Volk und Land
- Journal
- Volk und Land
- Volume
- 1 (1919)
- Issue
- Heft 46-47 (13.11.1919)
- Date
- 1919-11-13
- Page
- Seite 1477-1478 (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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1477 =.:■==-•: -- VOLK UND LAND - -- - : - - 1478 Der vierte Briet wurde am 24. Oktober von Sir Henry AV Mahon im Aufträge des Auswärtigen Amtes an den Scherif gerichtet und enthielt die Feststellung des britischen Vertreters, daß die Bezirke von Mersina und Alexandrette sowie die westlich von Damaskus, Horns, Hamah und Aleppo gelegenen Teile Syriens nicht als rein arabisch angesehen werden könnten und daher aus den vorgeschlagenen Grenzen ausgeschieden werden sollten. Unter diesen Modifikationen erklärte sich die britische Regierung mit den Vorschlägen des Scherif einverstanden. Das Schreiben fügte hinzu: „Betreffend das Gebiet Innerhalb dieser Grenzen, bin ich in bezug auf jene Territorien, wo Großbritannien ohne Präjudiz für die Interessen seines Verbündeten, der französischen Republik, freie Hand hat, von der britischen Regierung ermächtigt, Ihnen folgende Zusicherung zu geben und folgende Antwort auf Ihren Brief zu erteilen: Unter den vorerwähnten Modifikationen ist Großbritannien bereit, die Unabhängigkeit der Araber im Inneren der Gebiete, welche von den vom Scherif von Mekka vorgeschlagenen Grenzlinien liegen, anzuerkennen und zu unterstützen.“ Am 5. November antwortete der Scherif mit dem fünften Schreiben, worin er den Ausschluß von Mersina und Adana annahm, seinen Anspruch auf die übrigen Gebiete jedoch und insbesondere auf Beyruth wiederholte. Am 13. Dezember bestätigte Sir Henry M'Mahon des Scherifs-Verzicht auf seine Ansprüche betreffend Mersina und Adana. Darauf schrieb der Scherif am 1. Januar 1916 einen weiteren Brief, worin er feststellte, daß er, um das französisch-britische Bündnis nicht zu stören, während der Dauer des Krieges seine Ansprüche auf den Libanon nicht verfolgen, daß er sie aber nach Kriegsende wieder erheben wolle. Im letzten Brief vom 30. Januar 1916 bestätigt Sir Henry M’Mahon den Wunsch des „Scherifs, alles zu vermeiden, was das französisch-britische Bündnis schädigen könnte und teilt ihm. mit, daß dieses freundschaftliche Verhältnis zwischen Frankreich und Großbritannien auch nach dem Kriege aufrecht bleiben wird. Aus diesen Dokumenten geht hervor, sagt der „Temps“: 1. Daß die britische Regierung in ihrem; Brief vom 24. Oktober 1915, welcher das Zugeständnis Großbritanniens an den Scherif enthält, keine Verpflichtung übernommen hat, welche im Gegensatz zu dem französisch-britischen Vertrag vom Mai 1916 steht, und 2. daß Großbritannien gegenüber dem Scherif keine neue Verpflichtung seit dem Beginn der Besprechungen einging, welche M. George Picot zur Vorbereitung des Vertrages von 1916 in London führte. Die erste Zusammenkunft der Unterhändler fand am,1 23. November 1915 statt und die beiden letzten Briefe, die im Jamuar 1916 ausgetauscht wurden, fügten der dem König Hussein im Briefe vom 24. Oktober 1915 gemachten Zusage nichts hinzu. Die syrische Frage Der Londoner Korrespondent des „Matin“ telephoniert seinem Blatte, gewisse hohe politische Kreise in London seien sehr unzufrieden über die Aeußeruingen, die französische Kolonialpolitiker dem Emir Faisal anläßlich seines letzten Besuches in Paris gemacht hätten. Namentlich hätten die Ermahnungen, Faisal solle sich Frankreich