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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1924-03-01 · Heft 2 (März 1924) · p. Seite 55

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
1 (1924) (Neue Folge)
Issue
Heft 2 (März 1924)
Date
1924-03-01
Page
Seite 55 (sequence 23)
Language
German
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Mit andern Worten: Von der bayrischen jüdischen Jugend studierten 1921/22 ungefähr ebensoviel wie 1913/14 — dreimal soviel als dem Bevölkerungsanteii der bayrischen Juden entspricht. Hiermit steht scheinbar in Widerspruch, daß nach den amtlichen Berechnungen i. J. 1913/14 auf je 10000 männl. Juden 73,2, i. Js 1921/22 107,1 jüdische Studierende kamen, oder im Jahre iy!o/l4 ein bayrischer männlicner numatrikulierter jüdischer Student auf 149,9 Juden, i. J 1921/22 auf 113.7 Juden. Es erklärt sich dies damit, daß absolut die Zahl der bayrischen jüdischen Studenten im Jahre 1921/22 aus äußeren Gründen (Zusammendrängung infolge des Krieges) größer war als 1913/14, während die jüdische Bevölkerung für 1921/22 eben so hoch angenommen wurde als 1910, (dem Jahre der letzten Volkszählung), während sie zweifellos in der Zwischenzeit durch Zuwanderung zugenommen hatte. j^^ |^ i E&sscliüf^Siii^^^w, O^biirteii I wachsen | und Sterbefälle im Freistaat Sachsen 1916 bis 1920, Es wurden im Freistaat Sachsen ebenso wie in den andern Ländern während der Kriegsjahre wenig Ehen geschlossen. Hingegen schwoll ihre Zahl bald nach Kriegsende bedeutend an. Die Entwicklung der ungemischten und gemischten Ehen geht aus nachstehender Tabelle hervor. Jahr 1916 1917 1918 1919 1920 Ungemischte jüd. Ehen 46 46 91 258 329 Jüdisch-christl. Mischehen 25 35 31 45 67 Trotzdem der Krieg bis November 1918 dauerte, betrug in diesem Jahre bereits die Zahl der ungemischten jüdischen Ehen doppelt soviel als in den vorangegangenen Kriegsjahren, im Jahre 1919 bereits mehr als das Fünffache und 1920 das Siebenfache. In gleichem Maße ging die Zahl der gemischten Ehen verhältnismäßig zurück. Während i. J. 1916 auf 100 ungemischte Ehen 54 Mischehen entfielen, i. J. 1917 sogar 76.1 %, waren es i. J. 1918 nur noch 34 %, 1919 17,4% und 1920 20,3%. Die Eheschließungsziffer läßt sich für die einzelnen Jahre nicht berechnen, da die Zahl der jüdischen Bevölkerung im Freistaat Sachsen nicht bekannt ist. Die Ergebnisse der letzten Zählung von 1916 entsprechen gerade in Sachsen, wo dauernd eine starke Zuwanderung von Juden, insbesondere aus dem Kurlande stattfindet, nicht mehr den tatsächlichen Verhältnissen. Aus diesem Grunde läßt sich auch keine Geburten- und Sterbeziffer berechnen und wir müssen uns damit begnügen, die absolute Zahl der Geburten und Sterbefälle anzugeben. In den Jahren 1916/20 wurden 1457 eheliche jüdische Kinder geboren, 154 in jüdisch-christlichen Mischehen, 82 uneheliche jüdische Kinder. Rechnet man die Kinder aus Mischehen zur Hälfte den Juden zu, so beträgt die Zahl der jüdischen Geburten 1616. Davon waren also 5 % unehelich. Bei den Evangelischen machen die unehelichen Geburten 13,5% aus, bei den Katholiken sogar 20 %. Die Gesamtzahl der jüdischen Sterbefäile betrug in dem Jahrfünft 1916/20 1217. Es verblieb also bei den Juden ein Geburtenüberschuß von 399 Personen. (Zeitschrift des Sächsisch-Stat. Landesamis 69. Jahrg. 1923. Sowjet-Rußland Zahl des- Juden in desa größeren Städten Sowjet*Rußlands nach der Zählung 1923* Nach der Volkszählung im März 1923 beirug die jüdische Bevölkerung in Kiew 128141, in Moskau 86171, in Petrograd 52370 Seelen. interessant ist ein Vergleich der Ziffern von 1923 mit den Ergebnissen der Zählung von 1920, um die Wirkung der sogenannten „Neuen ökonomischen Politik" (Nep) auf das Wachstum der Bevölkerung in den drei größten Zentren von Sowjetrußland festzustellen. Stadt Nichtjuden Juden 1920 1923 Zunahme in % 1920 1923 Zunahme in % M/^olr ott i s.V,»ijis €3 Li. PetiOgrad Kiew 999 955 696 700 249 355 1424854 1018630 272573 42.5 W,2 9,3 OQ OAQ £o £Qö 25 529 117041 86 171 52 370 128171 204,9 105,1 9,5 Die nichtjüdische Bevölkerung ist in Moskau und Petrograd viel stärker gewachsen als in Kiew. In keiner dieser drei Städte war die nichtjüdische Bevölkerung 1923 so groß als vor oder zu Beginn der Revolution, es betrug nämlich im Jahre 1916 die nichtjüdische Bevölkerung in Moskau 1853500 Seelen, in Petrograd 2404530 und in Kiew im Jahre 1917 380457 Seelen. Die jüdische Bevölkerung wuchs in der gleichen Zeitspanne viel intensiver als die nichtjüdische, besonders in Moskau, das der bedeutendste

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