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Volk und Land · 1919-11-27 · Heft 48-49 (27.11.1919) · p. Seite 1515-1516

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Journal
Volk und Land
Volume
1 (1919)
Issue
Heft 48-49 (27.11.1919)
Date
1919-11-27
Page
Seite 1515-1516 (sequence 11)
Language
German
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1515 r-rr=r-H=7^==-= VOLK UND LAND - =^=-=: ' 1516 festen zurück und schlüpft im nächsten Jühre aus. Die von ihr befallenen Halme zeichnen si:h durch geringere Größe und verminderten Aehvenertrag, sowie größere Brüchigkeit aus. Ihre Bekämpfung erfolgt durch tiefes Dmpflügen des abgemähten Feldes oder Verbrennen der Stoppeln. Als weiteren Getreideschädling erwähnt Auhage (1901) eine Blattlaus, welche die Biattspitzen der Geireldepflanzen in großen Flächen zum Absterben bringt und in den Feldern hin und wieder großen Schaden an richtet. An Gemüseschädlingen ist das Mittelmeergebiet keineswegs arm; besonders unangenehm machen sich Fruchtfliegen bemerkbar (Trypetidae, Agromyzidae, Platvpezidae u. a.). Ebenso werden neu eingefiihrte Kulturen wie Baumwolle, Zuckerrohr, Tabak u. a. sehr rasch auch ihre Schmarotzer mit sicli bringen. (Fortsetzung folgt.) DIE NEUEN EISENBAHNLINIEN IN PALAESTINA Von Regierungs- und Bergrat Dr. Paul Range. Während des Weltkrieges sind auch in Palästina eine Reihe von neuen Bahnverbindungen entstanden. Sie entsprangen in erster Linie dem Bedürfnis, den Landverkehr sicherziistellen, da das Meer von dem Feinde gesperrt war. Der Erbauer aller dieser Strecken ist der geniale Chefingenieur der Hedschasbahn, Exzellenz Meißmer-Pascha. Soweit sie nicht rein strategische Bedeutung haben, sollen sie hier kurz skizziert werden. Vor dem Krieg gab es in Palästina folgende Bahnlinien: 1. Jaffa — Jerusalem 87 km, eröffnet 1892. 2. Haifa —Afuls—Deraa 161 km, dort Anschluß an die Hedschasbahn mit der Zweigbahn Haifa (Beled esch Schech) —Akko 17 km, eröffnet 1913. Alle haben 105 cm Spur, wie die Hedschasbahn von Rajak ab. Dazu kommen während des Krieges 1. Afule — Ludd. 2. Wadi Serar — Berseba — Hafir. 3. Tine — Gaza. Vor dem Krieg begonnen war die Linie Afule — Dschenin — Nablus. Sie wurde während des Weltkrieges eifrig gefördert und mündet auf die alte Bahnlinie Jaffa — Jerusalem bei Ludd. Der Unterbau der Strecke Mesudie— Nablus war vor dem Kriege nahezu fertiggestellt; doch wurde sie erst 1918 dem Verkehr übergeben. Am wichtigsten ist die Verbimdungsstrecke Afule — Ludd. Die Stationen dieser Strecke sind : Station km Meereshöhe in m Afule 0 63 Dschenin 17 114 Arabe 28 260 Sile 40 291 Scheitelpunkt 48 395 Mesudie 56 278 Tulkurim 74 53 Kilkilije 94 43,5 Ras el Ain 114 30 Rentije 124 40 Ludd 142 44 Afule lieglt auf dem Scheitelpunkt der Jesreelebene, die sieh von hier zum Jordamgraben schnell um 320 m, zum Meere langsamer um 63 m senkt. Die Bahnlänge!b|is Haifa ist 38 km, Luftlinie bis zum Meer 32 km, zum Jordantal östlich Besan 30 km. Afule ist ein unbedeutendes Fellachendorf mit wenig schlechtem Wasser in ungesunder Lage. Der Bahnhof liegt dicht nördlich desselben. 2 km östlich liegt eine sich entwickelnde Judenkolonie gleichen Namens. Die Jesreelebene ist sehr fruchtbar. Der Boden ist ein brauner Lehm, die Verwitterungsdecke im Untergrund auftretender Basaltlager der senonen Kreide. Im Winter steht ein großer Teil der Fläche unter Wasser. Der Lehm j bildet dann einen zähen, schwer passierbaren i Schlamm. Von der Station hat man einen schönen j Blick auf die Berge von Nazareth, rechts davon i aut den Tabor und den kleinen Hermon. Alte biblische Erinnerungen werden durch die Namen Naiin und Endor geweckt, die beide leicht erreichbar von Afule am Nordfuß des kleinen Hermon liegen. Im Westen schließt der Karmel mit dem weithin ragenden Kloster Muhraka den Horizont ab. Von Afule aus durchquert die neue Bahnstrecke die fruchtbare Ebene, die im Frühjahr einem grünen wogenden See gleicht, und erreicht nach 17 km Dschenin am Fuß der Berge Samarias. Der Ort Liegt 1,5 km östlich des Bahnhofs. In den von senoner Kreide aufgebauten Bergen sind viele Höhlen, teils Felsengräber, teils Zisternen. Der Platz hat reichlich Wasser durch einen den südlichen Bergen entströmenden Bach und treibt viel Gartenbau. Schöne Dattelpalmen überragen die üppigen Gärten im Norden der Stadt. In der Nähe vermutet man das Bileam des alten Testaments. In starker Steigung windet sich die Bahn durch die Vorhöhen der Berge von Samaria, die hier zum Teil aus harten Turonkalken bestehen. Nach wenigen Kilometern ist die „Sahel Arrabe“, die Ebene des Einsinkens, erreicht, welche im Winter wie die Afulefläche sehr sumpfig wird; daher ihr Name. Auf ihr führt die Eisenbahn in südwestlicher Richtung weiter und tritt nach 10 km erneut in das Gebirge ein. Am Fuße der Berge liegt die Station Ärabe, 1 km südöstlich des Dorfes gleichen Namens. In der Ebene sieht man östlich das Teil Dothan, das | aber nur noch wenige Ueberreste zeigt. Ein schöner i Garten mit reichlichen Brunnen liegt am Fuße desj selben. Die Bahn steigt allmählich weiter und i tritt bald in die kleine nach Westen« entwässernde { Ebene von Stile ein, das nach 12 km erreicht wird. i Die neuzeitlichen Kunststraßen, und der alte Saumpfad von Nablus nach Nazareth bleiben daiuemd östlich. Ueberall aujf jden (Höhen erblickt! man die Dörfer Samarias, die von weitem einen stattlichen Eindruck machen, im Innern aber sehr unsauber sind. Das Hervorstechendste ist meist der enorme Misthaufen, der, einer Kohlenhalde gleich, am Hange der Berge klebt, das Werk vieler Generationen. Das Gebirge war bis zum Kriege ziemlich unsicher, Fehden einzelner Dörfer untereinander die Regel. Gelegentliche Ueberfäile kamen sogar auf Europäer vor. Man lebte hier noch in der Raubritterzeit des Mittelalters. Zwischen Sile und Mesudie liegt der landschaftlich interessanteste und malerischte Teil der Strecke. Er war naturgemäß gleichzeitig der schwierigste und kostspieligste. In steilen Windungen auf mächtigen Dämmen und in tiefen Einschnitten erklimmt die Bahn oft in Maximalsteigung die Paßhöhe und durchquert den Scheitel derselben mit einem kurzen Tunnel. Prächtige Ausblicke über das Bergland Samarias und die

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