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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1925-01-01 · Heft 1 · p. Seite 34

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
2 (1925) (Neue Folge)
Issue
Heft 1
Date
1925-01-01
Page
Seite 34 (sequence 36)
Language
German
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zahlreich in den Jahren 1923 bis Anfang 1924 waren, in einer Zeit, in der wegen Arbeitslosigkeit und Konkurrenz der Arbeiter untereinander sowie der allgemeinen Wirtschaftskrise, die Löhne in verschiedenen Gewerben erheblich sanken. In der zweiten Hälfte des Jahres 1924 hörten mit Verbesserung der Wirtschaftslage die Lohnherabsetzungsstreiks auf und an Stelle dessen kamen Lohnerhöhungsstreiks. Erwähnenswert ist auch die progressive Steigerung der Zahl der Streiks um Anerkennung der Arbeiterinstitutionen; die Zahl dieser Streiks steigt von Jahr zu Jahr. Die Streiks wegen Nichtauszahlung der Löhne finden sich naturgemäß ausschließlich im Jahre 1923, dem Jahr der Wirtschaftskrise. Tabelle XV schließlich zeigt uns, in welchen Streiks die Arbeiter siegreich waren und in welchen nicht. Besonders auffallend, aber auch verständlich ist das verhältnismäßig geringe Gelingen der Arbeiter in ihrem Kampf gegen die Entlassung von Arbeitern ohne, nach ihrer Meinung, hinreichende Begründung, verständlich, wenn wir uns erinnern, daß diese Kämpfe meist in Jerusalem und im Jahre der Wirtschaftskrise stattfanden. In den Lohnstre:ks, gleichgültig ob Verteidigungs- oder Angriffsstreiks, war der % der siegreichen Streiks ziemlich derselbe; nur war der Prozent der Verteidigungskämpfe, die verloren wurden, im Vergleich zu denen, die mit Kompromiß ausgingen, größer als bei den Angrifkkämpfen. Fast gleich war auch der Ausgang der Kämpfe um Anerkennung der Arbeiterorganisation. Diese Kämpfe waren meist in der zweiten Hälfte des Jahres 1924, einer Zeit der wirtschaftlich günstigeren Lage. Im Ganzen ergab unsere Untersuchung die besonderen Merkmale der Streikbewegung in Palästina gegenüber Europa, aber auch den übrigen Länder der jüdischen Massensiedlung, in Anpassung an die besondere Wirtschaftssituation Palästinas als jüdischem Kolonisationsland mit einer stark organisierten, disziplinierten, aber auch erkenntnismäßig scharf eingestellten Arbeiterschaft. Das Baugewerbe nimmt in Palästina einen besonderen Platz ein und mit ihm die Streiks in ihm (die Landwirtschaft scheidet in diesem Zi anmenhang wegen der großen Zahl der korporativen Eigenwirtschaften der Arbeiterschaft, in denen naturgemäß kein Streik stattfand, aus). Vor allem aber erscheint die Tatsache richtig, die sich aus der Streikstatistik fast in jedem Abschnitt ergab: wie sehr schon heute das wirtschaftliche Leben in Palästina gefestigt erscheint gegenüber dem Leben, wie es wohl in der besten Zeit im Ansiedlungsrayon war (heute liegen die Dinge in Polen viel schlechter, garnicht zu reden von Rußland). Die Ergebnisse der Streikstatistik sind ein guter Barometer nicht nur für das Verhältnis der Stärke der verschiedenen Klassen in einem Lande, sondern auch, wenn wir nur den Barometer zu lesen verstehen, für die Entwicklung des Wirtschaftslebens in einem Lande überhaupt , im Vergleich zu anderen Ländern. Die Krankheiten der km: ) Von Dr. med, M. J. Gut mann, Münch« Die Juden zeigen in fast allen Ländern gegenüber der umgebenden Bevölkerung *) Teilweise in jüdischer Sprache veröffentlicht in Nr. 5 der „Blätter für Statistik, Demographie und Wirtschaftskunde der Juden*. bezüglich ihrer Krankheiten mehr oder weniger bedeutende Unterschiede. Unsere Aufgabe ist es daher klarzustellen: 1. wodurch diese Unterschiede bedingt sind, 2. welcher Art diese Unterschiede sind.

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