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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1924-08-01 · Heft 5-6 (August 1924) · p. Seite 111

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
1 (1924) (Neue Folge)
Issue
Heft 5-6 (August 1924)
Date
1924-08-01
Page
Seite 111 (sequence 21)
Language
German
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- Iii — der Ausländer, sei es das Recht auf Aufenthalt, sei es das Recht auf den Arbeitsplatz, ging immer wieder von den in diesem Erlaß festgelegten Voraussetzungen aus. Die Finanzierung eines so ausgebauten Fürsorgeapparates konnte in den Jahren nach dem Kriege infolge der allgemeinen wirtschaftlichen Depression in Deutschland vom deutschen Judentum nicht ganz erfolgen. Erst durch die großzügige Spenden des American Joint Distribution Comite war es möglich, vier Jahre lang den größten Teil der Kosten der Wanderfürsorge und der Flüchtlingshilfe zu bestreiten; und zwar erfolgte die Finanzierung nach dem Prinzip, daß die jüdischen Organisationen Deutschlands die Verwaltungskosten trugen, während aus den Spenden des Joint die Kosten der direkten Fürsorge bestritten wurden. Nur durch diese Zusammenarbeit deutscher und ausländischer jüdischer Organisationen wurde es ermöglicht, das Los der Flüchtlinge und Durchwanderer in Deutschland erträglich zu machen und ihnen dazu zu verhelfen, durch eigene Arbeit für ihren Lebensunterhalt zu sorgen. III. Man muß sich vergegenwärtigen, daß es sich in den ersten Kriegsjahren bei der Regelung der Wanderfürsorge nicht nur darum handelte, ziellose Wanderungen Einzelner im Lande zu unterbinden, sondern daß die Organisation einer wandernden Masse gegenüberstand, die infolge der Verhältnisse im Osten ihre Heimat verlassen hatte und oft nicht mehr als das nackte Leben retten konnte. Es mußte vor allem die Ansammlung großer Massen an einzelnen Plätzen verhindert werden, da eine g?oße Verteilung der Wandernden auf verschiedene Aufenthaltsorte gesorgt werden. Diese Verteilung der Wandernden über Deutschland erfolgte nach zwei großen Gesichtspunkten, und zwar erstens nach den subjektiven Bedürfnissen der Einzelnen, von rlonon Höf rrt*r\fHp UL^li^ii. £^i wu i v» HP cm\ ni v» Irf HJq Ä V% r* -i 1-i 4- IUi lil^Ul /\DSi^ii l an pinpm Ort \/PTP 1 n i at (4.1X ^.AllV-lXi '\S X w r v, * * -» * -»£5 - 7n> \~t 1 KÄ oncr4inn JLuCLlAL 1 ▼ iV,ilOCliV^ii weder Wohnung noch Arbeitsmöglichkeit finden konnte. Es mußte also für eine hatte, in Deutschland zu bleiben, sondern Deutschland nur als Durchgangsland betrachtete, wo sie in Ruhe überlegen konnten, wohin sie ihre Schritte lenken sollten. Um diesen Menschen helfen zu können, und zwar nicht dadurch, daß man sie ins Ungewisse fortschickte, sondern dadurch, daß man alle notwendigen Vorarbeiten für sie erledigte und ihnen ein festes Reiseziel gab, war es vor allem notwendig, Massenquartiere zu errichten, in denen sich die Durchwanderer so lange aufhalten konnten, bis es klar wurde, was mit ihnen geschehen mußte, damit ihnen im Rahmen der Möglichkeit geholfen werde. So wurde vor allem in Berlin durch Uebernahme des Obdachlosenasyls in der Wiesenstraße die Möglichkeit geboten, viele Hunderte Menschen eine Zeitlang unterzubringen; ähnliche wenn auch wesentlich kleinere Heime wurden in Frankfurt a. M. und in Duisburg errichiet. War nun die Aufenthaltsmöglichkeit geschaffen, so galt es, durch sorgsame Bearbeitung eines jeden Einzelnen festzustellen, im Besitze welcher Papiere er sei, wo er im Ausland Verwandte habe und ob es möglich sei, ihm zu helfen, zu diesen Verwandten, die sich meist in überseeischen Ländern befanden, zu gelangen. Die Feststellung dieser Tatsache erforderte oft monatelange Verhandlungen, und zwar mit den Heimatsbehörden, um die notwendigen Dokumente zu besorgen, des weiteren aber auch mußten die Verwandten, von denen die Wanderer oft nur den Familiennamen wußten und von denen sie seit Jahren keine

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