Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 2 (1925) (Neue Folge)
- Issue
- Heft 1
- Date
- 1925-01-01
- Page
- Seite 35 (sequence 37)
- Language
- German
- Belongs to
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35 1 7tim PfifcfpIipn pinpr i'nriprpn FrL-rcml-iinrr X» ULXxi. i—tfii V» A-A ^äü^jl xxx xx v<x x ah UIIUUH^ bedarf es des Zusammentreffens verschiedener Voraussetzungen bei einem und dem gleichen Individuum, im Gegensatz z. B. bei Verletzungen, denen jeder (von besonderen Berufen abgesehen) im gleichen Maße ausgesetzt ist. Es ist doch auffällig, daß von Kindern einer Schule oftmals immer nur ganz bestimmte erkranken, während die anderen, die vielleicht in weniger guten häuslichen Verhältnissen leben, verschont bleiben. Daran mag schuld sein die verschiedene körperliche Konstitution ganz allgemein und die bestimmte Disposition für eine Krankheit im besonderen. Bestimmte Menschengruppen (Familien, Stämme, Rassen) zeigen ein fast gleiches Verhalten gegenüber Krankheiten. Man bezeichnet die Summe all dieser Besonderheiten, soweit ein äußeres Moment dafür nicht verantwortlich gemacht werden kann, als den „Rassefaktor" und will damit lediglich zum Ausdruck bringen, daß die Ursache der Besonderheit eine andere Erklärung nicht findet. Welche Bewandtnis hat es nun mit diesem Rassefaktor, welche Beziehungen bestehen zwischen Rasse und Krankheit überhaupt? Krankheiten, die irgendeine Menschengruppe allein befallen und andere überhaupt nicht, auch wenn die Vorbedingungen dazu gegeben wären, gibt es nicht. So wenig es eine O Rsqcp im pio-pntlirhpn 7-nnlncrierhpn Sinnpoiht *.*-*S«/«^ >W XJ.11 WAg^V^Ai tllVllV XX &4 N*r SW X W ^^M.KS X X XX XXX V* £^ x &_r %, » Auch die Juden sind eine Rassenmischung, die sich aber durch ganz besondere Verhältnisse seit Hunderten von Jahren eine Artkonstanz erhalten hat, die uns dazu berechtigt, sie als geschlossene Gruppe biologisch zu betrachten. Man darf sich nur nicht vorstellen, daß so eine Rasse eine feste, ein für allemal festgelegte und unveränderliche Menschengruppe darstellt, sondern sie ist modifizierbar wie alles Lebende, wenn auch nach bestimmten Gesetzen. So waren auch die Juden einem Wandel ausgesetzt. Ihre Eigenschaften (gute und schlechte) bestimmten ihr Schicksal, dieses drängte sie in bestimmte Lebensverhältnisse und Berufe; die wiederum hatten einen ganz bestimmten Einfluß auf die neue Lebensgestalf ung und somit auf Gesundheit und Krankheit d. h. wir haben einen geschlossenen Kreis vor uns, den Lebenskreislauf eines Volkes, der eben für jedes Volk seine Besonderheit hat. Das einzelne Individuum ist nun mit Eigenschaften ausgestattet, die schon in der befruchteten Eizelle festgelegt sind und die die Wesenheit einer Familie ausmachen. Ein Teil dieser Eigenschaften tritt später auch äußerlich in die Erscheinung, während ein anderer Teil zwar vorgebildet ist-, aber ruhend (latent) bleibt und vielleicht erst wieder in einer späteren Generation nach außen hin deutlich wird. Es hängt dies mit den Vererbungsgesetzen zusammen, auf die wir hier nicht näher eingehen können. Diese Eigenschaften bezw. die Anlage dazu nennen wir eben die persönliche, individuelle Konstitution oder Gesamtanlage d.i. also ein Zustand, den das einzelne Individuum als Erbgut (im guten und schlechten Sinne) von seinen Ahnen mit auf die Welt bekommen hat Dieses Erbgut kann nun im Laufe des Lebens verschiedene Früchte tragen; wesentlich dazu tragen äußere Faktoren bei. Umwelt, Klima, Beruf usf., die wir alle zusammen die Kondition d.i. die auslösende Ursache, die bedingende Veranlassung nennen. Die Einwirkung nun dieser äußeren Ursachen (Kondition) auf die Anlage (Konctitutinn^ npntipn «fir Hip P^nrnprvprfocctincr -~- - - J .1 l,«. (_>. Jl A UkltM C J. Vllf ivx a. \_/ j % /p»; sposition). Bei allen Erkrankungen spielen diese Voraussetzungen eine, vielleicht die wesentlichste Rolle, Denn von ihnen hängt es wesentlich ab, ob, wie z. B. bei den Infektionskrankheiten die Bakterien die Herrschaft über den Körper gewinnen und