Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 1 (1924) (Neue Folge)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1924)
- Date
- 1924-01-01
- Page
- Seite 21 (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
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- 21 Bleicher von der Gesamtvermehrung der Juden 1877—84 nicht weniger wie 39% auf den Geburtenüberschuß, während dieser bei der Vermehrung der Gesamtbevölkerung nur 35% ausmachte. Wenn heute die jüdische Bevölkerung Frankfurts nicht stagniert oder ganz zurückgeht, so hat sie dies wohl ausschließlich dem Wanderungsgewinn zuzuschreiben. Zur Frage der Mistiiehe und Verwandfenehe. Von Dr. med. Raphael Becker. Ueber Mischehe und Verwandtenehen sind in der letzten Zeit eine Reihe neuer Abhandlungen erschienen. In den meisten von ihnen wird die Frage mehr von ihrer soziologischen, biologischen oder psychologischen Seile behandelt als von der rein statistischen. Die Ergebnisse aber, zu welchen die Verfasser kommen, sind sehr interessant. Wir wollen nachstehend die Hauptresultate dieser Werke in Kürze betrachten. Der bekannte Forscher auf dem Gebiete der Sexualwissenschaft, Dr. Max Marcuse, behandelt in zwei neuen Arbeiten neuerdings die Frage der Mischehen und der Verwandtenehen vom soziologisch-biologischen Gesichtspunkte aus. Er will beweisen, daß aus solchen Ehen im allgemeinen eine ganz normale Nachkommenschaft entstehen kann. Anomalien sowohl in gutem als schlechtem Sinne entstehen nur unter gewissen Voraussetzungen. Sie sind aber keineswegs eine zwingend notwendige Erscheinung, die bereits durch die Tatsache der Mischehe und der Verwandtenehe begründet wird. In seiner Arbeit über die Fruchtbarkeit der christlich-jüdischen*) Mischehe kommt er zwar zum Ergebnis, daß solche Ehen weniger fruchtbar sind als rein jüdische oder *) Dr. Max Marcuse: Die Fruchtbarkeit der christlich-jüdischen Mischehe. Abhandlungen aus dem Gebiet der Sexualforschung. Band 2, Heft 4, 1920. rein christliche, er leugnet aber gänzlich die Auffassung, daß diese Unfruchtbarkeit die natürliche Folge der Paarung verschiedener Rassen sei. Er zitiert nach Prinzing die Fruchtbarkeitsstatistik der Familien in Preußen in den Jahren 1875—1900, deren Resultate folgendermaßen waren: Bei ungemischten Ehen trafen: in kath. Familien evang. Familien jüd. Familien 5 Kinder 4 Kinder 3,8 Kinder Bei Mischehen trafen: in kath-evang. Familien in christl.-jüd. Familien 3,1 Kinder 1.7 Kinder Im Jahre 1895 gab es in Preußen im ganzen 11 % kinderlose Familien, während unter den Familien mit evangelischen Männern und katholischen Fauen 21,4%, in Familien mit katholischen Männern und evangelischen Frauen 21,1%, in Familien mit christlichen Männern und jüdischen Frauen bereits 34,2% und in Familien mit jüdischen Männern und christlichen Frauen sogar 36% kinderlose Ehen waren. In Groß-Berlin gab es im Jahre 1900 unter den christlich-jüdischen Familien 41 % kinderlose, vom Jahre 1900 an wird diese Erscheinung immer deutlicher. Dr. Marcuse wendet gegen dieses statistische Material folgendes ein: Es umfassen