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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1925-01-01 · Heft 1 · p. Seite 37

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
2 (1925) (Neue Folge)
Issue
Heft 1
Date
1925-01-01
Page
Seite 37 (sequence 39)
Language
German
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- 37 - gesetze, 3. die Speisegesetze, 4. die persönliche und Haushygiene. — Die Vorbedingungen für das Gebot des Sabbath ist das Gebot der Arbeit Die Bedeutung in körperlicher und seelischer Beziehung muß rächt erst klargelegt werden. — Frühe Heirat, Reinheit des Ehelebens, die Reinigungs- und Ruhevorschriften für die Frau während und nach der Menstruation und Geburt, die Verpflichtung zur Nachkommenschaft und das Verbot der Tötung der Leibesfrucht aus irgendwelchen Gründen, das Verbot dei Prostitution und des Verkehrs mit ausländischen Frauen seien als Beispiele anorpfiihrt Tm Znsammpnhfincr damit stehen ~ - - - die Beschneidung, der nicht nur eine religiöse, sondern auch eine medizinische Bedeutung zukommt, die Absonderung der Geschlechtskranken mit allen Gebrauchsgegenständen. Aehnlich wurden alle als infektiös erkannten Kranken behandelt (Lepra, Grind). Die Juden hatten nicht nur eine umfassende Meldeverpflichtung, sondern auch Staatsärzte, die Priester, die für die Durchführung sorgten (Absonderungshäuser, Desinfektion mit Asche, fließendes Bad usw.) Nicht minder streng waren und sind die Speisegesetze, die auf Reinheit der Speise den Hauptwert legten (Gesetz der Fleischbeschau, Verbot, fehlerhaftes Tier zu schlachten, Fahndung nach Lungenerkrankung, Verbot, das Blut zu essen, als Träger des Lebens, aber auch der „Keime" und der Zersetzlichkeit in der Wärme wegen, Verbot der Völlerei und Zecherei). Dazu kommen die Wasch- und Badevorschriften, die Hausreinigung, die noch heute vor Pesach geübt wird, also ein weit verbreitetes System von hygienischen Vorschriften, die sich mit den prophylaktischen Methoden der heutigen Zeit messen können, sie sogar deshalb übertreffen, weil die Anordnungen damals auch durchgeführt wurden. Die Pflege der Kranken, nicht nur der eigenen Familie, sowie die minutiösen Vorschriften über die Totenbestattung wurde von Vereinen besorgt. Kurzum, das Ergebnis all dieser Bestrebungen war, daß die Juden das einzige Volk sind, das seine gleichalterigen an Leben und Lebenskraft überdauerte, das im Verlaufe von weniger als dreihundert Jahren nach dem dreißigjährigen Krieg von etwas über eine Million auf zirka 15 Millionen zugenommen hat. Die Geburten überwiegen natürlich die Sterbefälle (Westeuropa ist kein Maßstab für die Gesamtjuden), es besteht eine größere mittlere Lebensdauer als bei der umgebenden Bevölkerung; wenig Totgeburten, geringe Kindersterblichkeit sind für die Juden aller Länder charakteristisch. Die Juden sind vielleicht kleiner und schwächer im Vergleich zur übrigen Bevölkerung, aber gesünder. Nach diesen Voraussetzungen sollen die einzelnen Krankheitsformen besprochen werden. Da es sich hier nur um eine Ueb er sieht handeln kann, wollen wir uns auf die Wiedergabe des gesichteten Materials beschränken. Eine wesentliche Schwierigkeit in der Beurteilung der ganzen Frage liegt darin, daß die Krankheitsträger nicht nach ihrer sozialen Schichtung und nur selten nach dem Alter ausgeschieden sind. Bei den Infektionskrankheiten liegen eine Reihe von Angaben vor aus der ältesten und alten Literatur, ihr Wert für biologische ■* w Fragestellungen ist aber als sehr gering zu erachten. Es ist immer wieder behauptet worden, daß die Juden im Mittelalter von verschiedenen Seuchen verschont geblieben seien: nach Tschudi 1346 von der Pest, nach Fracastor 1506 vom Flecktyphus usf. Wir können nicht untersuchen, wie oft aus oolitisehen Gründen diese Statistiken i beeinflußt waren. Wenn dagegen im 18. Jahrhundert Stimmen laut wurden, die als Ursache eine verschiedene Trinkwasserver-

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