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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1924-05-01 · Heft 3-4 (Mai 1924) · p. Seite 85

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
1 (1924) (Neue Folge)
Issue
Heft 3-4 (Mai 1924)
Date
1924-05-01
Page
Seite 85 (sequence 29)
Language
German
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— 85 - schaffen können. Die Nationalisierung der Vermögen, die unter der bekannten Losung: „Raubt das Geraubte", durchgeführt wurde, pflegte bestenfalls eine Gesamtverteilung von fremdem Hab und Gut zu sein, schlimmstenfalls individueller Raub. Es ist klar, daß die Regierung später versucht hat, die aufgereizten Instinkte der Masse zu bekämpfen, aber es läßt sich nun einmal nicht aus dem Leben die Losung, die von autoritativer Seite in die unwissende Menge hineingeworfen worden ist, auslöschen. Die Juden können auf ihre Immunität gegen Raubsucht stolz sein. Sie haben keine Güter, keine Läger, keine Weinkeller ausgeraubt Aber die Bedingungen, die das ganze ökonomische Leben desorganisiert und jede ökonomische Tätigkeit in Spekulation umgewandelt haben, mußten auch auf die Psychologie der jüdischen Bevölkerung schädlich einwirken. Diese Bedingungen haben sich noch nicht gebessert. Es entsteht eine neue jüdische Bourgeoisie, die sich aus den höheren wirtschaftlich tätigen Regierungsbeamten und Nepleuten zusammensetzt. Diese neue Bourgeoisie ist zwar sehr euer- <^_> gisch, steht aber auf einer viel niedrigeren Stufe als die alte Bourgeoisie, die unter den normalen Bedingungen einer Rechtsordnung aufgewachsen war. Die starke Beteiligung der Regierungsorgane am ökonomischen Leben die Vereinigung' der oolitischen und? <j v_5 1 ökonomischen Macht in den Händen von ein und denselben Personen bringt eine tiefgehende Demoralisierung mit sich. Der russische Beamte war nie besonders ehrlich. Der geringe rechtliche Schutz, den die Beu o 1 völkerung genoß, erzeugte immer Bestechung. Jetzt aber ist die Lage viel schlimmer geworden, da das kommunistische System den Einwohner völlig rechtlos gemacht hat, die Macht der Regierung unbegrenzt und ohne jede Kontrolle ist. Aus den oberen kommunistischen Sphären werden von Zeit zu Zeit Befehle erlassen, einen unerbittlichen Kampf gegen die Bestechung und die amtlichen Verbrechen zu führen. Man kann aber nicht durch Strafen Ehrlichkeit in einem Lande verbreiten, wo das persönliche Recht prinzipiell geleugnet wird, wo die Regierung alle ökonomischen Beziehungen regelt und sich dort einmischt, wo die Versuchung für ihre Vertreter sehr groß ist. Die wirtschaftliche und moralische Wiederbelebung der jüdischen Masse wird nur dann möglich sein, wenn die ganze russische Volkswirtschaft wieder aufgebaut wird. Diese aber befindet sich in einem gefährlichen Zustand, und es sind energischere Mittel zu ergreifen, um weitere Katastrophen zu verhüten. Die neue ökonomische Politik hat die wirtschaftliche Tätigkeit im Lande etwas belebt, aber noch nicht die notwendigen Verbindungen für die Regenerierung der russischen Volkswirtschaft geschaffen. Die Idee, einen Regierungskapitalismus unter der Herrschaft einer Diktatur zu schaffen, ist eine ebensogroße Utopie wie die baldige Verwirklichung des Kommunismus überhaupt. Sie ökonomische Gesellschaft in Palästina. (The Palastine Economic Society), Von Dr. A 1 o n y, Palästina. Mag es im Wesen der englischen Kolo- Tatsache ist, daß beim Aufbau unserer „nanialpolitik liegen, mag es das besondere tionalen Heimstätte" in Palästina wir ma- Mißpeschick des jüdischen Volkes sein — terieii von unserer „Mandatarmacht" biso j

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