
- Seite 31 (sequence 33)
- Language
- German
- Belongs to
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- Odesa 1× ep/1000834
- Vilnius 1× ep/1000947
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o 1 — M — berkulosesterblichkeit pro 10 000, so bekommen wir eine Steigerung um fast das Fünffache. Etwas kleiner ist die Tuberkulosesterblichkeit in Petersburg, aber auch hier steigt sie rasch in den jähren des Krieges und der Revolution, Tuberkulosesterblichkeit bei den Juden in Petersburg während des Krieges. (Auf 10 000 Lebende berechnet) Jahr Juden Christen 1910—1914 14,7 34,3 1915—1917 15,9 36^1 1918—1920 23,0 42,7 Auch in Warschau sehen wir eine rapide Zunahme der Tuberkulose-Mortalität im Kriege. Jahr Auf 10000 jüd. Einw. starben an Tbc. 1915 20,0 1916 44.5 1917 54,2 1 ni o r;iy imr& i^i^? o 26, Deutschland kennt keine Statistik über die Tuberkulosemorbidität Eine Umfrage, die Haltrecht an verschiedene jüdische Kran« i_—i-i.ijf^_______^.ix^i« ftCUliaUSer, W UlUiaiii IbaiiblüilCii CLL. iicilicic, ergab, daß in der Nachkriegszeit die akuten Fälle der Lungenschwindsucht, die in der Regel mit dem Tode enden, häufiger geworden sind, daß die Zahl und die Schwere der Tuberkuloseerkrankungen zugenommen hat Außerdem ergab diese Enquete, daß die Tuber k ulo s e erfc r a nkungen trotz der Abnahme der Sterblichkeit nach dem Kriege sich immer mehr häufen; besonders tritt dies bei den Kindern in Erscheinung, bei denen die Tuberkulose erst jetzt manifest wird. Diese Tatsache wird auch seitens vieler Kinderärzte bestätigt Auch unter den jüdischen Kranken» Schwestern macht sich eine Ausbreitung der Tuberkulose bemerkbar. So z. B. war von den 120 Krankenschwestern, die dem „Verein für jüdische Krankenpflegerinnen" in Frankfurt a. M. vom Jahre 1893—1914 angehörten, keine einzige tuberkulös, während in der Kriegs- und Nachkriegszeit unter 100 Schwestern sieben tuberkulös sind. Viel schlimmer steht es mit den Juden der östlichen Gebiete Polens, die sich in der Nähe der Kampfgebiete befanden. So haben wir in Wilna im Jahre 1921 unter 1000 kranken Juden 700 tuberkulös. Noch trauriger sind die Verhältnisse in Sowjetrußland. Von den Patienten der Tuberkulose-Fürsorgestelle des Ukrainischen Roten Kreuzes in der Stadt Krementschug waren 80 <y0 Juden. Im Tuberkulose-Dispensaire der Stadt Elisawetgrad bildeten die Juden im Jahre 1923 50 % aller behandelten Schwindsüchtigen. Nach ihrem Anteil an der Stadtbevölkerung hätten sie eine viel kleinere Anzahl Tuberkulöser aufweisen müssen. Im zentralen Tuberkulose-Dispensaire der Stadt Odessa bildeten die Juden 50,7 o/0 aller dort behandelten Tuberkulösen, die Russen nur 43,3 %. Wir wissen aber, daß der Anteil der Juden in der Bevölkerung von Odessa nur 44 o/o, der der Russen 47,8 o/o ausmacht. Wir haben also in Odessa ein stärkeres Befallensein der Juden an Tuberkulose, als bei der rassischen Bevölkerung, während vor dem Kriege das Gegenteil der Fall war. Auch der Anteil der Juden an den Tuberkuloseinvaliden ist ein viel höherer als der der übrigen Bevölkerung. Von 2688 Tuberkuloseinvaliden in Odessa (1920—1922) waren 1 CX£ X**A A U ELÖ A.-. IJJJ JUUCII, U. 11. Jü U/U. T\l r> T««w!•» ^> i-4~ - * uic juucii naucsi aber nach ihrem Anteil in der Bevölkerung nur 1148 Invaliden aufweisen müssen. Wir haben also um 36 o/0 mehr jüdische Tuberkulose-Invaliden, als dem Anteil an der Bevölkerung entsprechen würde, Was den Grad der Invalidität anbetrifft, so haben wir auch hier bei den Juden die ungünstigsten Zahlen, Juden Nichtjudcn Gänzlich arbeitsunfähig * ■* *^ n i •%*•*•• jv j» s*k xy i « .o. /■» i § 11?s?ül invji tinitmi m i v/- 1 u u ui _ wuv ,q i« - m»«"«v *~ #a * >i - / o vtirtUi mrÜ «•« -»11 a a««Vc<1 11»4" UI1.1II gatfi£.aä<L.M QLl l/Cl&Ot4lAi. (99-65% Invalidität) verhältnismäßig arbeitsunf. 36% 35,0% (65 % Invalidität) 24 % 44,5 % Wir sehen also, daß die Tuberkulose unter den Juden in Rußland viel schlimmer wütet, als unter der nichtjüdischen Bevöl- Kerung. Frfö TisKot-lr«i1i^oo- U<*± rs-~. fitrrr^rs-s ö R Qltf^n \rr\V ' j. ■ UJU*VI I\UiV/OV ÄiÖLL ilU LW,i g UiliUiJ » x> a dem jüdischen Kinde nicht haltgemacht. So wurde in Deutschland von den jüdischen Kinderentsendestellen eine enorme Zunahme der Zahl der tuberkulösen Kinder festgestellt. S'^fgaBBS'«