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Volk und Land · 1919-11-13 · Heft 46-47 (13.11.1919) · p. Seite 1441-1442

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Journal
Volk und Land
Volume
1 (1919)
Issue
Heft 46-47 (13.11.1919)
Date
1919-11-13
Page
Seite 1441-1442 (sequence 6)
Language
German
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VOLK UND LAND 1442 Man könnte diesen Betrag' von 2500 Frcs. in das Einnahmeverzeichnis ant zweierlei Weise aufnehmen: u) entweder man teilt die üesamteinnalime vom Vieh in zwei Beträge: 2500 Frcs. als Futtereinnahmc und 2700 Frcs. als Vieheinnahme, oder b) man kann die ganze Summe von 5200 Frcs. als Einnahme von Milch- und Jungviehaufzucht buchen. Selbstverständlich bleibt sich das Endergebnis gleich. Wenn wir aber, wie Herr Dr. Chamizer will, neben den Einnahmen auch den Betrag von 2500 Frcs. für das in der Wirtschaft geerntete Futter aut nehmen, das bereits durch das Vieh auf gezehrt worden ist, so würde das eine doppelte und falsche Rechnung sein. Es würde eine aufgeblasene Einnahme ohne 'reale Grundlage ergeben. Indem ich in meinem Buch einen Auszug aus dem Einnahmeplan der Wirtschaft gab, wollte ich in aller Kürze ein anschauliches Bild geben, nicht aber ausführliche Vorlesungen über die landwirtschaftliche Buchführung. Wem aber die Buchführung nicht fremd ist, der wird leicht einsehen können, daß meine Zahlen das Ergebnis der Jahresarbeit in einem solchen Wirtschaftszweig sind, so daß, wie wir auch die Buchungen verteilen mögen, wir letzten Endes nicht eine größere Einnahme erzielen würden, als diejenige, die in meinem Buch angegeben ist. 2. Entsprechend den verschiedenen Wirtschaftstypen berechnete ich auch verschiedene Einnahmen von den Kühen. So rechnete ich z. B. bei Boden bestellungswirtschaft die Einnahme von zwei Kühen auf 600 Frcs., während ich bei einem Molkereitypus 650 Frcs. pro Kuh rechnete, denn die Einnahme bei einer speziellen Molkereiwirtschaft wird immer großer sein, als bei Wirtschaften, wo die Milchzucht nur nebenbei betrieben wird. Und hierin ist gar nichts Verwunderliches: im Gegenteil; hätte ich nicht diesen Unterschied gemacht, so hätte Herr Trietsch recht gehabt, von einem Fehler zu sprechen, nämlich, daß ich die Wirklichkeit nicht berücksichtigt hätte. 3. Dementsprechend berechnete ich bei den Plantagenwirtschaften alle Einnahmen, die nicht von den Pflanzungen stammen, sondern aus den Nebenzweigen der Wirtschaft, (wie z. B. aus der Milchwirtschaft, aus dem Getreidebau, Futterbau usw.) nicht getrennt für sich, sondern in Form einer Durchschnittseinnahme auf jeden Dunam, der nicht für Pflanzungen benutzten Fläche. 4. Der Kürze halber berechnete ich auch bei den Wirtschaften, die hauptsächlich auf Gemüsezucht aufgebaut sind, die Einnahmen aus der Viehhaltung nicht gesondert, sondern setzte als Einnahmen aus der ganzen Wirtschaft einen Durchschnittsbetrag von der ganzen bearbeiteten Fläche (20 Dunam bewässerbaren Bodens ä 200 Frcs., also 4000 Frcs.) an. 5. In derselben Weise berechnete ich die Einnahme der Wirtschaft eines Landarbeiters, der einen Teil der Zeit bei sich, den größten Teil der Zeit aber bei anderen in der Kolonie arbeitet. Auch hier berechnete ich nicht die Einzeleinnahmen, sondern rechnete durchschnittlich die Einnahmen: von 5 'Dunam bewässerbaren Bodens ä 200 Frcs., oder 20 Dunam unbewässerbaren ä 50 Frcs.; insgesamt 1000 Frcs. Selbstverständlich ist darunter auch die Milchzucht dieser kleinen Wirtschaft inbegriffen. Extra 1300 Frcs. als Einnahme von zwei Kühen zuzufügen, wie das Chamizer und Trietsch vorschlagen, ist ganz und gar ausgeschlossen. Ein