Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 1 (1924) (Neue Folge)
- Issue
- Heft 5-6 (August 1924)
- Date
- 1924-08-01
- Page
- Seite 96 (sequence 6)
- Language
- German
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96 - uns ein rapides Anschwellen der Selbstmordziffern bringt. Es ist psychologisch nur zu begreiflich, daß die Faktoren, die im Kriege ™ *4 rk«" ^«4«/%J#4 PKIIä rsH *^1^w4*»J? M r<et\*~\ Mllf \iix. ä^aia uci «jutuumüv ziui ut,nüidügcu, aül eine gewisse Zeit wirksam sein können, genau wie ein Narkotikum bei einem Schwerkranken nur eine Zeitlang wirkt, um dann zu versagen. Begeisterung für eine große Sache ist eben nur ein akuter Zustand: will man sie durch künstliche Mittel anstacheln und unterhalten, so verrauscht sie und macht müder Resignation Platz. Die Nachkriegszeit mit ihren wirtschaftlichen {Nöten und Umwälzungen zeigt denn auch ein weiteres Anschwellen der Lebensmüdigkeit, um mit dem Jahre 1921, wo die immer stärker einsetzende Inflation, die die äußerste Anspannung aller Kräfte erforderte, zu sinken. Seitdem beobachten wir wieder eine langsame aber zunehmende Steigerung der Selbstmordziffer, die auch mit der Stabilisierung im Jahre 1924 (ein Jahr, das für unsere Betrachtung ausscheidet) noch nicht ihren Abschluß erreicht zu haben scheint. Ganz anders liegen die Verhältnisse bei den Kathniikpti Hier bringen die Kriegs^ SÄ'^.aAA&Vs-Ä* * jähre eine Zunahme der Fälle von Selbsttötung, die auffallenderweisejm Jahre 1916 (also in jener Zeit, wo die Kriegsnote fühlbarer wurden und die Kriegsfolgen im allgemeinen sich auszuwirken begannen) ihren jf"rt ntolr\'1 fi Lrt Qfroi/^ht PTe \r£xvA\cxr\ir ho«rAi*_ v^ji uiiiM, l-ii^iviii5 ä~d& V «^4.^41^11 L ll%rS.y\j£." gehoben zu werden, daß im Jahre 1818, das den jüdischen S^bsterhaltiincrstriph einer J ~ ~~"~*~~ö " besonders starken, nur vom darauffolgenden Jahre noch übertroffenen Belastungsprobe aussetzte, bei den Katholiken die kleinste Ziffer aufweist. Am wenigsten charakteristisch ist die Selbstmordkurve bei den Protestanten. Auch hier zunächst ein Ansteigen der Selbstmordfrequenz, das nicht so Sehr in die Wagschaie i*ltA- A :\ ~S.L ~ A ~ „„.;*. ^„ UIa*. rr\\ />4-i-» lauen uuiuc, uci w 11 c:> ui£i Hill relativ großen Zahlen zu tun haben, dann ein mäßiger Rückgang der freiwilligen Todesfälle. Durch eine besondere Zunahme fällt rs iir r1«ac Jahr 1QOQ auf Hör '/itcommötihatirr ilUA UUU MUIU X, \J &W \_J UUl. A-^ \*X X^UtJUlllUAVilUUXlg mit der durch die Inflation (die bei den Juden merkwürdigerweise nicht im gleichen Sinn gewirkt zu haben scheint) aufs höchste gestiegenen wirtschaftlichen Depression ist hier besonders augenfällig. Unter den Selbstmördern überwiegen im allgemeinen die Männer. Noch zu Beginn dieses Jahrhunderts war das Verhältnis derart, daß auf einen weiblichen Todesfall durch eigene Hand drei bis vier männliche kamen. Aber schon damals hat man die Beobachtung gemacht, daß die Zahl der weiblichen Selbstmörder rascher wächst wie die des stärkeren Geschlechts. Seitdem haben sich die Verhältniszahlen zwischen den Geschlechtern in der Richtung des allmählichen Ausgleichs noch weiter entwickelt. Sind die Ziffern für das männliche Geschlecht, wie es nach den Erfahrungen früherer Zeiten zu erwarten stand, während des Kriegs erheblich zurückgegangen, so haben sie sich für das weibi:^u~ u~i-«~L4.1 ~~~+~:~^..4. A~~„~ia^q iu,uc ueu aw.ii luwu gcsicigci i, uci an, uaw m manchen Jahren auf eine Frau nicht einmal ganz zwei Männer entfielen; besonders deutlich zeigt sich diese Proportion auch bei der Selbstmordstatistik der Stadt Frankfurt. Die 1054 Selbstmorde verteilen sich auf A l! ~7 Sv.ÄHw^o*' «««H QQ7 Hroiion Im HnffQtt /Tt Qr \J\J I IT lOllil^:! LHI%_I Ul?ä J. s UULIi« Iii! äj-^ü^ii Verteilung der Geschlechter zeigten die Juden das gleiche Verhalten wie ihre nichtjüdischen Schicksalsgenossen. 53 männlichen stehen hier 33 weibliche Suicidfäile gegenüber; bei den einzelnen christlichen Konfessionen sind die Verhältniszahlen fast die gleichen. Von den neueren Autoren sucht Weichbrodt den Grund für die Zunahme der Selbstmordhäufigkeit bei den Frauen in der stärkeren Teilnahme des weiblichen Geschlechts am GrnrorKcloKan Hac mon* -Fiir rlio A 11 n-Dtnoitilinif iul YVLIUOIVL/VU« J-^GLO 1A&C*£^ IUI VL1V. £~\Xl^ V,A11 V, AAlÄA^l t