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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1924-01-01 · Heft 1 (Januar 1924) · p. Seite 5

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
1 (1924) (Neue Folge)
Issue
Heft 1 (Januar 1924)
Date
1924-01-01
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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5 — modernen Formen der wirtschaftlichen Betätigung fortgeschritten sind. Es war demnach im allgemeinen die ökonomische Lage der jüdischen Bevölkerung vor dem Kriege auf dem Wege der Besserung. Die Pogrome von 1905 riefen zwar eine gewisse Unruhe hervor und veranlaßten die Auswanderung „:__„i„^_ ^u±:ciomöt-.+Q A.-.-.- ai^.-.u^- Ciii/iCiliCi VVxwiiligv.i v-11 l\- ULI J UV-UodlCH Bevölkerung, ihre Wirkung war aber nur vorübergehend und konnte den Einfluß von Faktoren, die günstig auf die Entwicklung der iüdischen Bevölkerung einwirkten, nicht j «-•» paralysieren. Die größte Rolle hierbei spielte der allgemeine Zustand der russischen Volkswirtschaft. Nach der Erschütterung durch die Revolution von 1905 hat die russische Wirtschaftsorganisation sich recht gut erholt. Schon im Jahre 1909 waren die Folgen der Revolution verschwunden und seit 1910 begann die russische Volkswirtschaft unerwartet schnell aufzublühen. Das Steigen der Preise landwirtschaftlicher Produkte in diesem Jahrhundert hat das Wirtschaftsleben des Landes, welches die ausländischen Schulden durch Export von Rohstoffen decken konnte, sehr günstig beeinflußt. Mit der Zunahme des Exports aber hat Rußland große Einnahmen bekommen und so die Möglichkeit erhalten, aus dem Auslande die nötigen Produktionsmittel einzuführen. Eine Reihe moderner agrarischer Reformen nach der Revolution und das allgemeine Wachstum der Volksenergie riefen die ersten fortschrittlichen Strömungen unter den Massen des russischen Bauerntums hervor. Solche Strömungen konnte man nach der Revolution von 1905 in allen Gegenden Rußlands| beobachten, besonders deutlich aber traten sie unter den Bauern in Erscheinung, unter weichen die jüdischen Massen lebten. Viel halfen auch die bäuerischen Binnenwanderungen, für die die Regierung große Summen auswarf. Ueberall stieg die Kaufkraft der Bauern, die einen wichtigen Abnehmer für die Industrie bildeten. Die industrielle Entwicklung des Landes ging am Vorabend des Weltkrieges mit schnellen Schritten vor sich. Die südrussische Bergbauindustrie, die schon lange vorher die Industrie des Ural auf die zweite Stufe herabgedrückt hatte, wurde die Hauptquelle für Kohle, Eisen, Stahl und begann die dominierende Rolle im ökonomischen Leben des Volkes zu soielen. A Die polnische Manufaktur-Industrie blühte auf und konkurrierte mit Erfolg mit der Moskauer auf den Märkten des östlichen und asiatischen Rußlands. Der Geldverkehr ertrug alle Erschütterungen der Revolution. Er stützte die reguläre Verbindung zwischen Rußland und West- Europa und sicherte den Zufluß ausländischer Kapitalien nach Rußland. Ungeachtet der großen Ausgaben für militärische Bedürfnisse und der Zunahme der Ausgaben für Bildungs¬ und kulturelle Zwecke seitens der Regierung bestand im Budget Gleichgewicht. Die intensive Entwicklung der gesamten Volkswirtschaft mußte günstig auf den ökonomischen Stand der jüdischen Bevölkerung einwirken. Beim Bauerntum wuchs immer mehr die Nachfrage nach den Waren der jüdischen Händler und Handwerker. Die Einnahmen der Kaufleute stiegen, und ihre HT' J44-I<-y1'"-'--f!f .-. -O st» J y» In * p, 4" YY% £2 in 1 t?4 %2~ ~ % I ö. li^rs-Cii. ÜCiJ o I i 1 iiidil iiiCiil tlLii LiCil IvlCI^ des Ansiedlungs-Rayons begrenzen. Die wachsenden industriellen Zentren Polens und Südrußlands zogen in starkem Maße die jüdische Bevölkerung an. Gewiß, das Eindringen der jüdischen Arbeit in die Großindustrie war noch recht schwer, aber auch in dieser Hinsicht gab es eine Wendung zum Bessern. Als hoch qualifizierte Arbeiter begannen die Juden immer mehr in die Fabriken einzudringen. Infolge der schnellen

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