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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1924-08-01 · Heft 5-6 (August 1924) · p. Seite 97

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
1 (1924) (Neue Folge)
Issue
Heft 5-6 (August 1924)
Date
1924-08-01
Page
Seite 97 (sequence 7)
Language
German
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m - vielleicht zutreffen; für die Juden gilt es wie wir später bei der Behandlung der Berufsstatistik der Selbstmörder zeigen werden, sicherlich nicht. In manchen Ländern sehen wir umgekehrt, daß sich mehr Frauen das Leben nehmen wie Männer, so z. B. in Japan und Indien. Es würde zu weit führen, auf die ethnischen Besonderheiten einzugehen, die diesen Tatsachen zugrunde liegen. Eine weitgehende Uebereinstimmung mit den Ergebnissen der allgemeinen Statistik zeigt unsere Untersuchung, wenn wir den Familienstand der einzelnen Selbstmörder berücksichtigen. Auch hier sehen wir, daß die Ledigen am meisten gefährdet sind, während man erwarten sollte, daß der Alleinstehende, der meist sich noch in jüngeren Jahren befindet, in der Regel nur für sein eigenes Ich zu sorgen hat und oft die Mühseligkeiten des Lebens aus eigener Erfahrung noch gar nicht kennengelernt hat, viel weniger zum Lebensüberdruß neigt. Dagegen wissen wir aus den Beobachtungen vieler Jahrzehnte, daß die Ehe im allgemeinen selbstmordhemmend wirkt; nur sollte _------i.-.- j_q ai— u„: a— i..a^„ man ci Wcs.1 tcii, üdu U£C& L/Ci ücu uuucu hui ihrem sprichwörtlich ausgeprägten Familiensinn und ihrem stärkeren Hang an die Gemeinschaft noch deutlicher zum Ausdruck kommt. Die zunehmende Assimilation hat zweifellos auch hier zu einer Lockerung der H'^trint^rtKc^ H d rrd^H umHI or\ c±it* urtoH-Hrrno L ClllllllClIUCi'üdLlüJ i Uli*-! «will V¥I^UUä,vü ™ =—* Schutzmittel gegen die Lebensflucht zerstört. Daß Verwitwete in dieser Hinsicht weniger Hemmungen zeigen und leichteren Herzens aus dem Leben scheiden, ist begreiflich. Das Gefühl der Vereinsamung, die Furcht vor Siechtum und Krankheit und die in den letzten Jahren angesichts der ungeheuren Umwälzungen verständliche Unfähigkeit, sich in einer von Grund aus veränderten Lage zurechtzufinden, macht alternden Menschen den Abschied vom Leben leichter. Von den 86 Selbstmördern jüdischer Glaubenszugehörigkeit waren 36 ledig, 33 verheiratet und 17 verwitwet. Bei den Frauen war die Zahl «.«„u„:_-,A^.i^_ i A^*. ™-x/5„_ ~1„ A' ~ vcuiciiaicici trCLrcudinuuci ^ivjjjci aiö uic ucT Ledigen (14:10), eine Tatsache, die wohl mit physiologischen Vorgängen im weib- « V >w <W Ij liehen Sexualorgan, worauf wir weiter unten noch kurz zu sprechen kommen, im Zusammenhang stehen dürfte. Unter den Verwitweten waren es prozentual doppelt so viel Frauen als Männer, die ihr Schicksal in die eigene Hand genommen hatten. Unsere Statistik nach dem Altersaufbau der Selbstmörder hat nur bedingten Wert. Sie würde größere Beachtung verdienen, wenn man die Zahl der Selbstmörder nach Altersklassen mit der Gesamtbevöikerung in Relation bringen könnte. Eine solche Statistik, die die einzelnen Konfessionen berücksichtigt, existiert unseres Wissens bisher noch nicht. Gleichwohl sind die Zahlen, die sich aus unserer Zusammenstellung ergeben, nicht ohne Interesse, namentlich wenn man Vergleiche zieht, wie sich die Lebensmüden unter sich prozentual auf die verc^hipHpr»pn AHorocfufon Fmi r A\f± OVUiVUViAVii i tjmviwuiUiv.ii V V-i bv**v*if » %i*v vorliegende Betrachtung kommen aus unserem Material genau 1000 Selbstmorde in Betracht, da von den übrigen Fällen weder Geburtstag, noch das ungefähre Alter bekannt geworden ist. Selbstmorde bei Kindern unter 10 Jahren waren erfreulicherweise nicht zu verzeichnen. Im darauffolgenden Jahrzehnt sehen wir zahlenmäßig (Tab.- 3) ein ziemlich gleichmäßiges Verhalten der beiden Minderheitskonfessionen, während die Protestanten einen um etwa ein Drittel höheren Prozentsatz aufzuweisen haben. Im dritten Lebensdezennium beobachten wir sodann ein starkes Anschwellen der Selbstmordfälle, besonders bei den Katholiken. Bei diesen zeigt unsere Tabelle zwischen dem 40. und 50., bei den Juden zwischen dem 50. und 60. Lebensiahr

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