Mannheim
Compact Memory

Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1924-08-01 · Heft 5-6 (August 1924) · p. Seite 100

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
1 (1924) (Neue Folge)
Issue
Heft 5-6 (August 1924)
Date
1924-08-01
Page
Seite 100 (sequence 10)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2650397-2650398-2650402--5178-2650572
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

- ioo — stehen und ihre eigenen Wege gehen, nicht mehr in gleichem Maße des wachsamen Schutzes bedürfen. Daher kommt es, daß in so zahlreichen Fällen verwitwete Personen dem Leben entsagen, bei denen das Gefühl Ä&ir \7£±~£±t"Tse*3irtn-stt^srr A*Ck T^tt-iHit«nr on annrnrß V VI W*lC?«.iIiL4AA£ UIW WIIC^I und weitere Familie überwiegt. Einen wertvollen Ueberblick gestattet die Tabelle 4, die unsere Selbstmörder nach Konfession, Geschlecht, Familienstand und Alter (die eingeklammerten Zahlen zeigen die Personen jiKpr KO ToVsi'ät-, -3n\ c^fioiflaf MEL?v*i w ^; um v^aa uxi y uwuuu^ii Tabelle 4. Familienstand Evangelische Katholiken Juden zusammen männlich v/eiblich männlich weiblich männlich weibiicn 165 (22) 103 (10) 55 (6) 41 (2) 26 (4) 10 (2) 400 (46) verheiratet * . . . 195 (99) 83 (27) 77 (82) 33 (7) 17 (10) 15 (7) 420 (182) verwitwet . . . . 62 (57) 47 (28) 21 (18) 17(14) 8 (8) 9 (7) 164 (132) geschieden . . . , 2 3 — 6 — - 4 i IX zusammen | 424 (178) 236 (65) 153 (56) 97 (23) 51 (22) 34 (16) j 995 (860) Betrachtet man obige Zahlen, so fällt vor allem die stärkere Beteiligung der höheren Altersklassen (Zahlen eingeklammert) bei den Verheirateten aller Glaubensbekenntnisse auf. Allen voran die männlichen Juden; in geringem Abstand ihnen folgend, die Männer evangelischer Konfession; noch viel eklatanter zeigt das Beispiel der verheirateten Jüdinnen über 50 Jahre die Neigung zur Lebensflucht. Haben hier fast die Hälfte das 5. Lebensdezennium überschritten, so sind es bei ihren evangelischen Geschlechtsgenossinnen knapp ein Drittel, bei den katholischen Frauen knapp ein Viertel. Zu den verwitweten Selbstmördern steilen die Juden ebenfalls prozentual das größte Kontingent, Die Tabelle lehrt auch, daß die Selbstmordneigung der ledigen Männer bei den christlichen Konfessionen eine geringere ist wie bei den Verheirateten, während die Frauen der gleichen Glaubensbekenntnisse das umgekehrte Verhalten zeigen. Bei den Juden hingegen stellen die ledigen Männer eine größere Selbstmordquote, während die ledigen Frauen hinter ihren verheirateten Schicksalsgefährtinnen an Zahl zurückbleiben. Stellen wir obigen Zahlen in Tabelle 5, die mit Kindern ffeseffneten Lebensflüchtigen o o gegenüber, soweit uns aus den statistischen Merkblättern Angaben über die Deszendenz Tabelle 5, Familienstand Evang männlich elische weiblich Katholiken männlich | weiblich Juden männlich weiblich zusammen verheiratet .... verwitwet . . . . 105 (49> 28 (24) 41 (8) 17 (13) m (18) 4 (4) 15 (8) 8 (7) i n> XO {VJ 2 (2) 8 (2) 4 (3) 222 (89) 63 (53) zusammen l 133 (73J i % - 58(21) l 43(22) | 23(10) 15 (11) 13 (5) vorliegen, so finden wir insofern eine weit- ' gehende Übereinstimmung, als bei allen Konfessionen (die beiden Geschlechter zusammengenommen) die älteren Jahrgänge 285 (142) \ T /-\ -*»,f-v1 r-V " ^% V Cl^iCH-llC etwa die Hälfte ausmachen, zwischen Tabelle 4 und 5 bestätigen aber auch die alte Erfahrung, daß der Selbstmord seine Opfer auffallend häufig in kinderlosen

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.