Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 2 (1925) (Neue Folge)
- Issue
- Heft 2
- Date
- 1925-01-01
- Page
- Seite 3 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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_ 3 - Der Arbeitsnachweis hat zwar eine seiner Wurzein in der Caritas, hat aber selbst mit caritativer Tätigkeit nicht mehr das Geringste zu tun. Er ist ein Instrument der Wirtschaft; als wirtschaftspolitischer Faktor ist jn.aM TT a*1 s-tr» « w?+-**l*r*.r%\% *> -C4-/">*"» r\ r» 4-/> * * n Ci ich Cüicö wiiIStiiauciiutii vjcaa.uiid)rötciüö und als Teil dieses Systems seinen Bedingungen;' Erfordernissen und 8chwankungen unterworfen. Wollte man also die Wanden fürsorge im wesentlichen und allein auf dem Arbeitsnachweis aufbauen, so baute man zwar auf besserem und sinnvollerem Grunde als je vorheraber Immerhin doch auf schwankendem. Deshalb wird die Wanderfürsorge daran gehen müssen, Arbeitsmöglichkeiten in gewissem Umfange unabhängig von der steigenden und fallenden Kurve des Ä t-H<=k«+orM arlr+A-c *7ii c^Koflpn H Ii Arhpile- 4 ILß ViiOliiWi ilCvO 4Ü. v*. O^JLaCx&jl^-Jla, Vä. a. ü. » Stätten mit primitiver und vorübergehender und Arbeiterkolonien mit erdgebundener und länger währenden Beschäftigungsmöglichkeit. Das ist im Prinzip und in großen Zügen das Programm der Hauptstelle. Es soll nunmehr in Kürze das Tatsächliche erörtert werden: I. Stand und Aufgabe der Organisation, II. Umfang, Kosten, Gründe und Gliederung der Wanderang. III. Stand des jüdischen Arbeitsnachweiswesens. IV. Problem der Arbeitsstätte und Arbeitskolonie. i. Als die Hauptstelle ihre Aufbauarbeit begann, fand sie von der alten Organisation der ehemaligen deutschen Zentrale für jüdische Wanderfürsorge nicht mehr das Geringste vor. Die Organisation war in ihrem cafn+oiifV»oii rlf>n aiiRprr»rHpn+1ir,hpn Frfnr- V»VOUUl tUMIUUU UVll A v&vn tiAvuvA« jwaaw» dernissen, die die Kriegs- und Nachkriegsjahre an sie stellten, nicht gewachsen gewesen. Die Hauptstelle konnte vielmehr an die großzügiger ausgebaute Organisation des Arbeiterfürsorgeamtes der jüdischen Organisationen Deutschlands anknüpfen, mußte es sich aber von vornherein zur Aufgabe machen, ihre Provinzialkassen in die Provinziai- und Landesverbände einzuordnen, weil diese ja auch die finanziellen Träger werden sollten. Zu Beginn ihrer Organisationsarbeiten veranstaltete die Hauptstelle eine Enquete, die ca. 300 Gemeinden in ganz Deutschland erfaßte. Diese Enquete zeigte mit aller Deutlichkeit, daß die Zustände unkontrollierte? w;«*.^rt^,M^ ««^i^irs----_ m WdJIUClUllgl illlillCi Uli 11.4llLFcll CiL JLU WUUW drohten, sie erwies des weiteren, daß die Lasten der einzelnen Gemeinden unverhältnismäßig große waren, daß sie aber in keinem Verhältnis standen, zu der Hilfe, die in systematischer Form mit dem gleichere Aufwand von Mitteln den Wandernden hätte gebracht werden können» Die Reorganisation begann im Freistaal Sachsen und konnte sehr schnell in dem angrenzenden Staaten und Provinzen fortgesetzt werden. Bisher sind folgende Bezirke organisiert ö Ö und einheitlich zentralisiert worden: Niederschlesien mit Breslau, Freistaat Sachsen mit Leipzig, Sachsen-Anhalt-Thüringen mit Magdeburg und Erfurt, Brandenburg mit Berlin^ Pommern mit Stettin, Ostpreußen mit Königsberg (Grenzstelle Eydtkuhnen), Hannover mit Hannover, Westfalen mit Bochum, das Rheinland mit Köln, Württemberg mit Stuttgart, Hessen und Hessen-Nassau mit Frankfurt und Kassel, Bayern mit München, Fürth und Würzburg. Es fehlen nunmehr nur noch Baden, die Pfalz und Oberschlesien. Von besonderer Wichtigkeit dürfte die Einrichtung von Grenzbüros an der bayerischer* Grenze sein, die in Kürze dort stabiliert werden sollen. Diese Büros sollen in &e.~ o wissem Sinne Anfangsstationen unkontrolliert ter, zielloser Einwanderung sein. Von ausschlaggehender Bedeutung ist die Schaffung korrespondierender Organisationen in Oesterreich und der Tschechoslowakei, die beide ebenfalls um die Bewältigung der gleichem Prnhlpmp rirsnrpti PJti A r»or»l-iltiR unA **vr» ä * WlVUlV JS IJLlg VII.. M-*llM. 1 IIIOWIIIUU VA.JI&V8, V-JLAa Zusammenarbeiten mit dem Ausland ist deshalb so wichtig, weil jede organisatorische Maßnahme, die in Beziehung auf das Wanderproblem getroffen wird, nicht territorial umgrenzt sein kann, da: ja auch die Wanderung keine Grenzen kennt, immer in territorial war und bleiben wird. iL Wie groß ist nun die wirkliche Größe und Gliederung, der Wanderung? Genaue