Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 1 (1924) (Neue Folge)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1924)
- Date
- 1924-01-01
- Page
- Seite 19 (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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- 19 - noch nicht bekanntgeworden. Im Hinblick darauf, daß die höheren Altersklassen bei der jüdischen Bevölkerung stärker vertreten sind w als bei der Gesamtbevölkerung, hätte man eine größere Zunahme der Sterblichkeit bei den Juden in der Kriegs- und Nachkriegszeit erwarten dürfen. Was die Sterblichkeit der einzelnen Geschlechter anlangt, so war vor dem Kriege ein numerisches Prävalieren der Männersterblichkeit vor der Frauensterblichkeit sowohl bei der Gesamtbevölkerung wie bei der jüdischen zu verzeichnen. Während des Krieges überwog die Frauensterblichkeit bei der allgemeinen Bevölkerung, nicht jedoch bei der jüdischen, in den Nachkriegsjahren ist gleicherweise ein Ueberwiegen der Frauensterblichkeit über die der Männer auch bei der jüdischen Bevölkerung wahrzunehmen. Die Säuglingssterblichkeit. Die Säuglingssterblichkeit der Frankfurter Juden ist sehr niedrig, viel niedriger wie bei der Gesamtbevölkerung. Auf 1000 Geborene starben im ersten Lebensiahre * bei der Gesamtbei den bevölkerung Juden 1891/1895 16,2 7,7 1896/1900 15,8 7,9 1901/1905 15,9 8,4 1906/1910 13,1 6,0 Die Säuglingssterblichkeit betrug in diesen Zeiträumen bei den Frankfurter Juden nur ungefähr die Hälfte der Gesamtsterblichkeit. Sie ist außerdem in Abnahme begriffen, wenn sich diese Abnahme auch nicht so gleichmäßig vollzog wie bei der Gesamtbevölkerung. Im. Jahrzehnt 1911 —1920, in der Kriegs- und Nachkriegszeit, hat diese sinkendeTendenz weiter angehalten. Sie betrug bei der Gesamtk-? bei den bevölkerung Juden 1911 12,4 4,4 1912 10,2 5,8 1913 10,2 3,6 1914 10,5 4,0 1915 10,7 -r r% /,z < /-% -« /~» iyio 10,6 A. 7 1917 1 1 V 1 iji 10,5 1918 10,9 2,2 1919 11,6 5,1 Sie ging im einzelnen bis zu einem Drittel der Durchschnittssterblichkeit zurück und unterschritt weit die Ziffer, die z. B. von Schloßmann für die überhaupt erreichbare Grenze angesehen wird. Die Gründe für die c so günstige Säuglingssterblichkeit bei den Frankfurter Juden und bei den Juden überhaupt sind: niedrige Geburtenziffer, geringe Unehelichkeit, die besseren wirtschaftlichen und auch kulturellen Verhältnisse, die höhere Wertung des Kindeslebens und dementsprechend die bessere Fürsorge und Pflege, die ihm zuteil wird. Auf die Niedrighaltung der Kindersterblichkeit bei den Juden während des Krieges wirkten dann auch die allgemeinen Fürsorgemaßnahmen, die speziell für die Gesunderhaltung der Säuglinge getroffen wurden: die Wochenhiife der Wöchnerinnen, die dadurch herbeigeführte Zunahme des Selbststillens und die Sicherstellung einer einwandfreien Säuglingsmilch. Endlich dürfte die starke Abnahme der Geburten während des Krieges nicht vergessen werden. Die Bevölkerungs-Bilanz. Ueber das Verhältnis der Geburtenziffer zur Sterblichkeitsziffer der Frankfurter Juden im ersten Jahrzehnt des laufenden Jahr-