Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 1 (1924) (Neue Folge)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1924)
- Date
- 1924-01-01
- Page
- Seite 18 (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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- 18 - 1899 3,9 1900 6,3 1901 2,4 1902 6,0 1903 1904 1905 1906 4,1 4,1 3.2 w 5,3 1907 7,2 1908 5,2 1909 5,7 1910 c n u,; Auch bei der Gesamtbevölkerung läßt sich eine ständige Zunahme der Unehelichkeitszifter feststellen. Sie betrug: 1891 11,2 1895 12,9 1900 12,6 1905 14,7 Daß die Unehelichkeit bei den Juden scheinbar im stärkeren Maße zunimmt wie bei der Gesamtbevölkerung, beruht, wie Singer1) zutreffend bemerkt, darauf, daß das Verhältnis zu der Gesamtzahl der Geburten durch die zunehmende beträchtliche Verminderung der jüdischen Geburten ungünstig beeinflußt wird. Die Zunahme der Unehelichkeitsquote bei den Juden, die allgemein festgestellt wird, aber vorwiegend in den Großstädten in die Erscheinung tritt, wird ursächlich teils mit ethisch-sittlichen und religiösen Momenten (Abnahme der religiösen Beziehungen, Lockerung des Familieniebens), teils mit wirtschaftlich sozialen in Zusammenhang gebracht2). Wir sind geneigt, den letzteren eine größere Bedeutung beizumessen. Zweifellos steht auch bei den Juden die Zunahme der Unehelichkeit vor allem mit der Abnahme der Eheschließungen, Erschwerung der letzteren, vermehrtes Einströmen der Frauen in das Erwerbsleben, zunehmender Proletarisierung der jüdischen Bevölkerung in den Großstädten in Beziehung. binger, Allgemeine und spezielle Krankheitslehre der Juden 19047 S. 39 2) Vgl. Theilhaber, Der Untergang der Deutschen Juden 1911, S. 77. Die Sterblichkeit. Die Sterblichkeit auf 1000 berechnet betrug bei der Gesamtbevölkerung j „ „ UCi UCii Juden 1880 20,3 14,5 1885 1A 7 13,8 1890 18,6 < jT^ Lö,ö 1895 17,3 13,1 1900 17,2 11,8 1905 16,0 11,5 1910 13,3 13,6 Abgesehen vom Jahre 1910 ergibt sich, daß die Sterblichkeit bei den Juden erheblich geringer ist, wie bei der Gesamtbevölkerung, und daß sie im dauernden Sinken begriffen ist. Wie sich seit 1910 die relative Sterblichkeit bei den Juden gestaltet hat, läßt sich nicht berechnen, da seitdem, wie oben bemerkt, eine Zählung der Juden resp. eine Ausscheidung bei den Zählung nach der Konfession, nicht mehr stattgefunden hat. Das zu wissen wäre aber um so wichtiger, um zu erfahren, ob die relative Zunahme der Sterblichkeit 1910 gegen 1905, wodurch sogar die Sterblichkeit der Juden größer geworden ist, als die Gesamtsterblichkeit, eine zufällige Erscheinung darstellt oder auch noch in späteren Jahren nachzuweisen ist. Zur Berechnung der Sterblichkeit der Frankfurter Juden während des Krieges, stehen uns nur die absoluten Ziffern zur Verfügung. Diese ergeben, daß im allgemeinen die Sterblichkeitskurve bei der jüdischen Bevölkerung im gleichen Maße verläuft, wie bei der Gesamtbevölkerung mit der Ausnahme, daß bei ersterer bereits 1914-1916 ein gewisses Ansteigen zu verzeichnen war, während dies bei der Gesamtbevölkerung nicht der Fall war. Ein starkes Ansteigen findet dann bei beiden 1917 und 1918 infolge der Influenza-Epidemie statt. Für 1920 und 1921 sind die Sterbeziffern