Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 1 (1924) (Neue Folge)
- Issue
- Heft 2 (März 1924)
- Date
- 1924-03-01
- Page
- Seite 54 (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
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_ 54 — Mischehen in seiner zweiten Arbeit: „Ueber i neurotische Exogamie (ibid., S. 227—230). Abraham ist der Meinung, daß die Mischehe — die sogenannte Exogamie — viel mehr das Produkt einer psychischen Neigung mit einer gewissen sexuellen Färbung und Richtung ist. Seine Arbeit ist voll von interessanten Beispielen, welche seine Gedanken illustrieren und begründen. Und in vielen Fällen kann man ohne weiteres mit dem Verfasser einverstanden sein. Wissen wir doch, daß viele ausgesprochene Nationalisten christliche Frauen heiraten, wo von assimilatorischen Neigungen bestimmt keine Rede sein kann. Statistisches Archiv, S5aye Arn M BLBi DI^S FffSSJIÄÖÄSE cIsST Hocfe"" schulen in Bayern im Winterhalbjahr 1913/14 und 1921/22« Wir entnehmen dem 1. und 2. rieft der Zeitschrift des bayrischen statistischen Landesamts Jahrg. 1923 folgende interessante TsVipIIp A. <A %S V^J.A Gesamtzahl Jüdische Hochschulen der Studierenden Studierende W.- H. W.-H. 1913/14| 1921/22 1913/14 1921/22 (München . . . ♦ 7229 9079 648 655 in % 100 100 9,0 7,2 c tu weibl. 443 1004 (3o 120 m -+-* Würzburg .... 1520 3288 128 298 'S < V-i in % 100 100 8,4 9,1 QJ > weibl. 36 162 16 27 'M j Erlangen..... 1356 1739 60 45 <* in % 100 100 4,4 2,6 1 weibl. 32 73 11 2 Techn. Hochschule . 2370 4345 148 103 in 0/ /o 100 100 6,2 2,4 weibl. n i 30 — 2 Akademie der bildenden Künste . . 446 442 15 6 in 70 100 100 3,4 1,4 weibl. — 45 — 1 Akademie der Ton- 174 587 4 21 in % 100 100 2,3 3,6 weibl. — 248 — 14 Handelshochschule 183 639 12 25 in % 100 100 r> r\ D,D 3,9 weibl. 7 30 2 4 Insgesamt 14 255 21480 1018 1163 : — c\ / «i 7o ■a rvrv IUU 100 7.1 5,4 weibl. 525 1611 92 171 Die Zahl der an bayrischen Hochschulen immatrikulierten Studenten überhaupt hat von 1913/14 bis 1921/22 nur 7225, d. h. um 50,6 % zugenommen, die Zähl der jüdischen nur um 145, d. n. 14,2 %. Der allgemeine Zuwachs ist natürlich auf die große Zahl der Kriegsteilnehmer zurückzuführen, die nach Kriegsende zur Universität teils zurückkehrten, teils mit dem Studium begannen. Daß bei den jüdischen Studierenden die Zunahme so gering war, liegt zweifellos daran, daß in Bayern nach der Revolution eine starke antisemitische Strömung eingesetzt hat, weiche zahlreiche Studenten von dem Besuch der bayrischen Hochschulen fernhielt. Bezeichnend hierfür ist, daß in München, vor dem Kriege eine der beliebtesten Universitäten Deutschlands, die Ziffer der jüdischen Studenten unverändert blieb, in Erlangen beträchtlich zurückging, hiergegen in Würzburg, wo der Antisemitismus nicht so sehr in die Erscheinung.trat, sich mehr als verdoppelte. Die Abnahme der Zahl der jüdischen Besucher der Technischen Hochschule und der Akademie der bildenden Künste mag damit zusammenhängen, daß den Ausländern, weiche früher diese beiden Hochschulen besonders stark frequentierten, die Aufnahme sehr erschwert wurde. Die Frage, ob verhältnismäßig der Anteil bayrischer jüdischer Studierender von 1913/14 bis 1921,22 sich geändert hat, beantwortet die amtliche Statistik mit folgender Tabelle: Von 100 bayrischen immatrikulierten Studenten waren Von 100 männl. Bayern 1913/14 1921/22 waren 1910 kath. 68,5 61,4 70,4 prot 27,9 34,3 28,3 israel. 2,8 2,6 0,8