Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 2 (1925) (Neue Folge)
- Issue
- Heft 1
- Date
- 1925-01-01
- Page
- Seite 15 (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2650397-2650403-2650404--5224-2650618- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
— 15 - 900000 Seelen), so ist von ihnen bloß der vierzigste Teil in der Kleider- und Schuhbranche beschäftigt; dagegen 33,2 Prozent im Verkehrswesen und zirka fünfundzwanzig o Prozent sind Metallarbeiter. So ist die ostjüdische Arbeiterklasse, die sich in den letzten Jahren vor dem Kriege von den alten „traditionell jüdischen* Branchen zu befreien begann, durch den Krieg und Revolution in ihre ehemaligen Positionen von 1897—1898 zurückgeworfen worden. Und was ist aus der sogenannten Konzentration des ostjüdischen Proletariats geworden? Inwieweit hat es sich nach den Jahren des Krieges und der Revolution von dem jüdischen Handwerk, von den kleinen Werkstätten befreit? Inwieweit ist es in die Fabrik, in die Industrie, besonders aber in die Großindustrie übergegangen? Auch auf diese Frage muß leider eine OaV«*' 4- ■** S*t 44 +*■* /-\° r\ Ä *-l T 4y~v >-v 1 «-V T~\ i-k *• y^/-»4- DCUl LiaUligC nULWUJLl CliUlgCll= UCi U51' jüdische Arbeiter hat sich bis jetzt von den kleinen Werkstätten nicht befreit und bleibt, wie früher, zersplittert. Die gewaltigen Anstrengung« -3 ~ UCb ry__1 ~x~ ----- a : -* ^__ jUviio^iiCü i iUiClai id.lOj VüiJ UiCöCii Jr\i ÜC115~ bedingungen loszukommen, die Bemühungen, iti Hifi I« A 11 c?+ri £± cirs'Tiirl^rs.'Ynti UntriiihiififYG'rs Iii VJLAV- 111UUOU1V. WJUZ^ UUI Uli Uii^^llj die vor dem Kriege schon einen gewissen Erfolg gebracht haben, sind durch Krieg und Revolution vernichtet worden. Eine glänzende Illustration aaiür onaen Warschau, Lodz und Bialostok, diese größten jüdischen Arbeiterzentren Polens, die jetzt zusammen zirka 40 000 jüdische Lohnarbeiter zählen. Wenn wir die jüdischen Arbeiter, die in den jüdischen Unternehmungen dieser drei Städte beschäftigt sind, und die doch mehr als 90 Prozent der ganzen jüdischen Arbeiterschaft dieser Städte bilden, nach der Größe des Betriebes verteilen, so bekommen wir folgendes Bild: Von je 100 Lohnarbeitern waren beschäftigt in Unternehmungen im Jahre 1914 1—5 Arbeitern 27,4 6-10 „ 23,5 mit ■* -i I I _ , „ JL .iL -w\_/ 21- Oi Aj\ -50 menr äis ou OA O Z/U,^ 15,7 •f r% r\ 10,Z im Jahre 1921 52,3 19,7 11,6 10,1 6,3 zusammen 100,0 100,0 Wir caHa« Viipr uii.1 die Zersplitterung des jüdischen Proletariats in krassester Weise. Die Rückehr zum Klein-Handwerk, zur Werkstätte kommt hier besonders klar zum Ausdruck. Wir sehen, daß Anfang des Krieges schon in der niedrigsten Kategorie der Unternehmungen (1—5 Arbeiter) bloß etwas mehr als ein Viertel aller jüdischen Arbeiter dieser Städte waren; Ende des Krieges aber mehr als die Hälfte; Anfang des Krieges waren schon in der höchsten Kategorie der Unternehmungen (mit 20 Arbeitern und mehr) zirka 30 Prozent der jüdischen Arbeiter beschäftigt, Ende des Krieges — bloß 17Prozent! Interessant ist die Feststellung, daß die viel fester organisierte christliche Arbeiterschaft diese schwere Zeit weit schmerzloser überwunden hat. Die statistischen Angaben über dieselben jüdischen Fabriken in Warschau, Lodz und Bialostok zeigen, daß von je 100 christlichen Arbeitern in unternenrnungen Dcscnamgi waren: im Jahre 1914 im Jahre 1921 mit 1—5 Arbeitern 1,6 4,3 6—1 11 iu r\r\ -zu 3.4 ~7 * r~r r\ /,ö 19,2 68,0 5,6 9,7 30,3 50,1 „ 21—50 „ " 50 ~ « Zus. 100,0 100,0 Demnach war vor dem Kriege die Mehrheit der christlichen Lohnarbeiter in der Kategorie der größten Unternehmungen konzentriert;