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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1924-01-01 · Heft 1 (Januar 1924) · p. Seite 16

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
1 (1924) (Neue Folge)
Issue
Heft 1 (Januar 1924)
Date
1924-01-01
Page
Seite 16 (sequence 16)
Language
German
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— 16 — T Ttn ffäe + *7ll Cro 11 an XXX iV^O \.Lä UOL^liV^Ilj Ar\ ■»-» * 1-» r«M Ii /-\ ■** >r\ ^4-/-» uu illV-UL auv-ii uciciia in früheren Jahren in Frankfurt a. M. eine Veränderung der Sexualproportion zu Ungunsten der Mädchen bei den Juden zu verzeichnen ist, haben wir auch die Geburten von 1890—1910 einer Durchsicht unterzogen und gefunden, daß in dieser Zeitperiode in 6 Jahren die Zahl der Mädchengeburten die der Knaben überwogen hat, in den übrigen aber vielfach ein sehr erheblicher Aufschlag zugunsten der Knaben zu verzeichnen war. Worauf in letzter Linie die Veränderung der Sexualverhältnisse bei den jüdischen Geburten während des Krieges zurückzuführen ist, steht dahin. Wahrscheinlich dürften Veränderungen der Konstitution, also biologische Momente in Betracht kommen. Interessant wäre es zu ermitteln, ob man auch anderwärts eine Verminderung des Knabenüberschusses während des Krieges bei der jüdischen Bevölkerung gefunden hat. Was die Ursache der größeren Sexualproportion bei den Juden anbelangt, so gibt es zwei Hypothesen. Eine ältere von Düsing aufgestellt, der sich auch von Mayr1) anzuschließen scheint, führt den Knabenüberschuß bei den Juden auf die Inzucht in Verwandtenheiraten zurück. Eine neue Hypothese bringt ihn im Zusammenhang mit der Zahl der Aborte, bei denen sich immer mehr männliche als weibliche Früchte befinden2). Je größer die Zahl der Aborte, desto größer mußte infolgedessen die Zahl der Mädchengeburten sein; da bei den Juden die Abortziffer geringer wie bei der christlichen Bevölkerung ist, so wäre daraus das erhöhte Sexualverhältnis zu erklären. Wäre diese Theorie die richtige, so müßte bei den Frankfurter Juden während des Krieges die Zahl der Aborte zugenommen haben, wofür es aber an jedem Beweise fehlt. Isoliert läßt sich auch die Sexualproportion bei den Totgeburten und unehelichen Geburten berechnen. Die Ziffern der jüdischen Geburten sind jedoch so klein, daß hier leicht Zufälle mitspielen können und man Schlüsse aus ihnen nur mit Vorsicht ableiten darf. Im allgemeinen ergeben sich bekanntlich bei den Totgeburten sehr hohe Knabenüberschüsse, was darauf zurückzuführen ist, daß die Knaben infolge ihrer starken Schädelentwicklung bei der Geburt stärker leiden. Unter den ehelichen Totgeburten der Jahre 1911—1920 befinden sich 36 Knaben, 28 Mädchen, unter den nnphplirhpn i-l *.X \^ Ai \_J. 10 Knaben und 2 Mädchen. Unter den unehelichen überhaupt waren 1911—1920 119 Knaben und 110 Mädchen vorhanden. Das Sexualverhältnis bei den unehelichen Kindern ist demnach etwas geringer wie bei den ehelichen. 1) v. Mayr, Bevölkerungsstatistik 1897, S. 188. 2) J, H. Hartmann, Der Einfluß des Krieges auf das Geschlechtsverhältnis der Geborenen. Die Totgeburten. Von 1001 ebendur id Totgeburten Totgeburten bei der bei der Gesamtbevölkerung jüdischen Bevö 1911 3,1 3,3 1912 3,3 1,3 1913 3,4 1,3 1914 3,2 2,6 1915 3,4 1,5 1916 3,6 2,0 1917 3,5 2,6 1918 3,4 5,8 1919 3,7 5,1 1920 4,0 1,7 1921 3,7 U 1922 3 Vj \jr 9 O

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