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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1925-01-01 · Heft 1 · p. Seite 38

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
2 (1925) (Neue Folge)
Issue
Heft 1
Date
1925-01-01
Page
Seite 38 (sequence 40)
Language
German
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— 38 — sorgung anführen, so klingt das schon glaubhafter, ebenso ist sicher, daß das Ueberstehen einer Krankheit einen gewissen oder sogar absoluten Schutz gegen neue Infektionen verleiht z. B. bei den Masern, und daß das Ueberstehen dieser Krankheit auch bei der nächsten Generation noch eine gewisse Nachwirkung hat durch Uebertragung von Schutzstoffen des mütterlichen Kreislaufs auf das Kind. Wo nach modernen Methoden eine Impfung durchzuführen ist, kommt sie natür- 1 •* lU« s-S j-v \ / w \ \ r** 1 w ** /T\ * e~l y-v ^\ ■* r^> 4- *1 *-» r~r 4 •* /*V •* ■* i, /-* in, u ucn vumätviciacii am mciöicu z,uguie, die sich um ihre Kranken entsprechend kümmern und einer Belehrung leichter zugänglich sind. Daraus ist ohne weiteres verständlich, daß für ein und die gleiche Krankheit z.B. Diphtherie früher die*Sterblichkeit bei den Juden größer war, heute geringer ist als bei der umgebenden Bevölkerung. Die Sterblichkeit betrug: 1856 bis 1862 in Amsterdam 13,9 bei Juden, 4 bei Nichtjuden, 1896—1900 in Krakau 5,8 bei Juden, 4,9 bei Nichtjuden, 1897—1902 in Lemberg 2,7 bei Juden, 3,6 % bei Nichtjuden. Aehnlich ist es mit der Pest, den Po cken usw., die in dem Augenblick aufhörten eine Volksseuche zu sein, da man die Impfung einführte, von der die Juden frühzeitig Gebrauch machten. Die ungeimpfte jüdische Bevölkerung wies nach Thon 1901—03 in Krakau und Lemberg keinen Unterschied gegenüber der nichtjüdischen auf. Am meisten umstritten ist die Frage nach der Häufigkeit der Tuberkulose bei den Juden, Die Grundfrage, die auch Siemens aufwirft, ist: „Ist die altbekannte Tuberkulosec+05"K1iW>Voit Hat TuHpn rlip FoIctp pt'npr ,j i. \^ i k/iAviÄAvil «■ —- - v « m. » » i >, — -— - "— - - - — idioplasmatisch (erblich im strengsten Sinne) bedingten geringen Tuberkulose-Disposition, oder ist sie nur die Folge äußerer Verhältnisse, vor allem der sozialen Gliederung?" Wie so häufig, so sehen wir auch hier die Wichtigkeit des Vergleichs sozial gleichgestellter Bevölkerungsklassen. Wir hätten also den Nachweis zu erbringen, daß in den sozial besser gestellten Kreisen die Tuberkulose seltener ist, als in der armen Bevölkerung und andererseits in der armen jüdischen Bevölkerung wiederum seltener als in der armen nichtjüdischen. Die Tuberkulose verschont ja keinen Stand. Man sieht schwerste tuberkulöse Erkrankungen unter den besten hygienischen Verhältnissen auftreten und wiederum Kinder von schwindsüchtigen Eltern trotz der immer wieder erneuten Möglichkeit zur Infektion davon verschont bleiben. Aber immerhin ermöglichen gute wirtschaftliche Verhältnisse leichter die Ausheilung als schlechte Wohnungen, Armut, Mangel an Nahrung und Pflege. Die zweite Frage dagegen kann o *_> o o viel schwerer beantwortet werden. Eine Reihe von Beobachtern berichten von einer geringen Sterblichkeit der armen jüdischen Bevölkerung an Tuberkulose, trotzdem die äußeren körperlichen Vorbedingungen zur Erkrankung gegeben sind: der häufig vorkommende sogen. Habitus asthenicus d. i. der schmale lange Thorax mit den steil gestellten Rippen, dem kleinen Herzen usw., ferner die Beschäftigung in geschlossenen,? ' staubigen Räumen (jüdische Schneider in Amerika, die Tabakarbeiter in Rußland). Im I AtlHntlAr iiiHicr4io*i A rf^ai'fa'ririnrial \X7Tii+- Jt-*t\*r Ll\j.<SXX\~M. i UUiOvÄi^iÄ A'%.l L/CiLCi V i.V*A IV« £ «W A4 Ii." schapel sollen nur Va so viel Juden an Tuberkulose sterben als Nichtjuden und von andern Städten wird ähnliches mitgeteilt. Insbesondere sollen in Tunis, wo die Juden unter den denkbar schlechtesten hygienischen Verhältnissen leben, in den Jahren 1894 bis 1900 von je 1 000 Einwohnern der betreffenden Gruppe an Tuberkulose gestorben sein: 11,3 bei den Arabern 5,5 bei den Europäern 0,75 bei den Juden.

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