Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 2 (1925) (Neue Folge)
- Issue
- Heft 1
- Date
- 1925-01-01
- Page
- Seite 36 (sequence 38)
- Language
- German
- Belongs to
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- 36 - ihn krankmachen können oder nicht. Denn jede Erkrankung ist schließlich ein Kampf zwischen dem eindringenden Feind und der Heeresmacht, die der Körper diesem Feind entgegenstellen kann, entweder gleich oder irn Verlaufe der Krankheit. —• Ganz allgemein unterscheidet man die Krankheiten als 1 ~____„„----1:.__i„ x T„„^,:t-i..*__, x T„~u__ L CÄU^CII UCUlllglC: VClglllUUg, V ClUlCllllUllg, Verletzung, Erkältung, Infektionskrankheiten, 2. endogen bedingte: Stoffwechsel und Aufbrauchkrankheiten, Nervenkrankheiten usw. 3. Geschwülste (Krebs usw.) Bösartige Neubildungen. Die oben genannten äußerlich bedingten Faktoren müssen wir nun noch einer besonderen Betrachtung unterziehen, weil sie für die Juden eine besondere Beachtung beanspruchen. a. negativ (schädlich) v/irkende Faktoren, b. positiv (nützlich) wirkende Faktoren. Ein körperlich arbeitendes Volk wird im allgemeinen kräftiger entwickelt sein, als ein vorwiegend geistig tätiges. Das Hineingedrängtsein in bestimmte Berufe, vor allem in die Großstädte, verringerte den KörperwiiPuQ dip pitiQpiiicrp Nprvpntäticrkpit vpr- .. „.—• »t>~ - —»• ~">—— ~ brauchte Nervenkraft, das führte wieder nach \ / n ■**! <s -ff—s rvtet^t -ft-^ A r7f Tll f-i -ö-r* 1 1 fyt % ti rfCttl if \ P>1 TS V J.cxii^\^ii L, LALii j. xi £*'L* £j%a. Li LI kllf^ üüii L tv^iii j wie nach Aufpeitschungsmitteln (Kaffee, Tee, Tabak), die natürlich zu einer Schädigung der Blutgefäße und so wieder zu einer Reihe von Einschränkungen führt. Ein falscher Ehrgeiz treibt zum Erreichen von Wohlstand, höherer Wohlstand bringt schädliche und zermürbende Eigenschaffen für ein Volk (Spätheirat usw.) Wir sehen also, diese Dinge sind nur im Zusammenhang zu begreifen. Eine wesentliche Schädigung der sonst nur zu begrüßenden Frühheirat bei den Juden sei hier erwähnt, die von manchen Autoren für die größere Häufigkeit der Nervenkrankheiten bei Juden mitverantwortlich gemacht wird: daß die Heirat schon zu einer Zeit geschlossen wird, wo bestimmte Nerven¬ oder Geisteskrankheiten noch nicht zum Ausbruch gekommen sind (jugendliches Irresein usw.), und so die Möglichkeit gegeben ist, daß diese Krankheiten bereits auf Kinder übertragen sind, während mehrere Jahre später eine solche Heirat nach Ausbruch der Erkrankung gar nicht geschlossen worden wäre. Noch auf eine Schädigung ähnlicher Art, die das Entstehen bestimmter vererbbarer Krankheiten begünstigt, muß hingewiesen werden, das ist die in manchen Gegenden so häufige Sitte der Verwandtenheirat bei Juden. Während das Zusammenheiraten sehr stark verschiedener Menschengruppen oftmals zu stark schwankenden, innerlich zerrissenen Charakteren führt, wie wir sie bei Mischehen so häufig finden, leistet die Eng zucht (eigentliche Inzucht kommt bei Menschen sehr selten vor) dem Entstehen mancher Krankheiten entschieden Vorschub. Im Gegensatz zu diesen negativ zu wertenden Faktoren, die damit natürlich noch nicht alle erschöpft sind, stehen eine Reihe von Einflüssen vorbeugender, sozialhygienischer Art, die in ihren letzten Ursachen die Erhalter der Juden genannt werden können. Das sind die soziaihygienischen Gesetze der Bibel und der späteren Zeit, solange sie religiöse und damit verpflichtende Gesetze waren. Mit einer eintretenden größeren Laxheit oder gar einer Ablehnung sind ein großer Teil dieser Gesetze hinfällig geworden und damit die Juden einer ihrer größten Stützen beraubt worden, soweit diese Gesetze nicht Gemeingut zivilisierter Völker überhaupt geworden sind. Diese wesentliche Gesetze sind: 1. Das Sabbathprinzip, 2. die Ehe- und Reinheits-