Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 1 (1924) (Neue Folge)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1924)
- Date
- 1924-01-01
- Page
- Seite 15 (sequence 15)
- Language
- German
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- 15 - auf 1000 der Ges.-Bev. auf 1000 Juden 19ÜÜ 1905 1910 n>r\ ou,o 28,6 24,04 18,0 15,6 13,5 Bei den Juden sind die unehelichen Geburten berücksichtigt, nicht aber die aus Mischehen, da die Zahl der Kinder, die aus diesen Ehen dem Judentum zugeführt werden, ungewiß ist. Es dürften höchstens 25 % in Betracht Kommen. Aus obiger Zusammenstellung ergibt sich einmal, daß die Geburtenziffer bei den Frankfurter Juden viel geringer ist als bei der Gesamtbevölkerung, andererseits die große Abnahme der Geburtenziffer irn berechneten Zeitraum, und zwar in stärkerem Maße bei der jüdischen Bevölkerung als bei der Gesamtbevölkerung. In den Kriegsjahren nahm naturgemäß die Zahl der Geburten auch bei den Juden ab, und zwar ungefähr in demselben Verhältnis wie bei der Gesamtbevölkerung, so daß z. B. im Jahre 1917 die Zahl der Geburten ungefähr die Hälfte der Vorkriegszeit betrug, dagegen ist ein relativ hohes Ansteigen der Geburtenziffer nach dem Kriege wahrzuf% <r\1r% tTrs H\^11I11^H. ht\ T^i i A i^taKii rroti 7itfnr J x-'.i.V. V_*\~lky 14.1 IV^li^lllV^l bei den jüdisch-christlichen Mischehen. Die geringe Geburtenziffer bei den jüdischchristlichen Ehen, die schon lange die Aufmerksamkeit der Statistiker und Soziologen erregt hat, trifft auch für Frankfurt in besonders starkem Maße zu. Während hier in den Vorkriegsjahren auf jede neu geschlossene jüdische Ehe etwa durchschnittlich 2 Geburten entfallen, kommen auf jede Mischehe noch nicht eine Geburt. Bei der Kleinheit der absoluten Geburtenziffer tritt eine Abnahme derselben während des Krieges kaum in die Erscheinung. c) Das Sexualverhältnis. Auf mn i v/u jüdische Mädchenereburten entfielen Knabengeburten (inklusive Totgeburten und uneheliche Geburten) 1911 115,0 1917 97,9 m« 7 i v/w« * 1Q19 X. <J X 4-4 1913 105,6 1914 83,1 1915 100,7 1916 98,2 101Q 1 1 n h JL Oi V l i i 1919 85,7 1920 102,6 1921 114,9 1922 111,7 Es ergibt sich aus dieser Tabelle die merkwürdige Tatsache, daß in Frankfurt a. M. während des Krieges der sonst immer feststellbare Knabenüberschuß zugunsten eines Mädchenüberschusses geschwunden ist, und daß auch nach dem Kriege, mit Ausnahme des Jahres 1918, die Sexualproportion, wie MC VU1 dem rvnege uesianu, menr hergestellt wurde. Erst im Jahre 1921 zeigte sich wieder eine erhöhte Sexualproportion. Daß bei den Juden der Knabenüberschuß wesentlich höher ist als bei der christlichen Bevölkerung, galt bisher als feststehende Tatsache und wird unter anderm schon bei Andree als auffallend erwähnt. In Preußen war 1875/87 das Sexualverhältnis bei den Juden 107,6, bei den Christen 106,4. Im Gegensatz zum Sexualverhältnis bei den jüdischen Geburten hat sich die Sexuaiproportion bei der Gesamtbevölkerung anders gestaltet. Hier ist nämlich der Knabenüberschuß bei den Geburten der letzten Jahre vor dem Kriege mit 105 Knaben auf 100 Mädchen, mit Ausnahme des Jahres 1917, dauernd überschritten worden. In den Jahren nach Beendigung des Krieges errechnen sich noch höhere Ziffern, insbesondere für die Jahre 1918 und 1920 eine Bestätigung der vielfach gemachten Wahrnehmung, daß nach Kriegen der Knabenüberschuß ansteigt.