Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 2 (1925) (Neue Folge)
- Issue
- Heft 1
- Date
- 1925-01-01
- Page
- Seite 42 (sequence 44)
- Language
- German
- Belongs to
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— 42 - phinisten, Kokainisten) häufiger bei den Juden, was aber im wesentlichen mit ihren Berufen, insbesondere als Städtebewohner zusammenhängen dürfte. Aehnliche Gründe spielen sicherlich auch mit bei der bei den Juden des Westens so häufig auftretenden progressiven Paralyse, Sie hängt von der früheren Infektion mit dem Syphiliserreger ab. Welche Faktoren dabei noch mitspielen, sei in diesem Zusammenhang nicht erörtert. Der prozentualen Häufigkeit nach werden die Juden in bezug auf die Paralyse noch von vielen andern Völkern weit übertroffen. Nach Sichel und Heller ist ein Zurückgehen in den letzten Jahren deutlich nachweisbar. Nach der Darstellung von Heller, dessen Material in sofern eine Auslese darstellt, als es sich auf bürgerliche Kreise der Großstadt Berlin beschränkt, starb von diesem Beobachtungsmaterial jeder 15. jüdische Mann an Paralyse (Neurol. Zentralbl.' 40. Jahrg. 1921).;„ __r")____/_u_i.1: _i_ _ •-•it__x i-mc m ganz, oaVciu (samiiHJiie uneiuliche und private Anstalten) durchgeführte Untersuchung ergab während der Jahre 1908—20 8,2 % Paralytiker unter den gesamten Aufnahmen der Anstalten, davon waren 134 jüdische Paralytiker, das sind 0,15 % der Gesamtaufnahmen bei einem jüdischen Bevölkerune-santeil in Bavern von t? «3» jf 0,58 %. Unier den jüdischen Geisteskranken machen die jüdischen Paralytiker 9,8 % im Gegensatz zu 8,2 °/0 bei der nichtjüdischen Bevölkerung aus. Besonders erwähnenswert ist das Geschlechterverhältnis, das bei den jüdischen Paralytikern früher 7—8 Männer zu I Frau betrug und jetzt 2,4 zu 1 ist, während bei den Juden in Bayern erst auf 25,6 Männer eine Frau kommt. In bezug auf Einzelheiten des klinischen Bildes und der charakterologischen Ergebnisse muß auf das Original (Archiv f. Rass. u. Gesellsch. Biologie Bd. 16 Heft 1, München 1924). Die Dementia praecox, die Verrücktheit im engeren Sinne, ist eine bei Juden sehr häufige Geistesstörung, nach P i 1 c z bei weiblichen jüdischen Geisteskranken die am meisten vorkommende. Nach Sichel sei auch diese Krankheit sehr stark zurückgegangen und auch die Prognose habe sich gebessert. Gleich P i 1 c z beobachtete auch Sichel häufig einen cirkulären Verlauf. Die modernen Untersuchungen Kretschm e r s, der einen engen Zusammenhang zwischen Körperbau und Charakter erkennt und der die Dementia praecox hauptsächlich bei dem, bei den Juden so häufig vort__ ■* __2.1 " _ 7_ Ff* C < t .• fjj Kuiiiiiienüeii aMfiemsCueii ivpUS länfl, läßt bei den Juden ein sehr häufiges Vorkommen als wahrscheinlich gelten. (Vorausgesetzt, daß diese Untersuchungen Kretschmers allgemein Anwendung finden können). Der psychischen Einstellung nach allerdings möchte man die Juden lieber der cykloiden Gruppe zugehörig betrachten. — Beim manisch-depressiven Irresein begegnen wir ähnlich wie bei der Dementia praecox, der Schwierigkeit, daß die Krankheitsbilder früher noch nicht aufgestellt waren, weshalb die älteren Statistiken nur bedingt verwertbar sind. Immerhin ist die Zahl der manisch-depressiven Erkrankungen, insbesondere bei Frauen, eine außerordentlich häufige Erkrankung, die auch nach Sichel im Gegensatz zu fast allen andern Geisteskrankheiten in den letzten Jahren nicht zurückgegangen ist. Dieser Autor glaubt, daß diese Krankheit bei den Juden wegen ihrer geistigen Regsamkeit und Neigung zu Extremen häufig zu erwarten sei. Lange beobachtete unter den Aufnahmen in München 3# jüdische Kranke mit manisch-depressivem Irresein gegenüber nur 2% der nicht"