Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 2 (1925) (Neue Folge)
- Issue
- Heft 1
- Date
- 1925-01-01
- Page
- Seite 16 (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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— 16 — und auch nach dem Kriege ist sie hier in überwiegender Mehrheit beschäftigt, in der Kategorie der kleinsten Unternehmungen (1—5 Arbeiter) waren vor dem Kriege 1,6 Prozent der christlichen Arbeiter beschäftigt, und auch im Jahre 1921 sind die Arbeiter dieser Unternehmungen bloß ein unbeträchtlicher Bruchteil der gesamten christlichen Arbeiterschaft. Sehr charakteristisch für die „Eroberungen" der jüdischen Arbeiterklasse Osteuropas ist die Tatsache, daß auch jetzt, wie vor dem Kriege, der Prozentsatz der jüdischen Arbeiter unter den sämtlichen Arbeitern umso niedriger ist, je größer die Unternehmung ist. So sehen wir, daß der Prozentsatz der Juden unter den Arbeitern ausmachte in Unternehmungen: im Jahre 1914 im Jahre 1921 mit 1- -5 Arbeitern 98,4 96,1 5/ 6- -10 , 96,1 88,3 » 11- -20 „ 90,1 71,6 n 21r" r\ -ou n A C\ „ / <i,Z 41,5 w 51- „ 40,4 21,1 Zus. 77,8 68,6 Der Prozentsatz der jüdischen Arbeiter ist also in allen Unternehmungstypen gesunken. Am stärksten ist aber sein Rückgang in der Gruppe der größten Unternehmungen, wo er jetzt fast die Hälfte des Vorkriegssatzes fliicmarhr UHvJUIUViäi! Ein ähnliches Beispiel liefern uns die Statistiken der jüdischen industriellen Unternehmungen der Stadt Riga. Auch hier sinkt der Anteil der jüdischen Arbeiter in den Unternehmungen, je weiter wir uns von den kleinen Unternehmungen entfernen. Er hpträ ort ""-""ol in den Unternehmungen mit 0—4 Arbeit. 22,8 Prozent, in den Unternehmungen mit 5 — 10 Arbeit. 16,8 Prozent, in den Unternehmungen mit 11—50 Arbeit. 10,0 Prozent, in den Unternehmungen mit 51— Arbeit. 3,7 Prozent. Und wie ist es in Sowjet-Rußland? Hat die „sozialistische" Revolution dem jüdischen Arbeiter geholfen, in die großindustriellen Unternehmungen einzudringen? Waren doch hier die besten politischen Vorbedingungen dafür gegeben. Hatte doch hier der jüdische Arbeiter wirklich die größte Freiheit, die besten Möglichkeiten! Gab es doch hier eine Zeit, wo der qualifizierte russische Arbeiter vora Hunger aus der Stadt ins Dorf getrieben wurde, während die jüdischen Arbeiter, die sich infolge der Progrome in den großen Städten und industriellen Zentren gerade zu dieser Zeit in großen Massen ansammelte, die Möglichkeit hatten, gewisse Positionen dem russischen Arbeiter zu rauben! Zuverlässige Ziffern erzählen, daß auch in Sowjet-Rußland und in der Ukraine der Anteil der jüdischen Arbeiter an der Großindustrie sehr gering ist. Nehmen wir die Zahl der jüdischen Arbeiter der Stadt Kiew, die jetzt die zweitgrößte jüdische Gemeinde ist, die eine nach russischen Verhältnissen große Industrie mit mehreren zehntausenden Arbeitern besitzt, so finden wir hier in den großindustriellen °!°! I .....___,- 1.? .. i! „: I~»__ uuiciucuuiuiigeii uiuo cm raai nuiem jüdischer Arbeiter. Nach den Ergebnissen einer im Jahre 1924 stattgehabten amtlichen Ausforschung der 19 größten industriellen Unternehmungen Kiews waren hier in diesen 19 Unternehmungen nicht mehr als 324 jüdische Arbeiter, d. h. 3 Prozent des gesamten jüdischen Proletariats der Stadt Kiew. Es ist dabei sehr interessant, zu erfahren, daß sogar innerhalb dieser Unternehmungen die jüdischen Arbeiter ungleichmäßig ver-