allein und gegen England anschließen und seine bisherigen Beziehungen zu englischen Kolonialinstanzen abbrechen, arg verschnupft, um so mehr, als man sich in London mit Recht fragen komme, welche Macht es wohl sei, die allein' imstande sein werde, gegen die zu erwartenden nationalistischen Bewegungen der Araber und Türken die nötigen Vorkehrungen zu treffen. Die französische Regierung dementiert demgegenüber in einer amtlichen Mitteilung, daß irgend einer ihrer Vertreter dem Emir gegenüber solche Eiklärutigen gemacht habe, wie sie vom „Matin“-Korrespondenten und seinen Gewährsmännern als Grundlage ihrer Kritik hingestellt würden. Es sei dem Emir im Gegenteil bekräftigt worden, daß die französische Regierung entschlossen sei, die Frage im völligen Einverständnis mit der englischen Regierung zu lösen. Dieses Einverständnis bleibe unantastbar. Eine Anfrage im engl. Unterhaus Am 2d. Oktober erklärte Bonar Law in seiner Antw'ort auf eine an ihn gerichtete Anfrage, eine endgültige Erklärung bezüglich der zukünftigen Regierung und Verwaltung in Syrien und Palästina könne noch nicht abgegeben werden. Die Ordnung dieser Frage hänge von der Friedenskonferenz ab, die bisher nicht in der Lage war, den Friedensvertrag mit der Türkei in Erwägung zu ziehen, weil die Vereinigten Staaten von Amerika ihre Haltung bezüglich der Verantwortlichkeiten, die sie auf sich zu nehmen bereit seien, noch nicht definiert hätten. Die Britische Regierung habe der Friedenskonferenz im März mitgeteilt, daß Groß-Britannien das Mandat über Syrien nicht übernehmen werde. Mit Frankreich und dem Emir Faisal seien Vereinbarungen für die sofortige Zurückziehung der britischen Truppen aus Syrien und die Besetzung dieses Gebietes durch die Franzosen und Araber bis zum Friedenschluß mit der Türkei getroffen werden. Wenn die Friedenskonferenz Großbritannien ein Mandat über irgendwelche Territorien des früheren türkischen Reiches erteilen werde, so beabsichtige die britische Regierung Formen der Verwaltung einzuführen, die in jeder Weise eine wachsende Entwicklung der lokalen Regierung und Institutionen fördern werden. Zionistische Jahreskonferenz 1920 Die Meldung, wonach die zionistische Jahreskonferenz im Januar in der Schweiz stattfinden soll, wird jetzt von dem neugegründeten Londoner Jüdischen Korrespondenzbüro unterm 23. Okt. bestätigt. Danach soll diese Tagung im Januar 1920 in Basel stattfinden, unter Teilnahme von mehr als 100 Delegierten aus allen Ländern. „Maxialismus“ in Wien Der Wiener H. Korrespondent der „Jüdischen Preßzentrale Zürich“ berichtet: „In zionistischen Kreisen wächst die Mißstimmung gegen die Londoner Leitung. Es ist unmöglich, zuverlässige Informationen über den Stand der Dinge zu erhalten. Der Kontakt mit der Zentrale ist noch immer ein recht loser. Unter diesen Umständen gewinnt die maximalistische Agitation auch hier stark an Boden, umsomehr als erwartet wird, daß der Hauptstrom der Auswanderer über Wien gehen wird. (Maximalismus nennt sich die, vor allem von Davis Trietsch vertretene Forderung, sofort auf die denkbar großzügigste Weise und im größten Umfange die Ansiedelung des jüdischen Volkes in Palästina zu organisieren.)“ WIRTSCHAFT Palästina im Weltverkehr Daß Palästina für die zukünftige Gestaltung des Handels in Europa von Bedeutung sein wird, beweist das Interesse, das der wirtschaftlichen Entwicklung Palästinas von fast allen Staaten Europas entgegenge-