Arbeiter, der den größten Teil seiner Zeit außerhalb sdiner Wirtschaft tätig ist, kann auf keinen Fall von seinen Kühen den Maximalbetrag von 650 Frcs. pro Kuh herausschlagen, der nur bei einer speziellen Molkereiwirtschaft möglich ist. Er hat auch nicht genügend Boden, um das Futter für die Kühe zu besorgen. Bei seiner Kritik meiner Aufstellung über kleine; Arbeiterwirtschaften nimmt Herr Trietsch als Minimum für die Gründung nicht 5000 Francs in Betracht, wie ich es tue, sondern 3300 Frcs., und | zwar soll dies als Mustertypus gelten, wobei er i annimmt, daß man für 1000 Frcs. ein Familienhaus bauen kann. Wer die Bauverhältnisse in 1 Palästina selbst nur aus der Zeit vor dem Kriege; kennt, (wo die Baukosten noch niedriger waren! als heute), wird darüber nur bitter lächeln. Ebensoi ist es reine Phantasie, wenn Herr Trietschfbei dieser Art von Wirtschaft annimmt, daß ein Dunam bewässerbaren Bodens 400 Frcs. einbringt, was einen Gewinn von 50 vom Hundert des Einlagekapitals ausmachen würde. Herr Trietsch hält den Erwerb von ein oder zwei Kühen für den Hausbedarf für überflüssig, statt dessen berechnet er 150 Frcs. j für den Erwerb von zwei Ziegen. Es gibt aber keinen Menschen in Palästina, der daran glaubt, daß! man mit 3300 Frcs. mit oder ohne Ziegen eine | Wirtschaft gründen kann, die im Jahre 1700 Frcs. einbringt. Etwas derartiges zu behaupten, ist schon | kein Leichtsinn und keine Ignoranz mehr, sondern | gelinde gesagt, Bluff. i 6. Herr Trietsch entdeckt noch einen Fehler | in meinem Budget einer Pflanzungswirtschaft, näm- | lieh, daß ich für den Unterhalt der Familie des i Pflanzers im Laufe von, 8 Jahren, bis die Plantation j sie ernähren kann, 7200 Frcs. rechne. Darauf bej merke ich, daß die meisten Familien, die sich mit ' Pflanzungen zu beschäftigen gedenken, nicht müßig j dasitzen werden. Ich spreche doch in meinem Buch j klar genug über die Aufgaben der Achusa-Gruppen.; Ich habe bei der Aufstellung der Ausgaben für solche Wirtschaften die Summe von 7200 Frcs. eingefügt, weil ich bei den anderen Wirtschaftstypen auch immer den Unterhalt der Familie als. Ausgabe mitberechne. Ich wollte dadurch einen besseren Vergleich dieses Wirtschaftstyps mit den anderen Typen ermöglichen. 7. Chamizer beschuldigt mich, daß ich den Weg für Privatkapitalisten sperre, indem ich ausschließlich ein Schema der nationalen Kolonisation gebe. Ich habe aber genügend betont, daß Pflanzungswirtschaften gerade für Privatkapitalisten die Ansiedlung in Palästina ermöglichen. Ich bin aber entschieden gegen die Meinung von Chamizer und Trietsch, daß jeder Ansiedler tun möge, was ihm gut dünke. Wir wissen nur zu gut, daß nicht! jeder Weg der richtige ist und dad Irrtümer am j Anfang die Zukunft der Kolonisation belasten, manchmal so sehr, daß es nicht mehr wieder gutzumachen ist. 8. Andererseits habe ich genügend betont, daß die Getreidebauwirtschaft das Kapital nicht anzieht, während wir vom nationalen Standpunkt gerade solche Wirtschaften zu bevorzugen haben, weil das def nächste Weg ist, große Bodenflächen fÜT uns zu gewinnen, die man später intensiv bearbeiten und dicht besiedeln kann. Trietsch zweifelt daran, ob es Juden gibt, die sich dem Getreidebau widmen werden, der doch so wenig Gewinn abwirlt. Trietsch vergißt aber, daß in den Ausgaben derWirtschaftdie Ausgaben für die Existenz der Familie des Bauers im Betrage von 900 Frcs. bereits enthalten sind. Herr Trietsch kann sicher sein, daß es bereits jetzt in Palästina Hunderte von Landarbeitern gibt, die bereit sind, unter solchen Bedingungen den Boden zu bestellen »und daß

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