Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 2 (1925) (Neue Folge)
- Issue
- Heft 2
- Date
- 1925-01-01
- Page
- Seite 22 (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
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- 22 - Eine genaue Altersgliederung läßt sich erst für das 19, Jahrhundert aufstellen j, und zwar 1. auf Grund der Populationslisten der israelitischen Gemeinde, 2. auf Grund der Verzeichnisse der in die Stättigkeit und in den Schutz Eingeschriebenen (1808) und mit Hilfe der amtlichen Quellenwerke. Es sei hier nur die Altersgliederung, wie sie sich aus Nr. 2 u. 3 darstellt, wiedergegeben, da doch die Populationslisten aus der gleichen Zeit stammen wie das Verzeichnis von 1808. Unter Nr. 3 sind zu nennen: die genaue Altersgliederung in dem Jahre 1858 und die Zahl der schulpflichtigen Kinder nach der Volkszählung des Jahres 1864.1) Es waren nach dem genannten Verzeichnisse im Jahre 1808: Alter Statt igkeitsjuden Schutz» juden Summe Unter 1 Jahr 24 15 39 1— 5 Jahre 312 94 406 6—10?? 260 70 330 11—15 5* 176 52 228 16—20 177 72 249 21—25 1) 179 <r\ r*i öö r~ m ZO/ 26—30 >1 126 116 242 31—35 39 109 82 191 36—40 133 QA Vvj 229 41—45 :5? 109 65 174 46—50 ,*« 111 66 177 51 55 3) 92 45 137 56—60 41 73 51 124 61—65 $y 60 40 100 66—70 $i 41 39 80 71—75 18 34 52 76—80 m 9 18 27 18—85 yj 5 6 11 86—90 ■3y 1 i r\ ä 3 Summe : 2015 1051 3066 Die graphische Darstellung dieser Tabelle, bei der die unter ein Jahr alten Kinder zu den 1—5jährigen gerechnet wurden, ergibt für die Gesamtbevölkerung eine Spindelform, wie sie nach Georg von Mayr 3) von einer Bevölkerung mit viel Wanderungszuwachs zu x) Beiträge, Band 1 und 2. &) uer Unterschied in dieser Summe gegenüber den oben gegebenen Zahlen ist so zu erklären, daß nur bei 16 der nicht mehr anwesenden Schutzjuden das Alter angegeben war und auch in diese Tabelle mit aufgenommen wurde. 3) Band 2 § 30, S. 77. erwarten ist. Wenn wir es auch hier nicht mit einem eigentlichen Wanderungszuwachs zu tun haben, denn dieser war doch durch die Stättigkeitsordnung (1616 und 1807) unmöglich gemacht, so mußte doch die plötzliche Aufnahme aller Schutzjuden im Jahre 1807 in dieser Weise wirken. Vom 60. Lebensjahre an etwa, wo wir nicht mehr mit Wanderungen zu rechnen haben, ist die Pyramidenform fast genau. — Besonders interessant ist ein Vergleich zwischen dem Altersaufbau der Stättigkeitsjuden mit dem der Schutzjuden. Er zeigt, wie sehr sich die Gruppe der Schutzjuden im allgemeinen aus Zugewanderten zusammensetzt. Die einzelnen Altersklassen bis zu 15 Jahren sind bei den Schutzjuden in viel geringerem Verhältnis vertreten wie bei den Stättigkeitsjuden; es müßten dann 402 0- bis 15jährige gewesen sein, während es nur 231 sind. Für die folgenden 15 Jahre nimmt die Zahl der Schutzjuden erheblich zu, so daß sie in der Gruppe der 26—30 Jahre alten Personen fast gleich ist mit der der Stättigkeitsjuden. Hier zeigt sich also im besonderen Maße der Charakter dieser Bevölkerungsgruppe als Einwanderungsbevölkerung. Es muß gerade für diese Altersklassen die Erscheinung am deutlichsten auftreten, weil die meisten Zugewanderten in diesen Jahren stehen. Für die späteren Altersklassen ist der zahlenmäßige Unterschied zwischen Stättigkeits- und Schutzjuden nicht mehr so groß wie in den ersten Jahren. Daß die Aeltesten, die von 70 Jahren an, bei den Schutzjuden sogar mehr sind als bei den Stättigkeitsjuden, liegt wohl daran, daß nach § 40 der Stättigkeit (1807) ein Witwer im Alter seine Stättigkeitsnummer an seine Kinder abgeben konnte. Aehnliches " ' <J> schrieb auch § 51 für die Witwen vor. Die so aus der Stättigkeit ausgetretenen Personen wurden in den Schutz eingeschrieben.1) Für einzelne Altersklassen den Anteil an der Gesamtbevölkerung zu berechnen, hätte keinen großen Wert, da uns für diese Zeit jeglicher Maßstab fehlt. — Was die Kinderzahl pro Haushaltung] anlangt, so hat sie Bücher für die Mitte des 15. Jahrhunderts berechnet; in gleicher Weise seien hier die Zahlen, die sich aus den Visitationsiisten 3) Stättigkeit (1807), § 50 f.