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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1924-01-01 · Heft 1 (Januar 1924) · p. Seite 14

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
1 (1924) (Neue Folge)
Issue
Heft 1 (Januar 1924)
Date
1924-01-01
Page
Seite 14 (sequence 14)
Language
German
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Trauungen, die zu gemischten Ehen führten, relativ häufig gewesen sein. Zweifellos handelte es sich hier wohl um länger bestehende Verhältnisse, die legitimiert v/erden sollten, ehe der Gatte ins Feld rückte, die unter normalen Verhältnissen erst später zur Ehe geführt hätten. o Nach Kriegsende nahm zwar die absolute Zahl der gemischten Ehen stark zu, da aber auch die Zahl der rein jüdischen Eheschließungen stark anstieg, wurde das Prozentverhältnis gegen die Vorkiiegszeit eher etwas erniedrigt. Der starke Anstieg der Mischehen unter dem Einfluß der Kriegsverhältnisse war übrigens eine allgemein beobachtete Erscheinung. Während in Frankfurt a. M. in den letzten Vorkriegsjahren der Anteil der Mischehen an der Gesamtzahl der geschlossenen Ehen sich auf 33 % belief, stieg er 1915 auf 39,2, ging 1916 auf 38,2 zurück, 1917—1918 auf 35,9 % und 1919-1920 auf 33,9 %. Im Vergleich mit der Mischeheziffer der Gesamtbevölkerung ergibt sich, daß in der Vorkriegszeit die jüdischen Mischeben seltener waren, in den Kriegsjahren 1914—1916 sie jedoch den Durchschnitt überstiegen. Auch in anderen Städten wurde ein Anschwellen der jüdisch-christlichen Mischehen während der Kriegszeit beobachtet. So betrug in Berlin die Zahl der der gemischauf 100 reine Ehen ent- 1~U*- jaiii ItillV,!! Ii TTVjiG«-! LV-11 l_l 11V-AJI fi«!o*i rroroier'Vi+A T7ho>n liUlV" g\,i"»"vni,v unv» 1915 279 308 110,3 1916 283 215 75,9 1917 293 233 79,8 Die Kelativziffer der Mischehen war demnach in Berlin viel höher als in Frankfur a. M. Die Zahl der gemischten Ehen war 1915 sogar höher als die der reinen Ehen. In Hamburg schlössen eine Ehe 1909—13 von 100 jüdischen Männern mit jüdischen Frauen 73,3, mit christlichen Frauen 26,7, von 100 jüdischen Frauen mit jüdischen Männern 77,5, mit christlichen Männern 22,5. 1914—18 von 100 jüdischen Männern mit jüdischen Frauen 60,2, mit christlichen Frauen 38,8, von 100 jüdischen Frauen mit jüdischen Männern 67,1, mit christlichen Männern 32,9. Die regelmäßig beobachtete Tatsache, daß relativ mehr jüdische Männer christliche Frauen heiraten, als jüdische Frauen christliche Männer, wird hier auch für Hamburg bestätigt. Sie trifft auch für Frankfurt zu mit Ausnahme der Kriegsjahre 1915, 1917 und 1918; 1914 betrug die Zahl der eheschließenden jüdischen Männer, die eine Mischehe eingingen, das Doppelte gegenüber den eheschließenden Frauen, was, wie oben schon ausgeführt, auf die sogenannten Verhältnisse zurückzuführen sein dürfte. 2. Die Geburtenziffer. a) Die eheliche Geburtziffer bei den rein jüdischen Ehen. Aus den bei den Eheschließungen angegebenen Gründen läßt sich die Zahl der jüdischen Geburten zur jüdischen Gesamtbevölkerung für das verflossene Jahrzehnt nicht berechnen. Um zunächst ein Bild von der Geburtenfrequenz zu erhalten, greifen wir auf frühere Jahre zurück. Es entfielen Geborene: auf 1000 der Ges.-Bev. auf 1000 Juden 1880 32,8 22,8 1885 28,6 18,2 1890 26,6 18,8 1895 28,5 16,6

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