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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1924-01-01 · Heft 1 (Januar 1924) · p. Seite 13

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
1 (1924) (Neue Folge)
Issue
Heft 1 (Januar 1924)
Date
1924-01-01
Page
Seite 13 (sequence 13)
Language
German
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- 13 — der jüdischen Bevölkerung schwächer besetzt sind als bei der christlichen. Während des Krieges hat die Eheschließungsziffer sich weiter verringert, sie ging hier parallel der Zahl der Gesamtbevölkerung zurück mit einigen bemerkenswerten Ausnahmen. Während die Gesamtzahl der Eheschließungen im ersten Kriegsjahre 1914 von 4205 des Jahres 1913 auf 4264 noch anstieg, sank sie bei den rein jüdischen von 156 1913 auf J 07 im Jahre 1914, was daraus zu erklären ist, daß bei den Juden Kriegstrauungen in kaum nennenswertem Umfang stattgefunden haben. Das Minimum erreicht die Eheschließungsziffer bei Juden bereits im Jahre 1915, bei der Gesamtbevölkerung dagegen erst 1916. Nach Kriegsende 1919 bis 1920 stieg die Eheschließungsziffer bei der jüdischen Bevölkerung stärker als bei der Gesamtbevölkerung, wenn man dabei von den Vorkriegsziffern ausgeht. Ihr Maximum erreichte die Ziffer 1920, von da ab sinkt sie wiederum, b) Die Mischehe. Das Verhältnis der reinen Ehen zu den Mischehen kann in mehrfacher Weise berechnet werden : entweder man bezieht die Zahl der gemischten Ehen zu den reinen Ehen, oder man berechnet, wieviel Mischehen auf sämtliche geschlossene Ehen — reine und Mischehen zusammen — entfallen, bei denen Juden beteiligt sind, oder endlich man berechnet, wieviel von den heiratenden Juden reine Ehen und wieviel Mischehen eingehen. Die übliche Berechnung ist die Beziehung der Zahl der gemischten Ehen zu der der reinen Ehen. Sie gibt auch den besten Einblick in die Verhältnisse. Auf 100 geschlossene rein jüdische Ehen entfielen demnach Mischehen Jahr 1911 1912 1913 1914 1915 1916 29,2 (22,6) nn t /in t\ ZU,/ \L£,1) 28,8 (22,3) 63,5 (38,8) 86,1 (46,2) 80,4 (44,4) Jahr 1917 inr o 1 V lO 1919 1920 1921 1922 49,2 (32,9) <->o a /rirr o\ 00,4: (ZO,Oj 20,6 (16,9) 25,4 (20,3) 26,1 (22,0) 27,1 (21,3) Die eingeklammerten Ziffern ergeben sich aus der Berechnung der Zahl der Mischehen aus sämtlichen geschlossenen Ehen, bei denen Juden beteiligt sind (reinen Ehen und Mischehen). Wir haben diese Berechnung ausgeführt, weil die Frankfurter Statistik den Anteil der Mischehen an der Gesamtzahl der geschlossenen Ehen nach dieser Methode berechnet, und somit einen Vergleich mit den christlichen Mischehen gestattet. Die Statistik der jüdischen Mischehen in Frankfurt läßt sich bis zum Jahre 1875 zurückverfolgen. Damals entfielen auf 100 rein jüdische Ehen 10,9 Mischehen. Die Zahl stieg von da an ständig. Sie betrug 1901 24,3, 1908 32,32). Was den uns beschäftigenden Zeiträum anbelangt, so war die Ziffer (Verhältnis der gemischten Ehen zu den reinen Ehen) im letzten Vorkriegsjahre 30,1. Während des Krieges stieg dann die Zahl der jüdischen Mischehen rapide an, so daß sie in den Jahren 1915 und 1916 mit 88,8 und 80,4 % die Zahl der reinen Ehen nahezu erreichte. Sehr stark stieg bereits die Zahl der Mischehen im Jahre 1914 an, was bemerkenswert ist zu dem oben festgestellten Abfall der rein jüdischen Ehen gegenüber der Eheschließuncrsziffer der christlichen Bevölkerung 1914. Während demnach jüdische Kriegstrauungen sehr selten waren, müssen x) Hanauer: Zur Statistik der jüdischen Bevölkerung in Frankfurt a. M. Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden 1910. S. 155. 2) E. Kahn : Die Bevölkerungsbewegung der Juden in Frankfurt a. M. Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden 1913. S. 34.

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