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Volk und Land · 1919-10-30 · Heft 44-45 (30.10.1919) · p. Seite 1413-1414

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Journal
Volk und Land
Volume
1 (1919)
Issue
Heft 44-45 (30.10.1919)
Date
1919-10-30
Page
Seite 1413-1414 (sequence 23)
Language
German
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1413 VOLK und LAND Hoffnungbeteiligt, daß die Gegenseite meine ,orak- .tischen Anträge auf Schaffung eines zionistische.! Emigrationsnmtes schließlich annehmen werde. Das ist nicht geschehen. Ich mußte daher meinen Antrag vor den Kongreß bringen. Mein Antrag lautet: Der Kongreß beschließt die Schaffung eines zionistischen Einigrationsamtes mit dem Sit/ in Berlin und folgenden Zwecken: 1. Sammlung informativer Materialien über alle Möglichkeiten jüdischer Einwanderung nach Pai lästina und anderen (vorzugsweise nächstgelegencn) Gebieten des Osmanischen Reiches. , 2. Verbreitung dieser Informationen.! 3. Realisierung (resp. Beihilfe zur Realisierung) der gefundenen Möglichkeiten. j Der erste Antrag schließt den zweiten nicht j aus. Ich schlage aber vor, meinen Antrag als den zionistisch positiven zuerst anzunehmen und dann den Antrag der Kommission. Delegierter Dr. Daiches: Ich möchte bitten^ die Anträge der Kommission nicht anzunehmen, da ich der Ansicht bin, daß die Emigrationsfrage nicht in den Kongreß gehört. Ich glaube, daß wir unsere Kräfte nur zersplittern werden. Außerdem werden 1 die großen Organisationen, die sich mit der Emigration befassen, unsere Mitarbeit ablehnen. In der Behandlung der Emigrationsfrage durch die Zionistische Organisation sehe ich die Gefahr der j Zersplitterung der Kräfte. 1 1414 f .'elegierter T riet sch: Der Vorredner hat ja nur an eien Antrag der Kommission gedacht, und da wäre seine Ansicht berechtigt. Aber das Zionistische Emigrationsamt gehört durchaus hierher. Es ist daher angezeigt, daß mein Antrag, der sich ja darauf bezieht, angenommen wird. Delegierter Motzkin: Die Beschlüsse der Kommisiosn sind ja nur die spezialisierten Beschlüsse von gestern. Sie gehen im Wesen darauf hin. daß wir, wenn ein Emigrationskongreß zustande kommt, dabei sein sollen, um eventuelle Entnationalisierungstendenzen zurückzuweisen. Ich sehe nicht ein. warum wir eine solche Gelegenheit, die uns neue Kräfte zuführen kann, nicht benutzen sollen. Ich beantrage daher, die Vorschläge der Kommission anzunehmen. Der Antrag Trietsch ist ein Sonderantrag. Herr Trietsch verlangt für ihn die Priorität. Wir werden also zunächst darüber prinzipiell abstimmen. Diejenigen, welche dafür sind, bitte die Hand zu erheben. (Nach einer Pause:) Der Antrag ist ab gelehnt. Wir schreiten also zu den Anträgen des Herrn Motzkin. Die Anträge sind angeno m m e n. Wir kommen zur Abstimmung über den Antrag Trietsch. Delegierter Dr. Pasmanik: Wir können den Antrag nicht annehmen, da wir nicht wissen, aus welchen Mitteln wir die Kosten decken sollen. Vorsitzender Dr. Marmorek: Wir stimmen über den Antrag Trietsch ab. (Nach einer Pause:) Der Antrag ist abgelehnt. aiiimiiiiiniininiiiiiiiiiiiiiiiiiiii;iiiiiiiimniiiiini!'iniiiiiiiiiiiiii[iiiiiiiiiniiiiiiiiiniiniiiiiiiiiiiiiniiii!iiiiiiiinnin'iiiiiimiinniiiinniiiiiilinliniliilliiniii liiiiintiiilliiiiltiiiiiinilllim 11 — STIMMUNGEN UND MEINUNGEN Was Emir Faisul meint: „Jewish Chronicle“ vom 3. Oktober brachte ein Interview mit Emir Faisul, das in nachstehender Form vom „Zionist Bulletin“ wiedergegeben wird. Wir weisen unsere Leser mit allem Nachdruck auf diese Aeußerung hin, weil sie überaus instruktiv das Denken und Empfinden des offiziellen Repräsentanten des arabischen Volkes beleuchtet. Man wird die Antwort der zionistischen Leitung abwarten müssen. Der Emir sagte: „Palästina kann nicht das Land Israel genannt werden, weil es in keinem Sinne das Land der Juden ist. Im Vergleich zu den Arabern bilden die Juden in Palästina nur den zehnten Teil und es wäre viel vernünftiger, es ein Land der Araber und auch die dort wohnenden Juden Araber zu neunen. Ich will Ihnen ohne jeden bösen Hintergedanken sagen“, fuhr Seine Hoheit fort, „daß die Juden einen großen Irrtum begehen, wenn sie in Bezug auf Palästina so reden, wie die extremen Zionisten zu tun pflegen. Nach der Deklaration Balfours begannen einige Juden in Palästina sich bereits ais Herren über die Araber zu fühlen und sich zu rühmen, daß das Land ihnen gehöre. Ein besonders begeisterter Zionist hißte eine zionistische Fahne auf dem Berg Hermon. Ich brauche Ihnen nicht zu sagen, daß dieses Benehmen die arabische Bevölkerung sehr verstimmte und verletzte und wenn ich nicht einen starken beruhigenden Einfluß ausgeübt hätte, so hätte es zu bedauerlichen Repressalien gegen die Juden kommen können. Ich will ganz offen mit Ihnen sprechen: Die Araber haben das Land seit vielen Jahrhunderten ununterbrochen bewohnt. Nicht sie sind es, welche die Juden vertrieben haben. Die Römer vertrieben die Juden und die Araber gewannen das Land von den Römern. Es gehört ihnen, es ist für sie ein Heiliges Land. Die mit ihm verknüpften Empfindungen bilden einen unablöslichen Teil des arabischen Lebens. Und Palästina ist und bleibt ein unlösbarer Teil von Syrien. Zwischen beiden Gebieten gibt es keine natürlichen Grenzen. Was das eine trifft, muß das andere treffen. Wenn in Palästina Unordnung ist, wird auch Unordnung in Syrien sein. Vom arabischen Standpunkt aus ist Palästina eine Provinz, nicht ein Land, und unsere Absicht ist, ein arabisches Reich zu errichten, welches mindestens aus Mesopotamien, Syrien und Palästina bestehen muß. Davon können wir nicht abgehen. Es gibt keinen Araber in der ganzen Welt, der diese unsere 'Mindestansprüche nicht auf das lebhafteste vertreten würde. Die Araber sind in Bezug auf Palästina solidarisch und ich glaube nicht“, fügte -der Emir mit einer Spur ironischen Lächelns hinzu, „daß Sie behaupten können, die Juden seien in Bezug auf Palästina ebenso einer Meinung. Ich hatte mehrere Besprechungen mit Dr. Weizm ann, dem geschickten Führer der zionistischen Bewegung. Er hat mir vor wenigen Stunden seine Vorschläge auseinandergesetzt und ich habe gegen diese Vorschläge nichts einzu wenden. Sie scheinen überrascht“, fügte der Emir hinzu, als er den erstaunten Blick unseres Vertreters sah, „und Sie glauben, daß ein gewisser Widerspruch zwischen meiner Annahme von Dr. Weizmanus Vorschlägen und meiner eben ausgesprochenen Auffassung der arabischen Ansprüche auf Palästina bestehe. Aber ich habe gefunden, daß Dr. Weizmanns Vorschläge ganz mäßig und praktisch sind. Wie mir scheint, arbeitet er auf eine regulierte Einwanderung in das Land hin; auf

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