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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1925-01-01 · Heft 2 · p. Seite 4

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
2 (1925) (Neue Folge)
Issue
Heft 2
Date
1925-01-01
Page
Seite 4 (sequence 6)
Language
German
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statistische Unterlagen hat es früher kaum j und für die neuere Zeit überhaupt nicht MMMAtl. A>« t "\ " v-v CM.t*"J.««44M A»A»<*t<l A** < >•■». ««« A *» gcgcucu. jl/ic oviiai/.uii^s>^asiicii, uic nicsn bisher nannte, mögen aus den Nöten der einzelnen Gemeinden heraus gesehen, wohl verständlich sein, sind aber mit der Wirklichkeit der Zahlen nicht in Einklang; zu bringen. Nach den Unterlagen, die die <3 ' «>• * Hauptstelle auf Grund ihres Meldesystems sich zu verschaffen, in der Lage war, ist zu sagen, daß die Wänderfürsorge zwar ein auf den einzelnen Gemeinden überaus schwer lastendes Problem ist, daß dringend den Versuch einer Beherrschung heischt, das aber in seiner Quantität keineswegs den Vorkriegsstatus übersteigt. In ihrem zweiten Rechenschaftsbericht gab die ehemalige deutsche Zentrale für jüdische Wanderfürsorge die Zahl der Wanderarmen, die Deutschland in dem Jahre 1911 und 1912 durchzogen, auf ca. 20 000 an. Diese Zahl dürfte auf Grund der genauen neueren Statistik heute nicht überschritten werden. Besonders starke Frequenz wiesen die drei Provinzialkassen Berlin, Frankfurt/M. und Köln/Rh. auf. Köln j als Auffangsstation für all die Wanderer, j die aus dem Westen und von Uebersee! kommen, Frankfurt als großes jüdisches I Zentrum und Berlin naturgemäß als Mittelpunkt des Reiches und der Wohlfahrtspflege. Eine ganz besonders wichtige Rolle im ganzen System der Organisation spielt Breslau, als StützDUnkt für die Rückwanderung. -' X . *—' Die Reisegründe sind verschiedene: Die Wanderung stellt sich einerseits dar als eine Rück wander ungbewegung vom Westen nach dem Osten. Die Wanderung vom Osten nach dem Westen und nach Uebersee — Deutschland als natürliches Durchgangsland ist im Augenblick keine Wanderung von Wanderarmen. Sie ist eine durchgängige Wanderung entweder von Grenze zu Grenze oder von der Grenze zur Hafenstadt Die "Neueinwanderung: aus dem Osten stellt nur ein ganz geringes, nicht ins Gewicht fallendes Kontingent von Wanderern. Neben dem Typ der Rückwanderer, herrscht andererseits jene Kathegorie von Menschen vor, die aus vielfachen Gründen sich auf die Suche nach Arbeit begeben. Diese Wanderung ist — so begreiflich sie auch immer sein mag; — ziellos und sinnlos, da die Möglichkeiten der Arbeitsaufnahme am fremden Ort kautn oder nur in seltenem Falle gegeben sein dürften. ~ __4.--___^ o _ - _ i_ ___ i-jauszuszii spicicii uctiui gcuictu aucii aiiucrc Gründe eine Rolle, wie Arbeitsantritt, Familiejibesuche, Krankenhausbehandlung, Reisen zu Konsulatsbehörden usw. (S* Tabelle I, ,11, III.) ' Genauere Angaben über die einzelnen Herkunftsländer der Wandernden lassen sich schwer geben; im allgemeinen ist es so. daß ein Drittel der Wandernden deutschen und zwei Drittel nichtdeutschen Ursprungs sind, je mehr die Verhältnisse im Osten sich politisch konsolidieren, die arbeits- und ausländerrechtlichen Bestimmungen Deutschlands enger und drückender werden, je schlechter die Wirtschafts- und damit die Arbeitsmarktlage sich gestaltet, umso mehr tritt die inländische Wanderung in den Vordergrund (s. Tabelle IV). Die Altersgliederung zeigt die stärkste Wanderung im besten Mannesalter zwischen 25 und 35 Jahren (s. Tabelle V). In bezug auf die Kosten zeigen die Ermittlungen der Hauptsteile, daß die Zahlen, die im allgemeinen über den Aufwendungen der Gemeinden genannt werden, wenn auch nicht übertrieben, so doch bestimmt zu hoch gegriffen sind. Den Hauptteil aller Kosten machen die Fahrspesen aus. Es wird als dringendste Notwendigkeit für die Tätigkeit der Häuptstelledie Aufgabe angesehen werden müssen, einen Weg zu finden, der diese unproduktiven Ausgaben — sofern sie nicht Ausgaben für Heimatsrückwanderung sind — in produktive verwandelt Einer der stärksten Faktoren hierfür ist zweifelsohne der Arbeitsnachweis. Man kann heute in Deutschland von einem jüdischen Arbeitsnachweiswesen nicht sprechen. Es sind zwar aller Orten Ansätze hierfür vorhanden, doch haben diese Zwergarbeitsnachweise keine auch nur irgend entscheidende Bedeutung. Sie beschäftigen sich mit zeitweiliger Arbeitsvermittlung auf caritativer Grundlage. Wirkliche Bedeutung; haben nur die Arbeitsnachweise Berlin und Frankfurt/M. Dies zeigt schon rein äußerlich ein Vergleich der Frequenzziffern und j der Verm i t tlungszah!en des Jahres 1924:

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